Wie wenige andere steht die 1940 als Waltraud Lehner in Linz Geborene für die Einheit von gesellschaftlichem, künstlerischem und persönlichem Aufbruch. Emanzipation sei für sie selbstverständlich gewesen, sagt sie. "Ich bin in einem sogenannten Frauenhaushalt aufgewachsen. Meine Mutter war Kriegswitwe. Wir waren drei Schwestern, und unsere Mutter musste das Leben mit ihren drei Mädchen gestalten. Ihr Ziel war, dass jede ihre Töchter studieren kann, um einen besseren Start zu haben und ihr eigenes Geld zu verdienen. Mit diesem Gedanken bin ich aufgewachsen und erzogen worden - und diesen Gedanken wollte ich weitergeben. Weil ich wusste, das ist der richtige Gedanke. Es war aber schwierig, das zu vermitteln."