Mit Sebastian Ofner und Dominic Thiem sind nicht zuletzt wegen des Olympiajahres die stärksten rot-weiß-roten Spieler angereist. Nach der Auslosung Freitagmittag ist klar, dass Thiem den Länderkampf am Samstag (13.00 Uhr MEZ/live www.oetv.tv) gegen die irische Nummer eins Michael Agwi eröffnet. Danach trifft Ofner auf Osgar O‘Hoisin.

Der erst 20-jährige Agwi hat zuletzt immerhin beim ITF-Turnier in Cadolzburg (GER) das Finale erreicht. Dadurch verbesserte er sich um 182 Ränge und scheint als 935. als einziger Ire innerhalb der Top 1.000 auf. Allein diese Tatsache untermauert die klare Favoritenstellung der Truppe von Jürgen Melzer. Ex-US-Open-Sieger Thiem wird aber keinen der Gegner unterschätzen. „Agwi hat letzte Woche bei einem Future erst im Finale verloren, der kann auf jeden Fall gut spielen. Er spielt richtig aggressiv und schnell“, ist der Weltranglisten-90. gewarnt. „Ich gehe mit dem Gefühl in die Partie, dass ich trotz alledem gut spielen muss, das Ranking von ihm ist egal.“ Er müsse seine Form abrufen, „sonst kann‘s böse Überraschungen geben.

Die Spieler berichteten von guten Trainingsbedingungen in der UL Sport Arena auf dem Universitätsgelände von Limerick „Es ist im Training ganz gut gegangen. Der Belag ist relativ langsam, die Halle ist sehr cool“, sagte Thiem.

Ofner spielt nach Thiem gegen O‘Hoisin. „Ich kenne ihn überhaupt nicht, habe kurz im Training zugeschaut. Wenn ich eine normale Leistung bringe, dann sollte es kein Problem sein.“ Besonderen Druck verspürt Österreichs Nummer 1 bzw. Nummer 40 gegen die Nummer 1.015 nicht. „Das ist relativ egal. Ich bin keiner, der sich Druck macht, ob ich jetzt besser oder schlechter im Ranking bin.“ Auch wenn Agwi zuletzt aufgezeigt hat, ist Ofner überzeugt, dass sein Team das bessere ist.

Alles andere als ein 3:0-Zwischenstand für Österreich nach dem Doppel am Sonntag wäre schon eine faustdicke Überraschung. ÖTV-Davis-Cup-Kapitän und -Sportdirektor Melzer tut sich bei der Einschätzung der gegnerischen Spieler schwer. „Wenn die Iren untereinander spielen, ist der Level nicht so greifbar. Es hat aber gut ausgeschaut, das sind beide echt gute Aufschläger. O‘Hoisin ist definitiv stärker in der Offensive, verteidigt hat er nicht so gut. Agwi spielt echt sehr aggressiv. Im Endeffekt müssen wir uns aber auf unsere Dinge konzentrieren. Die Jungs haben sehr gut trainiert, freuen sich auf morgen und sind definitiv ready.“

Am ehesten könnte etwas im Doppel passieren, glaubt der ehemalige Top-Ten-Spieler im Einzel und Doppel. „Im Doppel kann es immer auch schnell in die andere Richtung gehen. Aber natürlich sind unsere Spieler zu favorisieren und sollten es gewinnen.“