Eine Lizenzverweigerung in erster Instanz geht an niemandem spurlos vorüber. Doch sind gewisse Verhaltensmuster am Spielfeld, wie in der Begegnung gegen die WSG nachvollziehbar? Die Tiroler agierten zwar druckvoll – und auch wenn ein Strafstoß nach VAR-Kontrolle wieder aberkannt wurde, nutzten die Hausherren letztlich die Fehler des Gegners innerhalb von fünf Minuten zweimal aus.

Das Abwehrverhalten der Austria, die auf Martin Hinteregger sowie auf Ben Bobzien und Dikeni Salifou verzichten musste, war beim Eckball nicht vorhanden. Eine billige Standardsituation, in der Valentino Müller, der wohl kleinste Tiroler am Platz, unbedrängt zum Kopfball „antanzte“ und die Gelegenheit zum 1:0 nützte. Beim zweiten Treffer behinderten sich zwei Akteure, sodass der Dritte, Stefan Skrbo zum Handkuss kam. Die Problematik auf Seiten der Kärntner war das leichtfertige Abgeben der Bälle sowie zu zaghaftes und unentschlossenes Handeln.

Nur mehr Ergebniskosmetik

Ein ähnliches Bild zeigte sich auch nach Wiederanpfiff. Es dauerte genau drei Minuten, bis die Tiroler über das 3:0 jubelten. Der anschließende Treffer von Christopher Wernitznig sorgte nur für kurzes Aufbäumen, da die Tiroler erneut zweimal zuschlugen. Ergebniskosmetik im Finish durch die beiden Treffer von Nicolas Binder und Wernitznig waren zu wenig. Es war eine schmerzhafte 3:5-Klatsche, die die Klagenfurter am Tivoli einstecken mussten. Kein unwesentliches Faktum: Man hat inzwischen mehr Tore kassiert, als in der gesamten Vorsaison.

Die hängenden Köpfe nach Abpfiff sprachen Bände. Es muss sich schleunigst etwas ändern, denn in so einer Verfassung bleibt man im Tabellenkeller hängen. „Wenn man sich die Gegentore ansieht, ist das nicht bundesligareif. Wir machen es dem Gegner so einfach, das geht so einfach nicht. Wir müssen weg vom kompliziert spielen wollen sowie von den Zauberpässen“, verdeutlichte Christopher Cvetko und betonte: „Wir haben nun sieben Endspiele vor uns und da bringt es nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. In ein paar Tagen kommt die nächste Chance und das muss jedem bewusst sein.“

„Damit war die erste Verunsicherung da“

Coach Peter Pacult kritisiert jene Tatsache, „dass wir das im Vorfeld Besprochene nicht so umgesetzt haben. Ich habe sie gewarnt und gesagt, passt auf und seid nicht überrascht, wenn sie euch attackieren und vorne draufgehen und genau das ist eingetroffen. Damit war die erste Verunsicherung da, wir waren nicht im Spiel und sie haben von unseren Fehlern gelebt.“ Verwundert ist der Wiener darüber, dass „Standardsituationen ja bisher unsere Stärken waren und dann bekommt man so ein Tor. Mit Gewissen wird Tacheles geredet und es wird auch künftig klare Einteilungen geben, was wer übernimmt“, versichert Pacult und macht kein Geheimnis daraus, „dass die Drucksituation unten eine ganz andere ist“.

Aufarbeitung ist nötig, wartet kommenden Samstag das Heimspiel gegen den GAK, die sich nach dem 1:0-Erfolg gegen Altach an die Kärntner herangepirscht haben.