Verspätungen, Flug- oder Zugsausfälle, Überbuchung, Nichtbeförderung, fehlende Informationen über Fahr- und Fluggastrechte, fehlende Hilfeleistungen oder Nichteinhaltung der Rechte von Menschen mit Behinderungen. All das sind Fälle, bei denen die apf in den vier Verkehrsbereichen vermitteln kann. Insgesamt 4.264 Schlichtungsverfahren wurden eröffnet, 3.000 mehr als noch 2021, berichtete Maria-Theresia Röhsler, Leiterin der apf bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien. Vor der Pandemie sowie 2020 waren es jedoch noch mehr gewesen. Im Vorjahr wurden somit im Schnitt zwölf Verfahren pro Tag eröffnet. "Angesichts des gestiegenen Reiseaufkommens im Jahr 2022 war leider auch mit einem Anstieg an Unregelmäßigkeiten zu rechnen", sagte Röhsler. Ein Großteil der Entschädigungen entfällt auf Verfahren zu kurzfristigen Flugausfällen. Im Durchschnitt dauert ein Verfahren bei der apf 31 Tage - eine deutliche Verbesserung zum Wert des Vorjahres (87 Tage).
Chronik
Reisende bekamen 2022 durch Schlichtungsstelle 1,6 Mio. Euro
Die Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (apf), die Schlichtungs- und Durchsetzungsstelle für den Bahn-, Bus-, Schiffs- und Flugverkehr in Österreich, hat im Vorjahr mehr als 1,6 Millionen Euro für Reisende in mehr als 4.200 Verfahren erwirkt. Das ist ein deutliches Plus gegenüber 2021, besonders im Bahnbereich. Hier gab es einen Allzeitrekord an Anfragen, 888 Schlichtungsverfahren wurden im Bahnbereich abgeschlossen. Bahn- und Fluggäste erhielten im Schnitt je 448 Euro.
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