Stefanie Groiss-Horowitz wird auf der Winkleralm, sozusagen auf halbem Weg der beiden WM-Abfahrten ins Ziel unten in Hinterglemm am Zwölferkogel sehr deutlich, wenn es um das Thema Skisport im ORF geht. „Bei einer Ski-WM im eigenen Land erwartet sich das Publikum Höchstleistungen, auch vom ORF – und das zu Recht!“, sagt sie und unterstreicht die Bedeutung der Skirennen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. „Ski-Events sind in diesem Land etwas, worauf man sich einigen kann. Und wenn so eine WM dann über den Sport hinausgeht, dann hält das die Gesellschaft. Und wir glauben, dass das wichtiger ist denn je“, erklärt sie. Logisch, dass der ORF sich daher in allen Belangen weit hinauslehnt: Die WM im eigenen Land ab 4. Februar muss auch vor den Bildschirmen „goldwürdig“ sein. Nicht nur in Österreich, denn man liefert die Bilder ja in alle Welt.

Rund 50 Personen zählt allein die redaktionelle Abordnung, die in Saalbach für Geschichten sorgen wird, es ist ein Mix aus altbekannten Stimmen und Gesichtern – wie Ernst Hausleitner, Oliver Polzer, Peter Brunner –, den bekannten Experten (Alexandra Meissnitzer, Nici Schmidhofer, Hans Knauß, etc.) und jungen, neuen Gesichtern, die alleine 50 Stunden live berichten, dazu alle Plattformen beliefern. Der ORF wird in aktuellen Sendungen ebenso vertreten sein wie mit dem „offiziellen“ WM-Podcast von Ö3, und, und, und. Das Budget? Darüber will man nicht reden. „Aber wir verschleudern hier keine Mittel. So etwas darf man nicht halb machen, das muss g‘scheit passieren“, betont Groiss-Horowitz, „wir bemühen uns sehr, dass diese Veranstaltungen umgesetzt werden, weil es sonst keiner so gut kann.“ Man ist sich durchaus der Tatsache bewusst, dass man just auf dem Skisektor eine Führungsrolle innehat. „Wir matchen uns mit der Schweiz Jahr für Jahr, wer was besser macht“, sagte Regisseur Michael Kögler, der ob seiner Bilder etwa auch für 2026 vom IOC verpflichtet wurde, die Olympischen Spiele zu übertragen. „Es soll so gut sein wie Kitz, haben sie gemeint“, sagt Kögler nicht ohne Stolz.

Die Lobeshymne auf den Skisport mag auch ein Fingerzeig für die Zukunft sein, die angesichts der Diskussionen in der FIS rund um die zentrale Vermarktung durchaus wackelt – wie ja aktuell auch die Zukunft des ORF in der neuen Regierung. „Natürlich brauchen wir dazu auch Planungssicherheit, wir müssen wissen, was wir uns noch leisten können. Aber wir werden alles tun, damit der Skisport im ORF bleibt. Und wir sind da selbstbewusst, auch nach außen. Wir sind ja nicht eine Nudelpartie im internationalen Skisport“, sagt sie.

Dafür verantwortlich ist zu einem Gutteil Michael Kögler, der abwehrt: „Ich allein kann da gar nichts. Dass wir so gut sind, liegt an einem großartigen Team. Auf diese WM etwa bereiten wir uns seit drei Jahren vor, begehen den Hang, suchen Kamerapositionen und immer neue Möglichkeiten. Die Entwicklungen sind enorm, wenn man etwa nur daran denkt, was seit der letzten WM 1991 hier alles möglich geworden ist.“ Das aktuelle Lieblingsthema: Drohnen. „Wir werden bis zu vier im Einsatz haben, weil man dank ihnen auch die Steilheit und das Tempo vermitteln kann.“ Es gehe darum, dass eben Kameraleute („Da braucht es Vertrauen und deren Fähigkeit, immer die richtigen Bilder zu nützen“), eine Idee der Geschichte („Wir liefern die Bilder, zu denen die Kommentatoren dann etwas erzählen können“)