Bei dem vom "Wissenschaftsnetz Diskurs" veranstalteten Pressegespräch haben neben Kohlenberger von der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien, der Virologe Andreas Bergthaler von der Medizinischen Universität Wien und dem Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Politikwissenschafter Reinhard Steurer, Professor für Klimapolitik an der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien, Ursachen, Mechanismen und Auswirkungen der Wissenschaftsfeindlichkeit in Österreich am Beispiel der Corona-Pandemie, der Migration und der Klimakrise beleuchtet. Hintergrund ist das seit Jahrzehnten in Umfragen den Österreichern bescheinigte geringe Interesse an Wissenschaft, verbunden mit einer ausgeprägten Wissenschaftsskepsis.
Chronik
Plädoyer für "engagierte statt distanzierte Wissenschaft"
Gegen eine distanzierte und für eine "engagierte Wissenschaft" plädierte die Migrationsforscherin Judith Kohlenberger am Dienstag bei einer Pressekonferenz zum Thema "Wissenschaftsskepsis". Forscher sollten sich "den Problemlagen der Welt annehmen, Lösungen anbieten, den Diskurs nicht scheuen und zu großen Fragen eine aus wissenschaftliche Evidenz genährte Haltung haben. In diesem Zusammenhang wünschte sie sich "keine expertenhörige, sondern eine expertenzuhörende Politik".