Vor drei Tagen bezog Visky in Krems für eine fünfwöchige Residency des Unabhängigen Literaturhauses Niederösterreich ein Atelier mit Blick auf Stift Göttweig und die Donau. Die Donau spiele eine große Rolle in seinem Leben, schilderte er bei einem "literarischen Gespräch" mit Literaturhaus-Leiter Michael Stiller und Márton Méhes, dem Direktor des veranstaltenden Collegium Hungaricum Wien, sei doch seine Mutter in Budapest geboren und er als Zweijähriger mit ihr und seinen sechs Geschwistern in ein Lager in die an die Donau grenzende Bărăgan-Steppe deportiert wurden. Von den unfassbaren Bedingungen dieser "Aussiedlung" erzählt sein Buch.
Wien
"Die Aussiedlung": András Visky liest am Donnerstag in Wien
András Viskys Roman "Die Aussiedlung" hat den 1957 geborenen Dramatiker und Regisseur in eine andere Umlaufbahn geschleudert. In Ungarn ist das 2022 veröffentlichte Buch schon in der neunten Auflage, die kürzlich erschienene deutsche Übersetzung von Timea Tankó rangiert auf vielen Bestenlisten und wurde soeben auch für den Leipziger Buchpreis in der Sparte Übersetzung nominiert. "Derzeit renne ich meinem Buch keuchend hinterher", sagte Visky am Mittwochabend in Wien.
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