Die Ungarn waren auf Randale gebürstet – zumindest sportlich und zeigten in den ersten Spielminuten, warum sie im Tableau so weit oben anzufinden sind. Die Grazer taten sich gegen das forsche Auftreten schwer, konnten sich aus dem Dauerangriff nur schwer befreien. Die Grazer gaben in der achten Minute die ersten nennenswerten Schüsse ab. Es war die Linie von Michael Schiechl, die ab und an gefährlich wurde. In der neunten Minute hatte Michel Latta nach einer Hereingabe eine ganz dicke Chance, doch das Heft hatten klar die Ungarn in der Hand. Sie drängten auf ein frühes Tor. Immer wieder bauten sie einen kompakten Angriff hinter dem Tor auf – ohne Eile. Die Grazer ließen sie gewähren, verzichteten auf ein Forechecking.

Clemens Krainz kam in der 14. Minute etwas unverhofft vor dem Tor an die Scheibe – nach einer guten Drehung parierte Keeper Rasmus Tirronen mit dem Schoner. Die Übermacht Fehervars schwand etwas, die Grazer ließen wenige ganz dicke Chancen zu. Drei Minuten vor der Pause jubelten die Grazer über einen Treffer von Zintis Zusevics zu früh, denn die Schiedsrichter bemühten den Videobeweis. Michael Boivin behinderte den Keeper. Es blieb beim 0:0. 1:24 Minuten vor dem Ende hatte Mike Zalewski eine Solo-Möglichkeit. Tor gab es keines, aber eine Überzahl und in der sollte er seinen Treffer nachholen. Er kam frei in rechter Position an die Scheibe und schoss unter den Schonern durch zur Pausenführung.

Das zweite Drittel begann für Graz ebenfalls mit einer Überzahl – Spielverzögerung. Die Ungarn überstanden diese und begannen wieder mehr Druck aufzubauen. Kristof Nemeth (23.) traf die Stange. Besser machte es dann wieder Zalewski (26.). Dominik Grafenthin spielte den Stürmer im vollen Lauf quer über das Eis gut an und er fuhr alleine auf den Keeper zu und traf zum 2:0.

Andrew Gordon kassierte in der 31. Minute die erste Strafe für Graz (Beinstellen), die Grazer überstanden diese Unterzahl aber ebenso unbeschadet, wie die folgenden Angriffe der Ungarn. Schichl hatte in der 37. Minute wieder einen Schläger im Spiel. Geschickt spielte er hinter dem Tor einen Puck zu Adis Alagic. Der stand knapp vor dem Kasten und traf.

Der letzte Abschnitt begann suboptimal. Der Doppeltorschütze musste nach zwei Minuten wegen Hakens vom Eis. Seine Kollegen standen so konzentriert, dass Gordon sogar mit einem Konter die Chance auf einen Shorthander hatte. Wenig später machten sich die Grazer das Leben gleich doppelt schwer. Zuerst ging Ben Blood vom Eis und dann folgte Ken Ograjensek. 45 Sekunden hatten die Ungarn zwei Spieler mehr auf dem Eis – ohne Erfolg.  Immer wieder gelang es den Grazern mit dem sicheren Christian Engstrand im Tor Zeit von der Uhr zu nehmen. Ein milder Raufhandel von Calle Ackered und Anze Kuralt (50.) sorgte dann für leichten Applaus und zur allgemeinen Verwunderung nahm Fehervar da erstmals den Keeper vom Eis. Schiechl hatte zwei Chancen auf das Empty Net, doch dann kassierte Michael Latta eine Strafe. Diese Chance ließen sich die Ungarn dann aber nicht mehr nehmen:  Janos Hari traf von der rechten Seite.

Knapp vier Minuten vor dem Ende ging Tirronen wieder auf die Bank – 6:5-Überzahl für die Gäste. Das Spiel verlagerte sich komplett in die Zone der Grazer, doch die wehrten sich mit Händen und Füßen. Die 501 Zuseher hielt es in den letzten Minuten nicht mehr auf den Sitzen.

Doppelte Freude für Graz: Verfolger Innsbruck verlor 2:4 gegen den VSV.