Tristes Wetter in Zagreb, Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Trotzdem konnte einem warm ums Herz werden, wenn man zusah, wie die U19 des SK Sturm den Einzug ins Achtelfinale der Youth League mit einem 1:1 nach 90 Minuten und einem 5:3 im Elfmeterschießen schaffte.
Senad Mustafic, Konstantin Schopp, Jacob Hödl, Richmond Osayantin und Jonas Wolf – ein Sturm-Kicker nach dem anderen marschierte mit Überzeugung zum Elfmeterpunkt und verwertete souverän. Weil Tormann Elias Lorenz den zweiten Elfmeter der Kroaten von David Katic parierte, ließ dies alle schwarz-weißen Dämme brechen.
„Als wir vor dem Elfmeterschießen im Kreis gestanden sind, habe ich gewusst, dass wir gewinnen, so groß war die Überzeugung der Jungs. Ich musste nicht viel reden, die Jungs haben übernommen. Es war überhaupt nicht schwer, jemanden zu finden, sondern man musste eher den einen oder anderen bremsen“, berichtete Trainer Christoph Wurm, dessen Debüt als Nachfolger von Jürgen Säumel mit einem Erfolgserlebnis endete. Das Szenario, dass die Entscheidung aus elf Metern fällt, wurde natürlich vorbereitet, schließlich war es in Ermangelung einer Verlängerung alles andere als unwahrscheinlich. „Aber im Moment der Emotion kommt es auf die Jungs an und ihre Nerven haben standgehalten“, so der Neo-Coach.
„Jeder will zum Erfolg beitragen. Ich bin zum Punkt, habe mich sicher gefühlt und gewusst, dass ich wie jeder andere auch verwandle. Wir waren zu hundert Prozent sicher“, jubelte Hödl und verriet, dass der eigene Tormann den Schützen Sicherheit gab: „Für mich ist es ein Schuss, ein Tor, und wenn man ihn nicht macht, hält eben ‚Lollo‘ den nächsten.“
Ein gelungener Mix
Der seit kurzem 18-Jährige gehört zu jenen, die bereits bei der Kampfmannschaft anklopfen. Entsprechend auffällig agierte er. Gleichzeitig wurde mit Jonas Peinhart ein 15-Jähriger eingewechselt. „Wir sind durchgemixt. 05, 06, 07, 08 oder 09 – wir haben viele Jahrgänge dabei. Aber wir haben einfach eine super Harmonie. Jeder versteht sich mit jedem, jeder glaubt an jeden, jeder gönnt jedem alles. Das ist nicht selbstverständlich und macht uns aus. Wir sind eine richtig geile Truppe“, sah Hödl im Teamgeist ein Erfolgsgeheimnis.
Dass Osayantin, der als Ersatz für den angeschlagenen Kapitän Leon Grgic in die Startelf rückte, das 1:0 erzielte, passte ins Bild. „Wir denken nicht in Problemen, sondern in Lösungen“, fand Wurm mit dem 17-Jährigen im Angriff eine taugliche und lobte: „Richie ist ein Typ, ein großherziger Mensch, der der Gruppe viel gibt, immer für einen Spaß zu haben ist und körperlich sehr gute Voraussetzungen hat.“
Das erste Pflichtspiel siegreich zu gestalten, war für Wurm logischerweise viel wert: „Das war für mein Trainerteam und mich sehr wichtig. Wir reden viel von Überzeugung und Mut. Dieser Erfolg gibt noch mal Rückenwind. Ich bin sehr stolz auf die Jungs.“
In der Runde der letzten 16 will Sturm weiterhin ein unangenehmer Gegner sein. Der Gegner wird am Freitag ermittelt, bei einem Heimspiel könnte das Stadion in Liebenau der Austragungsort sein. Neben Sturm zog auch Salzburg (gegen Celtic) ins Achtelfinale ein, Rapid scheiterte knapp mit 1:2 an Atletico. Wurm nach einem trotzdem erfreulichen Tag für den rot-weiß-roten Nachwuchs: „Für Fußball-Österreich ist das ein cooler Moment.“