Imst an einem sonnigen, aber kühlen Herbsttag. Die Innenstadt ist nicht allzu belebt. Nur einzelne Passanten gehen an der Johanneskirche vorbei. Jenem Ort, vor dem bis Donnerstag noch ein Gmeiner-Denkmal stand. Jahrelang gehörte diese Bronzestatue und ein weiteres Denkmal vor dem nahe gelegenen Pflegezentrum schlicht zum Ortsbild. "Als ich das letzte Mal aus dem Fenster gesehen habe, war es noch da", sagt eine Angestellte in einem nahe der Johanneskirche gelegenen Café im Zuge eines APA-Lokalaugenscheins. Dass es jetzt quasi über Nacht plötzlich verschwunden ist, habe sie noch gar nicht bemerkt. Ansonsten signalisiert die junge Frau weitestgehend Gleichgültigkeit. Sie habe sich mit dem Thema nicht beschäftigt und auch "keine wirkliche Meinung dazu."
Imst
SOS-Kinderdorf: Stadt Imst in "Schockstarre"
SOS-Kinderdorf, deren Gründer Hermann Gmeiner und Imst: Eine besondere Beziehung. In der kleinen Stadt im Tiroler Oberland wurde 1951 das weltweit erste Kinderdorf eröffnet. Von hier aus nahm die Idee ihren Lauf, die daraufhin die Welt eroberte. Der Name Hermann Gmeiner wiegt schwer. Angesichts der Missbrauchsvorwürfe gegen den 1986 Verstorbenen ist man in "Schockstarre" versteht aber Konsequenzen wie das Abmontieren von Denkmälern und Diskussionen um Umbenennungen.
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