"Dieses Lied / ist dem gewidmet, / der mich in einem Flur voller Schlangen fickte, / bis meine Augen weiß und zu Knochen wurden", hebt die Textfläche der aus Israel stammenden und in Berlin lebenden Autorin an, die die 1991 geborene Regisseurin Harnischmacher auf drei Personen aufgeteilt hat. Hintergrund ist der griechische Mythos über Medusa, die Pallas Athene nach der Vergewaltigung durch Poseidon aus Wut in das berühmte Ungeheuer mit Schlangenhaaren verwandelte. "Like Lovers Do" ist ein als Elegie getarnter zorniger Rundumschlag, der sexualisierte männliche Gewalt in den Fokus rückt. Angesichts der jüngsten Schlagzeilen ein Thema, das nach wie vor (oder mehr denn je?) auf möglichst breiter Basis ins Scheinwerferlicht gehört. Doch mit welcher bedingungslosen Allgemeingültigkeit Yishai hier den Mann an sich und seinen Penis im Speziellen durch den Reißwolf schickt (dazu später), wird im Laufe des knapp 90-minütigen Abends zu einem zweifelhaften Unterfangen.