Titelverteidiger Salzburg erreichte vor 15.064 Fans in Wals-Siezenheim gegen Rapid nach Toren von Karim Konate (87.) und Marco Grüll (96./Elfmeter) nur ein 1:1. Dass man gegen Grün-Weiß seit 22 Pflichtspielen unbesiegt ist, dürfte für die "Bullen" nur ein schwacher Trost sein, zumal sich Einserstürmer Fernando wieder verletzte. Die auf Rang drei verbesserten Rapidler verzeichneten in der ersten Hälfte ein klares Chancenplus. Bereits in der dritten Minute verfehlte Christoph Lang nur haarscharf das Ziel, wenige Sekunden später flog ein Schuss von Guido Burgstaller am langen Eck vorbei. Die Salzburger hatten vorerst mit Ausnahme eines von Niklas Hedl parierten Fernando-Schusses (17.) in der Offensive nichts zu melden. Die neuformierten Gastgeber fanden erst gegen Ende der ersten Hälfte besser ins Spiel, ein Kopfball von Konate, der Fernando ersetzte, sorgte für Gefahr (45.+4).
Die zweite Hälfte kontrollierte das Team von Gerhard Struber mittlerweile klar das Geschehen, wurde aber - abgesehen von einem Konate-Abschluss, den Hedl abwehrte (68.) - lange nicht wirklich gefährlich. Das änderte sich in der 87. Minute. Der eingetauschte Petar Ratkov brach links durch, seine Vorlage kam über Nikolas Sattlberger zu Konate, der zum vermeintlichen Sieg einschoss. Rapid warf noch einmal alles nach vorne, Für den Ausgleich zeichnete Marco Grüll verantwortlich - der Führende der Torschützenliste knallte einen durch ein Handspiel von Aleksa Terzic verursachten Elfmeter unter die Latte. Damit ist Rapid in diesem Jahr weiterhin ungeschlagen.
Sturm gewann vor 14.917 Zuschauern verdient gegen den LASK. Alexander Prass (20.) erzielte drei Tage nach dem Cup-Halbfinaltriumph über Salzburg das Goldtor, das Sturm in der Meistergruppe sieben Runden vor Ende alle Chancen im Titelkampf lässt. Die Grazer gaben von Beginn an den Ton an. LASK-Goalie Tobias Lawal verhinderte mit einer Fußabwehr gegen Mika Biereth den ersten Treffer (18.), wenig später war es soweit: Infolge einer schlecht geklärten Flanke schloss Prass mit einem satten Flachschuss aus 15 Metern zum 1:0 ab. Dann hatten die LASK-Fans ihren großen Auftritt. Während ihres Protests gegen die Auswärtsdressen der Linzer flogen zahllose Gegenstände auf das Spielfeld, die fünfminütige Unterbrechung konnte den Spielfluss der Hausherren aber nicht bremsen. Ein Tor gab es aber in der ersten Halbzeit nicht mehr.
Nach gut zehn chaotischen Anfangsminuten des zweiten Abschnitts riss Lawal aus Kurzdistanz gegen Biereth die Arme geistesgegenwärtig in die Höhe (59.), kurz davor hatte LASK-Akteur Sascha Horvath den Ball weit über das Grazer Tor gejagt. Sturm übte sich weiter im Vergeben von Chancen: Lawal war gegen Otar Kiteishvili zur Stelle (66.). Der LASK, gezwungen zu offensiverem Vorgehen, tauchte nun öfters gefährlich vorne auf, die dickste Chance vergab Moses Usor, dessen Schuss Beute von Sturm-Goalie Vitezslav Jaros wurde (73.). Für mehr reichte es in einer letztlich offenen Partie auch gegen sichtlich müder werdende Grazer aber nicht mehr. Der LASK konnte eine Woche nach dem erleichternden "Dreier" gegen Klagenfurt trotz Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel nicht nachlegen, traf einmal mehr nicht und kommt nur auf einen Sieg aus den jüngsten acht Ligapartien.
Die beiden Underdogs in der Meistergruppe, Austria Klagenfund und TSV Hartberg, teilten in einer turbulenten Partie die Punkte. Hartberg war durch einen Elfmeter von Maximilian Entrup (25.) und den starken Dominik Prokop (45.+1) zweimal in Führung gegangen, Kosmas Gkezos (28.) und Andrew Irving per Elfmeter in der 98. Minute schafften zweimal den Gleichstand. Damit ist Hartberg auch nach sieben Bundesliga-Duellen mit Klagenfurt weiter sieglos (fünf Niederlagen, zwei Remis). Die Gäste hatten auch Glück, dass Schiedsrichter Florian Jäger eine Rote Karte gegen Jürgen Heil nach VAR-Check zurücknahm (75.).
Am Freitag und Samstag hatte es in der Qualifikationsgruppe drei Unentschieden gegeben. Die Partien Altach gegen WSG Tirol und Blau-Weiß Linz gegen den WAC endeten torlos, die Austrias aus Wien und Lustenau trennten sich mit einem 1:1.