„Einfach geil.“ Mirjam Puchner tat sich schwer damit, alles, was in ihr war, nach der WM-Silbermedaille zum Ausdruck zu bringen. Es sei unglaublich, da die Vorbereitung heuer so gut gewesen ist. „Nur kaum ist das erste Rennen losgegangen, ist es komplett nach hinten losgegangen, ich habe alles probiert, nicht gewusst, warum es nicht geht.“

Sie macht kein Geheimnis daraus, „dass es keinen Spaß gemacht hat.“ Es folgte die Influenza vor Garmisch, dann die Qualifikation für die WM und ihr war klar: „Ich will nicht nur Quali erleben, ich will mehr. Ich realisiere das noch gar nicht, habe mich von Tag eins wohlgefühlt, probiert, mich aufs Skifahren zu konzentrieren. Einfach geil“, sagt Puchner, die in ihrer Karriere schon einige Tiefschläge einstecken musste – 2017 etwa einen Schien- und Wadenbeinbruch plus Operationen. „Ich habe auch durch das gute Training keinen Druck verspürt, mich selten so gefreut. Es war richtig geil, ich habe mich wohlgefühlt, darauf muss man vertrauen und die Trainings geben noch mehr Vertrauen mit.“

„Sportler sind emotional“

Jeder hatte zu ihr gesagt, „dass es an mir liegt, aber es ist oft leichter gesagt als getan, fahren muss ich schon auch noch. Ich habe mich nicht als Favoritin gesehen, ich wollte mir nur im Ziel nichts vorwerfen. Damals war Joachim dabei, aber jetzt, wenn man schaut, was es für eine Megastimmung ist, wie viele Leute da sind, das ist für einen Athleten das, was man sich vorstellt. Wenn du einen gemeinsamen Weg gehst, so viele Höhen und Tiefen hast, dann kämpfst und die Früchte erntest, dann fließen viele Tränen, Sportler sind emotional.“

Ihr Bruder Joachim ließ auch seinen Emotionen freien Lauf: „So ein g‘standener Mann kann man da gar nicht sein, dass man keine glasigen Augen kriegt.“