Unter anderem ging daraus hervor, wie der bis Februar 2023 in Wien lebende russlandkritische Investigativ-Journalist Christo Grozev von der von Roussev kommandierten sechsköpfigen Truppe beschattet wurde. Marsalek, der hinter dem im Chat genutzten Pseudonym "Rupert Tiecz" stecken soll, ließ sich etwa im Detail informieren, in welchem Winkel "Teleskope" in einer eigens angemieteten Wohnung vis-a-vis des Gebäudes angebracht wurden, in dem Grozev seinen Wohnsitz hatte. Auch über einen Einbruch in die Wohnung Grozevs, im Zuge dessen ein Laptop aus einem Tresor entwendet, über Sofia nach Istanbul verbracht und dort mutmaßlich von einem Vertreter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB "abgeholt" wurde, tauschten sich die Männer aus.
Wien
Brisante Chats im Spionage-Prozess gegen Egisto Ott erörtert
Am zehnten Verhandlungstag im Spionage-Prozess gegen den Ex-Chefinspektor im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Egisto Ott, wurden am Donnerstag Chats verlesen. Sie dokumentieren laut Anklage Unterhaltungen zwischen dem ehemaligen Wirecard-Vorstand und nunmehrigem mutmaßlichen russischen Agenten Jan Marsalek und Orlin Roussev, dem Chef einer für Marsalek tätigen, von London aus operierenden Agenten-Zelle. Sie waren von durchaus brisantem Inhalt.
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