Das Preisgeld bei einer WM muss hart verdient werden. 575.000 US-Dollar würden bei einem Viertelfinaleinzug warten. Die Chance darauf und damit auf eine Einzelprämie für jeden Spieler von 9200 US-Dollar (Stand: 2024) haben sich die rot-weiß-roten Cracks bewahrt. Doch Österreichs Willensstärke wurde beim 3:2-Sieg n. P. über Slowenien ziemlich auf die Probe gestellt. Da passte es ins Bild, dass mit Dominic Zwerger und Brian Lebler zwei ÖEHV-Stürmer getroffen hatten, die bereits sehnsüchtig auf Zählbares gewartet hatten. „Wir haben eigentlich gut gespielt und viele Chancen, die Partie in 60 Minuten zu entscheiden. Aber Sloweniens Keeper war stark, sie haben mit allem, was sie hatten, verteidigt“, zog Verteidiger Clemens Unterweger ein erste Resümee.

Österreich startete druckvoll und temporeich in das Geschehen. Nach nur 17 Sekunden tauchte Marco Kasper alleine vor Slowenien-Goalie Horak auf, scheiterte jedoch. Eine weitere Großchance fand Bernd Wolf vor (4.). Der Verteidiger meldete sich nach dem Ruhetag zurück, schlug im Frankreich-Spiel mit dem Helm auf dem Eis auf. Auch Benjamin Baumgartner (Augenverletzung) und Dominic Zwerger (geblockter Schuss) waren an Bord. Team Austria trat in voller und gewohnter Stärke auf. Für Atte Tolvanen, der nicht mehr zurückkehrt, wurde übrigens Jung-Goalie Benedikt Oschgan nachnominiert.

Ein Powerplay hauchte den Slowenen Leben ein. Bei doppelter numerischer Überlegenheit fand ein abgelenkter Gregorc-Schuss ins Gehäuse. Aber: Zuvor hatte Robert Sabolic, vom Referee-Duo nicht registriert, den Puck mittels Handpass weitergeleitet. Und beinahe sorgten die Tavzelj-Truppe für das 2:0 (nach 4-1-Konter). Doch Österreich antwortete. Schneider setzte Dominic Zwerger in Szene, der mit einem Schuss zwischen Horaks Hosenträger das 1:1 erzielte. Und der Vorarlberger schritt mehrmals als „Polizist“ ein. Immer wieder hatten es die Slowenen auf Kasper abgesehen. Bei einem Querlatten-Streifschuss hatte Kainz Pech (18.).

Im zweiten Abschnitt sank der Intensitätsfaktor merklich ab. Österreich versuchte alles, wirkte jedoch verkrampft – wie so oft gegen Teams der unteren Niveauhälfte. Nur zwei Aspekte gilt es zu erwähnen: Peter Schneider blieb öfters der Torjubel im Hals stecken, ein Mal nach einem Hammer mit 166 km/h. Und ein Privatduell im vierminütigen Penaltykilling gegen Robert Sabolic entschied David Kickert für sich. Überhaupt war das Spiel geprägt von Strafen, verfügte auch hier nicht über die nötige Disziplin.

Österreicher mussten Nachsitzen

Solche Aktionen säumten auch den Schlussabschnitt, sowie eine große Anzahl von rot-weiß-roten Chancen. Kasper scheiterte an der Innenstange (50.), ehe Lebler einen Haudum Schuss zum verdienten 2:1 abfälschte. Doch der Jubel währte nur kurz. Bei angezeigter Strafe erzielte Sabolic aus dem Nichts das 2:2. Österreich drückte, gelang aber kein Treffer mehr.

In der Verlängerung stockte es weiterhin bei Team Austria. Im Penaltyschießen lief es umso flüssiger: Da trafen Lukas Haudum, erneut Zwerger und Benjamin Baumgartner zur Entscheidung – David Kickert hielt, auch ohne Beinstellen, alle Versuche der Slowenen und sicherte sich Österreich damit die Chance, ins Viertelfinale einzuziehen. Trotz Sieg ärgerte sich Unterweger: „Natürlich war es befreiend, dass wir keine Schnittpartie mehr spielen mussten. Teilweise hatten wir gegen die Slowenen zu kompliziert agiert, sind von unseren Prinzipien der letzten Spiele abgewichen. Wir wollten es teilweise zu schön machen.“

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