Nach dem Bezwingen eines Berges steht man am Gipfel. Am Horizont erspäht man oft die nächste, vielleicht noch anspruchsvollere Aufgabe. Und diese hat für den KAC gegen Salzburg einen ganz anderen Blickwinkel. Nicht nur, weil das Comeback von Rotjacken-Star Jan Muršak sehnsüchtig erwartet worden ist und er gleich mit seinen ersten Einsätzen bewiesen hat, warum er der Spielweise des KAC so gefehlt hat. In einer hochklassigen, und einer der wohl besten Partien des Jahres hatten die Klagenfurter das Nachsehen. Salzburgs Lucas Thaler sorgte für den Schlusspunkt.
Für die Klagenfurter war es leicht, sofort ihre Route zu erkennen. Mit hohem Tempo, physischer Präsenz und einem Treffer wurde Salzburg kalt erwischt. Finn Van Ee eroberte den Puck, dieser landete bei Nickl und dessen Schuss fälschte wiederum Van Ee entscheidend zum 1:0 ab. Die Salzburger weckte nicht nur dieser Rückschlag auf, sie versuchten durch krachende Checks ins Spiel zu finden. Doch der KAC wehrte sich, etwa als Muršak ausgerechnet Raubein Peter Hochkofler spektakulär abheben ließ. Auch spielerisch bewies das Duell, warum sich die beiden besten Mannschaften gegenüberstehen.
An der überragenden Stimmung änderte auch das 1:1 nichts. Salzburg zeigte sich kaltschnäuzig (und hatte Glück). Gleich im ersten Powerplay hämmerte Mario Huber die Scheibe in die Maschen. Allerdings: Unmittelbar zuvor wurde zwei Mal ein hoher Stock seitens der Bullen nicht geahndet. Und auch bei weiteren Vergehen blieb die Pfeife etwa von Andreas Huber (Bruder von Salzburg-Stürmer Mario Huber) stumm. Selbst klare Vergehen wurden ignoriert. In der 27. Minute wurde der enteilende From vor den Augen des Referees durch Robertson von den Eisen geholt – abermals keine Strafe.
Dazwischen sorgten immer wieder die Keeper für große Paraden. Dahm etwa, als er einen Raffl-Alleingang stoppte bzw. später gegen Thaler (36.). Oder Tolvanen mit seinem Save gegen Senna Peeters. Im Mittelabschnitt veränderte sich die Spielweise, vieles verlief sich in Nebenschauplätzen. Die Teams belauerten sich, bekämpften sich (ua. Kosmachuk gegen Preiml), versuchten früh zu stören. Ein leidiges Thema: Der KAC konnte aus seinen Powerplays kein Kapital schlagen.
Ereignisreicher startete aus KAC-Sicht der Schlussabschnitt. Sablattnig hämmerte an den Pfosten, Hochegger verfehlte knapp (44.). Ebenso wie Herburger später im Powerplay. Auch das Klagenfurter Unterzahlspiel, allen voran Dahm, besaß in der Folge Qualität. In Summe zeigten sich die Rotjacken spielbestimmend, ohne jedoch daraus Kapital schlagen zu können. Erneut wartete zum Serienauftakt eine Verlängerung. Und dort sorgte eben Thaler aus dem Nichts für den 2:1-Siegestreffer.