Rapid fühlt sich nach "intensiver Zeit" gut aufgestellt

Zu "Hütteldorfer Festspielen" will Rapid Wien die nächsten Freitag mit dem ÖFB-Cup-Auftaktspiel in Kufstein beginnende Pflichtspiel-Saison machen. Die sportliche Leitung des Clubs blickt zuversichtlich auf die kommende Spielzeit. Rückschläge durch Verletzungen in der Vorbereitung will Sportchef Fredy Bickel durch Neuzugänge, allen voran Rückkehrer Deni Alar, bestmöglich kompensiert haben.

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Für Bickel war die bisherige Transferperiode, die erst Ende August endet, schon jetzt eine "intensive Zeit." In diesem Ausmaß habe der Schweizer nicht damit gerechnet, auch wenn er mit einigen Abgängen spekulieren musste. Dass Verteidiger Lucas Galvao, mittlerweile beim deutschen Zweitligisten Ingolstadt unter Vertrag, die Hütteldorfer verlassen würde, hatte sich schon längere Zeit abgezeichnet. "Lucas hat relativ früh mitgeteilt, dass er die Chance packen würde, wenn er sie bekommt. Ich bin froh, dass er das so offen kommuniziert hat", konnte sich Bickel darauf einstellen.

Anstelle des Brasilianers wurde am Donnerstag der Kroate Mateo Barac mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet. "Mateo ist ein Spielertyp, den wir noch nicht haben", ist Trainer Goran Djuricin zufrieden. Mit seiner Körpergröße von 1,90 m sollte der jüngste Neuzugang auch kopfball- und zweikampfstark sein. Vor allem die Möglichkeit, mit den Wienern im Europacup spielen zu können, hat Barac nach Hütteldorf gezogen. Er selbst sein ein "einfacher Kerl", der auch sehr vielseitig ist. "Die Leute sagen immer, ich habe alles, aber ich muss es auch beweisen", erklärte der Kroate.

Während der Wechsel von Barac schon über längere Zeit vorbereitet wurde, war die Rückholaktion von Alar von Vizemeister Sturm Graz überraschender. "Wir mussten den richtigen Zeitpunkt abwarten", erklärte Bickel am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz. Nach der Verletzung von Philipp Schobesberger und Andrija Pavlovic sowie dem sich ankündigenden Abgang von Giorgi Kvilitaia, der momentan in Belgien mit KAA Gent Gespräche führt, sei dies nun "auf der Hand gelegen".

Alar, der Zweite der Torschützenwertung der vergangenen Bundesliga-Saison, dürfte nicht der letzte Offensivmann gewesen sein, der in der laufenden Periode verpflichtet wird. "Wir wollen abwarten, was mit Kvilitaia wirklich passiert, aber die Möglichkeit ist relativ groß, dass etwas geschehen wird", betonte der Sportchef.

Generell wolle man den Kader aber bis Ende August nicht mehr gravierend verändern. "Wir sind es der Mannschaft schuldig, dass dann auch Ruhe einkehrt", erklärte Bickel. Die Vorbereitung auf den Saisonauftakt dauert nun bereits drei Wochen an. Coach Djuricin ist mit Ausnahme des Verletzungspechs mit dem Verlauf der Trainings zufrieden. Ein erster Leckerbissen steht am Samstag mit dem Testspiel gegen den Hamburger SV im Allianz-Stadion auf dem Programm. "Das ist eine Geschichte, wo wir an die Ehre appellieren", nimmt der Trainer das Match durchaus ernst.

Mehr als 10.000 Karten wurden bis Freitag für die Begegnung mit dem Absteiger der deutschen Bundesliga abgesetzt, noch größer war der Andrang auf Tickets für das Abschiedsmatch von Steffen Hofmann am 22. Juli. Dafür haben sich bisher fast 20.000 Menschen eine Karte gesichert. In der grün-weißen Elf gegen die Hamburger wird wohl auch Alar auf dem Platz stehen. Von Djuricin bekam der Steirer schon vorab Lob. "Deni war ein Wunschspieler von uns allen, er ist ein sehr spielintelligenter Fußballer."

Der 20-fache Torschütze der Vorsaison betonte, sich schnell wieder bei Rapid zurechtgefunden zu haben, nachdem er bereits zwischen 2011 und 2016 beim Rekordmeister unter Vertrag gestanden war. "Es war eine super erste Woche. Die meisten Spieler kenne ich von früher", meinte der 28-Jährige. Zwar seien die Auswärtsspiele mit den Grazern in Wien "die schönsten" gewesen, aber "jetzt die Unterstützung der Rapid-Fans zu bekommen, ist etwas Besonderes."

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