Wie der DSN-Beamte ausführte, hatten die heimischen Behörden im Juni 2020 über Europol von einem "IS-Influencer-Profil" erfahren. 700 IP-Adressen mussten in weiterer Folge überprüft werden, wobei man bei der Suche nach dem IS-Propagandisten ohne fremde Hilfe nicht weitergekommen wäre. Ohne "internationalen Austausch" wäre man "an der heimischen Rechtslage gescheitert", sagte der Zeuge. So aber habe der Verfassungsschutz mehr Informationen bekommen und konnte schließlich eigenständig Beweismittel sichern, darunter ein Foto, das der gesuchte Influencer offenbar mit einem Smartphone aus einer Zelle in einer Justizanstalt aufgenommen hatte. Man habe "Puzzlesteine" zusammengetragen, darunter auch ausgelesene Chats.
Wien
"Glückstreffer" führte auf Spur des IS-Mannes Lorenz K.
Am Wiener Landesgericht ist am Montag der zweite Terror-Prozess gegen den im April 2018 zu neun Jahren Haft verurteilten IS-Terroristen Lorenz K. fortgesetzt worden. Ein als Zeuge vernommener Vertreter der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) bezeichnete es als "Glückstreffer", dass die inkriminierten Aktivitäten des in der Justizanstalt (JA) Graz-Karlau inhaftierten 25-Jährigen aufgedeckt werden konnten. Die Verhandlung wurde auf den 31. Juli vertagt.
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