Es ist ein sagenhafter neuer Rekord: Die Los Angeles Lakers, eines der bekanntesten Teams der NBA, wechseln den Besitzer. Die Eigentümer-Familie Buss verkauft ihre Anteile an den aus Chicago stammenden Finanzinvestor Mark Walter ­– um nicht weniger als zehn Milliarden US-Dollar. So viel ist noch nie für ein Basketball-Team bezahlt worden, bisher war der Eigentümerwechsel der Boston Celtics in einem Sechs-Milliarden-Dollar-Deal die Rekordmarke; und das nicht nur im Basketball. So viel Geld ist noch nie in der Geschichte des US-Sports für die Übernahme einer Franchise geflossen.

Der Wechsel der Eigentümer ist für Los Angeles eine große Sache, waren die Lakers doch seit 1979 in Besitz der Familie Buss ­– auch wenn Jeannie Buss dem Vernehmen nach weiterhin Präsidentin des Klubs bleiben soll. Die Buss-Family hat die Lakers so richtig auf die Landkarte gebracht – von Magic Johnson über Kobe Bryant bis aktuell zu LeBron James waren es oftmals Lakers-Akteure, die Schlagzeilen gemacht und bis nach Hollywood ausgestrahlt haben. Jerry Buss hat die Lakers übrigens 1979 für die Summe von 67,5 Millionen US-Dollar gekauft, die Wertsteigerung über 46 Jahre, in denen es insgesamt 11 NBA-Meistertitel gab, ist also durchaus beachtlich. Und zudem endet mit dem Deal auch die längste Eigentümerschaft in der aktuellen NBA, die Indiana Pacers, die aktuell im NBA-Finale stehen, sind seit 1983 im Besitz von Herb Simon, der nun der neue „längstdienende“ Klubbesitzer ist.

Wer aber ist der neue Mann, der ein Erdbeben in der Sportszene von Los Angeles auslöst? Kein wirklich Unbekannter im Sport, der dank der Lakers sein Portfolio um ein gutes Stück erweitert. Walter, CEO und Chairman der „TWG Global“ Investment-Gruppe und auch CEO der Finanzfirma „Guggenheim Partners“, die rund 325 Milliarden US-Dollar verwaltet, stieg bereits 2021 bei den Lakers ein. Damals übernahm er 26 Prozent der Anteile von Phil Anschutz („Budweiser“) und hat seither auch Minderheitenrechte. Nun willigten die sechs Kinder von Jerry Buss, die über einen Fond Besitzer der Lakers sind und allesamt im Verein arbeiten, ein, ihre Anteile zu veräußern. auch wenn zunächst 15 Prozent im Besitz der Familie bleiben.

Mark Walter gehört u. a. auch der FC Chelsea

Walter erlangte Bekanntheit, weil er bereits Mehrheitseigentümer des Baseball-Klubs L. A. Dodgers ist, die unter seiner Führung einen enormen Aufschwung erlebten. Auch ist Walter Eigentümer der L. A. Sparks, des WNBA-Teams aus Los Angeles, ihm gehört auch die gesamte Women‘s Professional Hockey League, in der mit Theresa Schafzahl und Anna Meixner auch zwei Österreicherinnen Eishockey spielen und die das weibliche Gegenstück zur NHL ist. Darüber hinaus gehört ihm die Mehrheit der Andretti Racing Group und damit auch das neue Cadillac Formel-1-Team. Und auch im Fußball ist er schon aktiv, mit der TGW Group ist er Eigentümer von Premier-League-Klub Chelsea und auch des RC Strasbourg.

Mit Walter im Boot sitzt auch die Ex-Lakers-Legende Magic Johnson, der in der TGW Group Investor ist und auf „X“ kommentierte: „Lakers Fans sollten ekstatisch sein.“ Er könne über Mark Walter sagen, dass dieser vom Gewinnen, von Spitzenleistungen und davon, alles richtig zu machen, getrieben sei. Und, dass er die „nötigen Ressourcen“ investieren werde, um zu gewinnen. Dazu bliebe er, wie auch Jeannie Buss, der er gratuliere, gerne im Hintergrund. Das Team, das heuer in Play-offs früh an Minnesota gescheitert ist, soll aber wieder ganz in den Vordergrund treten – an die Spitze.