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EisstocksportDer Traum von den fünf Ringen

Seit so vielen Jahren streben die Eisstocksportler in Richtung der Olympischen Spiele. Nun haben sie zumindest den Fuß in der Tür des IOC. Am Samstag beginnt die Champions League.

© Michl
 

Es scheint häufig so, dass Manfred Schäfer vom Thema Olympia regelrecht getrieben ist. Mehr noch. Gebetsmühlenartig spricht er von der Aufnahme des Eisstocksports unter das Dach der fünf Ringe. Wohl auch aus diesem Grund wurden Nationen subventioniert, um die Teilnehmerzahl bei Großereignissen hoch zu halten. Einige Reisen Schäfers in ferne Länder hatten auch diese Triebfeder. Nun hat der Deutsche einen Etappensieg errungen: Eisstocksport wurde vom Executive Board des IOC offiziell anerkannt. Auch wenn die Botschaft eine freudige ist, mit dem Buchen der Flugtickets zu den Olympischen Winterspielen 2022 nach Peking sollten sich die Freunde des gepflegten Eisstocksports doch noch ein wenig gedulden.

Das Internationale Olympische Comité (IOC) hat den Sport zwar in die olympische Familie aufgenommen, die Fahrkarte für eine Teilnahme an den Spielen bedeutet die bloße Anerkennung aber noch nicht. Der internationale Verband der Eisstocksportler (IFI) hat den Fuß in der Tür – auf Probe für zwei Jahre, wie es in der Stellungnahme des IOC steht. Der Weltverband wird nun gefördert und kann Entwicklungsprogramme beantragen. Im Gegenzug wird es weitere Überprüfungen und Evaluierungen geben.

Neben dem Eisstocksport erhalten noch drei weitere Wintersportarten diesen Status: Skibergsteigen (Verband ISMF), Klettern und Bergsteigen (UIAA) sowie Bandy (FIB), ein Vorläufer des Eishockeys, das mit einem Ball und größeren Toren gespielt wird. Allerdings scheint lediglich Skibergsteigen tatsächlich in einem olympischen Programm auf. Und zwar bei den Jugendwinterspielen 2020 in Lausanne.

Nun müssen aber nicht nur die großen Verbände wie Österreich oder Deutschland arbeiten und vorlegen. Da sind dann alle Nationen gefragt

Wolfgang Binder

Österreichs Verbandsboss Wolfgang Binder musste sich nach Bekanntwerden auch erst einmal telefonisch bei Schäfer informieren. „Wir befinden uns nun in der Vorstufe zu Olympia und bekommen Mittel zur Verfügung gestellt, dass wir uns weiter in diese Richtung entwickeln können.“ Dass Olympia den Sport in neue Sphären heben würde, steht für den BÖE außer Frage. „Nun müssen aber nicht nur die großen Verbände wie Österreich oder Deutschland arbeiten und vorlegen. Da sind dann alle Nationen gefragt“, sagt Binder: „Über den genauen Ablauf und Details der Durchführung müssen aber auch wir uns erst genau informieren.“ Die IFI schwieg sich gegenüber ihren Mitgliedern zum genauen Stand der Fortschritte lange aus und daher kam diese Entwicklung auch für viele Funktionäre völlig überraschend.

„Bei der WM in Amstetten im Februar war zwar eine Funktionärin des IOC da, aber detaillierte Informationen haben wir auch nie bekommen“, sagt Generalsekretär Michael Brantner, „wir freuen uns natürlich sehr über diese Entwicklung. Aber das bedeutet auch viel Arbeit, den Sport an und für sich international konkurrenzfähig zu machen.“

Kein Hehl macht Schäfer daraus, dass für ihn der Eisstocksport das einzig Wahre ist, die Sommervariante wird von der IFI stiefmütterlich behandelt, wiewohl sich diese im Aufwind befindet. Am Samstag geht es mit einem Höhepunkt im Stocksport los: Die Champions League beginnt und Fresing startet als einziger Steirer-Klub mit einem Heimduell gegen den EC Lampoding (GER) um 16 Uhr. Gruppengegner Jimmy Wien eröffnet kommende Woche in Krieglach (Samstag, 16) gegen Gais (ITA). Die Wiener haben sich erst kürzlich die Dienste von Werner Hutter und Patrick Solböck gesichert, die beiden haben für die Spielberechtigung in der Königsklasse sogar den Wohnort gewechselt. „Wir spielen auf Sieg und wollen unseren Titel verteidigen“, sagt Kapitän Christian Almbauer.

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