Mit großem Erfolg und großer Historie kommt auch viel Gegenwind. Ein Umstand, der Eishockey-Rekordmeister KAC immer wieder vor Herausforderungen stellt. Schon 2023 bei der Amtsübernahme von Kirk Furey wurden die Rufe im Umfeld lauter, die den Rotjacken Misserfolg prognostizierten. Eine tolle Saison mit bitterem Ende in Spiel sieben des Finals gegen Salzburg legten die Klagenfurter damals als Antwort aufs Eis. Und zum Start der laufenden Saison war es nicht anders, die Abgänge von Lukas Haudum und Manuel Ganahl zu den aktuell tabellensiebten Grazern befeuerten einiges.
Jetzt, nach sieben Siegen am Stück und zwölf Spielen, in denen immer gepunktet wurde, lacht Rot-Weiß vom dritten Platz. Und hat mit Matt Fraser nach dessen fünf Treffern in den letzten drei Spielen, auch zuletzt beim 3:1 gegen Linz, den siebtbesten Torschützen (16) der Liga im Kader. Fraser liegt nur zwei Tore hinter Leader Maxi Rebernig vom VSV. „Tore, Punkte, Statistiken. All das ist schön. Und all das kommt dann, wenn es läuft“, sieht es der Torschütze vom Dienst professionell, weiß aber schon, woran man diese Serie festmachen kann: „Wir haben so viel Spaß zusammen, wollen gemeinsam hart für den Erfolg arbeiten. Und das trägt dann auch Früchte. Wir hatten immer wieder Verletzte, einige sind retour und die Mechanismen greifen.“
Ein ganz wichtiger Baustein ist Jan Mursak, der nach Schulterverletzung neben Fraser und Nick Petersen groß aufgeigt. „Ein ganz wichtiger Typ, jemand, den du gerne in der Kabine hast und der eine ganz spezielle Wirkung hat, wenn er durch die Tür tritt“, streut ihm Fraser Rosen. Generell habe die Mannschaft auch in durchwachsenen Saisonphasen nie an sich gezweifelt, „weil wir wissen, was es braucht und wir unserem Prozess vertrauen. In jedem Spiel und auch auf eine ganze Saison gesehen. Wir heben nie ab, wenn es gut läuft, machen uns aber auch bei Niederlagen nicht kleiner, als wir sind. Und in Bezug auf Prognosen von außen: Beim und um den KAC gibt es immer viele Leute, die etwas sagen und viel Gerede. Wir schauen auf uns.“
KAC will die Innsbruck-Bilanz rasch verbessern
Die letzte Niederlage nach 60 Minuten gab es übrigens just beim sonntägigen Gegner. Am 27. November verlor der KAC 3:4 in Innsbruck. Die Haie gewannen übrigens erst sechsmal in regulärer Spielzeit und das je zweimal gegen Ljubljana, Vorarlberg und eben den KAC. Grund genug, diesmal beim Schlusslicht nichts anbrennen zu lassen. „Auf diesen Fakt schauen wir aber nicht, ich kann mich nur wiederholen und sagen, wir müssen bereit sein und dem Prozess vertrauen.“
Das würde der 34-Jährige auch gerne über die Saison hinaus tun. „Klar, ich würde sehr gerne hier in Klagenfurt bleiben, es wurde für mich und meine Familie ein zweites Zuhause, im Mai kam auch meine Tochter hier zur Welt“, so der Kanadier, dessen Tochter Hayden mit zweitem Vornamen übrigens „Carinthia“ heißt.
Unverändert fehlen werden den Rotjacken in Tirol Luka Comboc, Jesper Jensen Aabo, Steven Strong, Nick Pastujov und Johannes Bischofberger. Strong, Pastujov und Bischofberger stehen wieder am Eis, Strong ist einer Rückkehr am nächsten.