Die an diverse Institutionen versendeten anonymen Briefe erheben mehrere Vorwürfe - von Nötigung über Missbrauch bis zu Streitereien bei Postennachbesetzungen, so das Landesstudio. Stefan Pfandler, Leiter des Landeskriminalamts Niederösterreich, ortete im Gespräch mit dem ORF einen "sehr undurchsichtigen Fall". Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wegen versuchter Nötigung und Verleumdung richten sich gegen unbekannte Täter, wie auch "Heute" berichtete.

Leitungsstil im Fokus

Auftrag der Apostolischen Visitation dürfte laut Dekret sein, "den Leitungsstil der Abtei in ihrer Gesamtheit sowie das persönliche Führungsverhalten des Abtes eingehend zu prüfen". Ein weiterer Schwerpunkt liegt Kathpress zufolge "auf der Frage, wie mit Vorwürfen von Missbrauch und anderen schwerwiegenden Verfehlungen verfahren wird".

Zudem sollen etwa die Verfahren zur Unterscheidung von Berufungen, die Anfangsphase der Ausbildung sowie die kontinuierliche Weiterbildung innerhalb der Gemeinschaft geprüft werden. Mit der Visitation beauftragt wurden laut einem von einem italienischen Onlineportal veröffentlichten und auf Deutsch verfassten Schreiben vom 5. Juni der Generalabt der Benediktiner, Jeremias Schröder, und die österreichische Ordensfrau Sr. Christine Rod von den Missionarinnen Christi.

Seitens des Stiftes Heiligenkreuz wurde volle Transparenz zugesichert. Den exakten Hintergrund der Visitation wisse man jedoch nicht. Auch Salzburgs Erzbischof Franz Lackner verwies hinsichtlich des genauen Auftrags der Apostolischen Visitation am Mittwoch auf das päpstliche Geheimnis.