Das Aushängeschild der Milwaukee Bucks in der NBA mag zwar das große Zugpferd hinter der Produktion sein, doch machte er bei einer virtuellen Pressekonferenz schnell deutlich, dass es keineswegs "nur" seine Lebensgeschichte ist, die von Regisseur Akin Omotoso und Drehbuchautor Arash Amel erzählt wird. "Deshalb heißt dieser Film auch 'Rise'. Wir alle haben dieselbe Mentalität. Wir stellten uns die Frage, wie wir diese Freude teilen können. Begonnen haben wir mit nichts, aber als Familie sind wir gewachsen und aufgestiegen."

Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Seine Eltern Veronica und der 2017 verstorbene Charles kamen Anfang der 1990er als Wirtschaftsflüchtlinge von Nigeria nach Griechenland, um sich und ihren teils in der neuen Heimat geborenen Söhnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Doch es folgten viele Jahre des beinharten Überlebenskampfes, waren Arbeitserlaubnis und Aufenthaltsbewilligung doch lange in weiter Ferne. Letztlich war es das Basketballtalent von Giannis und seines älteren Bruders Thanasis, das der Familie etliche Türen öffnen sollte - und die Brüder in die beste Basketballliga der Welt, die NBA, brachte.

Mittlerweile spielen Giannis und Thanasis gemeinsam bei den Bucks, der jüngere Bruder Kostas ist bei den Los Angeles Lakers engagiert und wurde sogar noch vor den beiden Älteren zum NBA-Champion. Als Vierter im Bunde ist Alex in der NBA G League aktiv. "Oft erzählt man seinen Kindern, wie man selber aufgewachsen ist, woher man gekommen ist", meinte Thanasis. "Jetzt können sie und alle da draußen es auf dem Bildschirm sehen, wie es für uns war. Ich hoffe, der Film gibt allen ein gutes Gefühl und vermittelt, was man in seinem Leben erreichen kann!"

Diese Einstellung wird nicht nur von der Familie, sondern auch im Film regelmäßig hervorgehoben. "Für uns ging es immer darum, selbstlos zu sein", erzählte Alex, "andere vor uns zu stellen. Das stand für uns Brüder immer im Fokus. Wahrscheinlich erklärt sich deshalb auch, dass ich viel nervöser bin, wenn ich ihnen beim Spielen zuschaue, als wenn ich selber spiele", lachte er. Nun die eigene Geschichte, vor allem aber jene der Eltern als Film zu sehen, sei sehr emotional gewesen, betonte Giannis. "Natürlich kennst du deine Geschichte, aber sie so zu erleben - das ist etwas ganz anderes. Etwa, als meine Eltern anfangs bei der Flucht in der Türkei gezeigt werden: Man sieht wirklich die Angst in ihren Augen."

Für Filmemacher Omotoso, der auf eine sehr geradlinige Inszenierung setzt und vielfach die Geschichte für sich selbst sprechen lässt, war es "ein Privileg", mit den Antetokounmpos zusammenzuarbeiten. "Sie waren durchwegs engagiert und sehr großzügig", sagte er im APA-Interview. "Diese Energie anzapfen zu können, hat sich auch am Set bemerkbar gemacht. Ich habe der Crew immer versucht deutlich zu machen, in welchem Umfeld wir gerade arbeiten", spielte er auf die Coronapandemie an. "Wer hätte das vorhersehen können? Es war ein Glücksfall, dass wir überhaupt arbeiten konnten - also sollte es auch etwas bedeuten."

Für ihn sei letztlich wichtig, "die Essenz" der Figuren zu vermitteln. Das sei nicht auch deshalb möglich gewesen, weil die Brüder Giannis und Thanasis von Uche und Ral Agada verkörpert wurden - einem weiteren Brüderpaar. "Natürlich mussten sie die Nuancen ihrer Charaktere einfangen und darstellen, aber letztlich haben sie sich selbst gespielt", so Omotoso. "Sie mussten aber viel arbeiten, um an diesen Punkt zu gelangen - von den körperlichen Aspekten bis zum Akzent. Mir war wichtig, dass man den Film auch genießen kann, wenn man vorher nicht weißt, wer Giannis und Thanasis sind. Alle Ebenen sind bedeutsam."

(S E R V I C E - )