Es war ein sehr langer Sprint, den Mathieu van der Poel (Alpecin - Deceuninck) in Boulogne-sur-Mer lancierte und am Ende hielten die Beine des Niederländers der Belastung stand. Völlig entkräftet nahm „MVP“ die ersten Glückwünsche entgegen und er hatte doppelten Grund zur Freude. Es war sein zweiter Etappensieg bei der Tour de France nach 2021 und zugleich übernahm er das gelbe Trikot des Gesamtführenden von Jasper Philipsen. Sein Teamkollege gewann zwar den Sprint der zweiten Gruppe, verlor aber 31 Sekunden.

Es waren allerdings nicht die Sprinter, die sich mit dem Niederländer nach 209 Kilometern um den Sieg duellierten. Die mussten dem hohen Tempo in dem durchaus schwierigen Finale Tribut zollen und rissen nach und nach ab. Van der Poel setzte sich gegen die Favoriten durch: Tadej Pogačar (UAE) landete auf Platz zwei, Jonas Vingegaard (Visma) wurde Dritter. Auch Felix Gall (Decathlon) querte den Zielstrich mit den Kapitänen. Der Osttiroler verlor als 21. keine Zeit im Gesamtklassement.

Der Tag war geprägt durch anfänglichen Regen und eine Fluchtgruppe. Diese wurde allerdings unter dem Diktat der Sprinter-Teams 54 Kilometer vor dem Ende gestellt. Kurios war es schon vor dem Start in Lauwin-Planque. Aufgrund eines Staus kamen einige Profis zu spät zum Einschreiben, der Präsentation. Daher wurde das Rennen erst 15 Minuten später begonnen.

Am Montag geht es im Norden von Frankreich weiter. 178 Kilometer von Valenciennes nach Dunkerque warten.