Für Landertinger wurde mit Biathlon-Bronze Märchen wahr

Dominik Landertinger mag Pyeongchang, dort war er 2009 Biathlon-Weltmeister geworden. Doch dass er in Südkorea heuer auch eine Olympia-Medaille, Bronze im 20-km-Einzelbewerb am Donnerstag, holen würde, das hätte er vor wenigen Monaten nicht zu träumen gewagt. Eine zweimonatige Zwangspause nach einer Bandscheibenoperation hatte das Unternehmen Olympia infrage gestellt.

© APA (AFP)
 

"Ich bin am Anfang nur Nordic Walken gegangen, habe mich eigentlich bei den Pensionisten drangehängt", sagte der 29-Jährige nach dem Gewinn seines vierten Olympia-Edelmetalls der APA. "Dass ich jetzt mit einer Medaille dastehe ist ein Traum. Unvorstellbar."

Die versäumten Trainingseinheiten spürt er immer noch, läuferisch hat er die Klasse früherer Tage nicht erreicht. Doch der Hochfilzener schaffte es über eine fehlerfreie Schießleistung auf das Podest. Und mit Köpfchen, denn das Letzte gab er auf der Loipe erst, nachdem auch die 20. und letzte Scheibe getroffen war.

Landertinger gilt als Spezialist für Großereignisse. Da versteht es der von ÖSV-Chefcoach Reinhard Gösweiner betreute Tiroler, die Form punktgenau zu planen. Im Weltcup hält er bei zwei Siegen, doch die Zahl seiner Medaillen schraubte er am Donnerstag schon auf acht.

Mit 20 Jahren war der in Braunau (Oberösterreich) geborene und mit vier Jahren mit den Eltern nach Tirol übersiedelte Athlet erstmals den Vorschusslorbeeren (acht Junioren-WM-Medaillen) gerecht geworden. Da holte er in Pyeongchang WM-Gold im Massenstart und Staffel-Silber. Vor vier Jahren in Sotschi eroberte er hinter dem legendären Ole Einar Björndalen Olympia-Silber im Sprint - und vier Jahre später war er wieder in den Top drei. Der Weg kam diesmal aber einem Märchen gleich.

Landertinger gilt als enorm zielstrebig. "Er hat immer gewusst, was er will", beschrieb Gösweiner den als "kompletten Biathleten" ausgebildeten Tiroler. Als junger Athlet hatte er im Nationalteam viel von Christoph Sumann und Co. profitiert, mittlerweile hat er sie bei der Zahl seiner Erfolge alle hinter sich gelassen und ist der erfolgreichste Biathlet des ÖSV.

Landertinger hat im Gegensatz zu Quereinsteigern wie Sumann und Daniel Mesotitsch den Biathlonsport von der Pike auf gelernt. Er begann mit zehn Jahren in der Skihauptschule Saalfelden und arbeitete schon während der folgenden Ausbildung zum Maschinenbautechniker im Nordischen Zentrum Eisenerz mit Gösweiner zusammen. Seither lebt er voll für seinen Sport. Ein Karriere-Ende ist nicht in Sicht, und Landertinger hofft, dass es auch künftig Weltcups in Pyeongchang geben wird.

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Anndrea
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Gratulation

Dominik zur Bronze-Medaille - großartige Leistung!

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