Es war das "zu knappe Lendentuch", eine "abstoßende Beinhaltung" oder der "Bubikopf" des vor 100 Jahren gemalten Christus, der in Klerus, Bevölkerung und Zeitungen über die Landesgrenzen hinaus die heftige Kritik und auch Uneinigkeit hervorrief, erzählte der Osttiroler Erich Mair, Kunstsachverständiger und profunder Kenner von Egger-Lienz' (1868-1926) Werk, im APA-Gespräch. Für den tief gläubigen Egger-Lienz war es dagegen der "schönste Christus, der je gemalt worden ist."
Lienz/Vatikanstadt
Der "verbotene Auferstandene" von Egger-Lienz wird 100
Es ist wohl eine der bittersten Episoden im Leben des Osttiroler Malers Albin Egger-Lienz, die sich kurz vor seinem Tod im Jahr 1925 zugetragen hat: Der Skandal um das Fresko "Der Auferstandene" in der Lienzer Kriegergedächtniskapelle. Die als zu wenig göttlich empfundene Darstellung des Christus passte Teilen des Klerus und der Bevölkerung nicht ins Bild. Die Causa wurde bis nach Rom getragen. Ein 57 Jahre währendes Verbot von Gottesdiensten in der Kapelle war die Folge.