Diplomaten melden Raketenangriff aus Tigray auf Eritrea

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ist Eritrea Ziel eines Raketenangriffs aus der benachbarten äthiopischen Unruheregion Tigray geworden. Wie die Nachrichtenagentur AFP von mehreren Diplomaten erfuhr, schlug am Freitagabend mindestens eine Rakete aus Tigray in der Nähe der eritreischen Hauptstadt Asmara ein. Über Verletzte oder Schäden war demnach zunächst nichts bekannt.

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"Eine Rakete aus Tigray ist offenbar südlich von Asmara eingeschlagen", sagte einer der Diplomaten. Ein anderer Diplomat zitierte Berichte, wonach eine weitere Rakete ein Viertel von Asmara getroffen habe. Eine Bestätigung dafür gab es aber zunächst nicht.

Internationale Regierungen und Experten befürchten, dass sich der Konflikt zwischen der äthiopischen Armee und der Regionalregierung von Tigray auch auf die Nachbarländer ausweiten könnte. In Äthiopien bekämpfen sich seit drei Wochen die Armee und die in Tigray regierende Volksbefreiungsfront (TPLF), die den seit rund eineinhalb Jahren regierenden Ministerpräsidenten Abiy Ahmed nicht anerkennt. Die TPLF wirft der Regierung in Addis Abeba vor, in dem Konflikt auch eritreische Kämpfer anzuwerben. Dies weist die Regierung in Asmara zurück.

Vor rund zwei Wochen war der Flughafen von Asmara mit Raketen beschossen worden. Zu den Angriffen hatte sich der Präsident von Tigray, Debretsion Gebremichael, bekannt. Zu den Raketenangriffen vom Freitag äußerte sich zunächst weder die Regierung in Tigray noch die eritreische Seite.

Der Konflikt in Äthiopien war zuletzt eskaliert. Am Donnerstag sprach Abiy vom Beginn der "dritten und letzten Phase" im Kampf gegen die TPLF. Äthiopische Soldaten umstellten die Regionalhauptstadt von Tigray, Mekelle. Internationale Regierungen warnten vor einer Offensive auf die Stadt mit einer halben Million Einwohnern und vor Verstößen gegen das Kriegsrecht.

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