Der GAK fuhr als krasser Außenseiter zum LASK, präsentierte sich lange gut, hätte in Führung gehen müssen und verlor trotzdem. Wieder einmal auf unnötige Art und Weise. Denn Milos Jovicic zeichnete mit einem – vermeidbaren – Eigentor für den 1:0-Sieg der Linzer gegen den Aufsteiger verantwortlich. Der GAK übernimmt somit die Rote Laterne für den Tabellenletzten.
Mit Spannung erwartet wurde, wie GAK-Trainer Ferdinand Feldhofer das Fehlen des gesperrten Goalgetters Daniel Maderner kompensieren würde. Die Antwort: Er setzte auf eine offensive Dreierreihe bestehend aus Laszlo Kleinheisler, Tio Cipot und Zeteny Jano.
Gute GAK-Chancen
Offensiv funktionierte es nicht so schlecht. Dass der GAK zur Pause nicht in Führung lag, war angesichts der Verteilung der wirklich gefährlichen Chancen sogar durchaus erstaunlich. In Minute 24 hatten die Rotjacken gar eine Dreifachchance. Erst zog Kleinheisler im Konter direkt ab, scheiterte aber an Tobias Lawal. Beim folgenden Eckball entschärfte der LASK-Tormann einen Kopfball von Cipot, im Nachschuss traf Benjamin Rosenberger aus spitzem Winkel die Stange.
Aluminium war auch bei der besten Gelegenheit der ersten 45 Minuten im Spiel. In Minute 40 überwand Jano bereits Lawal, doch Philipp Ziereis rettete auf der Linie und bugsierte den Ball dabei an die Stange, von der das Spielgerät wieder ins Feld sprang.
Der GAK machte die Räume gekonnt eng und es dem LASK somit trotz spielerischer Überlegenheit schwer, vor das Tor zu kommen. Bei Abschlüssen von Christoph Lang (34.) und Sascha Horvath (36.) war Tormann Florian Wiegele nicht wirklich gefordert, kurz vor dem Pausenpfiff klärte er einen Weitschuss von Horvath über die Linie.
„In der ersten Halbzeit waren wir klar besser, hatten drei, vier Tausender. Da musst du einfach einen machen, wenn du hier gewinnen willst“, erklärte Dominik Frieser.
Unnötiges Eigentor
Nach dem Seitenwechsel agierten die Hausherren zielstrebiger. Gleich in den ersten Minuten musste sich Wiegele gegen Robert Zulj sowie gegen Ismaila Coulibaly auszeichnen. Die Linzer waren die aktivere Mannschaft. Doch wie der LASK in Führung ging, war in negativer Hinsicht sinnbildlich für diese so schwierige GAK-Saison. Milos Jovicic hätte in Minute 71 eine Hereingabe von Namensvetter Branko Jovicic durchlassen können, bugsierte den Ball jedoch per Kopf ins eigene Tor. Von einem vermeidbaren Gegentreffer zu sprechen, wäre eine Untertreibung. „Er wollte das natürlich nicht und wird selbst wissen, dass er sich unglücklich verhalten hat“, meinte Trainer Ferdinand Feldhofer.
Wiegele verhinderte gegen Samuel Adeniran, dass die Oberösterreicher umgehend auf 2:0 erhöhten. Offensiv gelang den Grazern im Bemühen um den Ausgleich wenig. In der Schlussphase spielte der GAK nach einer Gelb-Roten Karte für Melayro Bogarde in Überzahl. Mit einem Mann mehr bekamen die Steirer nach einem Handspiel von Ziereis einen Elfmeter zugesprochen – und nach VAR-Intervention wieder aberkannt. „Das hätte ich nicht als klare Fehlentscheidung interpretiert“, reagierte Feldhofer verständnislos.
Letzter? Feldhofer nicht beunruhigt
Christian Lichtenberger vergab in der Nachspielzeit die finale Chance auf den Ausgleich. Feldhofer betonte, trotz der Niederlage viele positive Erkenntnisse mit nach Graz zu nehmen. Das Abrutschen auf den letzten Platz beunruhigte den 45-Jährigen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht: „Vielleicht ist es sogar hilfreich und schärft unsere Sinne. Wir wissen, dass wir punkten müssen. Jetzt habe ich kein Problem, wenn wir auf dieser Position sind. Wichtig ist, dass wir am letzten Spieltag nicht dort sind.“