Prozesse gegen Identitäre nach Audimax-Störaktion vertagt

Am Bezirksgericht Baden ist der Prozess gegen 17 Mitglieder der rechtsradikalen "Identitären Bewegung Österreich" wegen einer Störaktion im Audimax der Universität Wien im April 2016 am Donnerstagabend vertagt worden. Weitere Zeugen sollen geladen werden. Ein neuer Termin dürfte im März oder Mai angesetzt werden.

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Das Verfahren wurde unter anderem vonseiten der Hochschülerschaft beobachtet. "In der heutigen mehrstündigen Verhandlung verhielten sich die Mitglieder der Identitären uneinsichtig, skrupellos und bewiesen damit ihre Rohheit und ihr menschenverachtendes Gedankengut", stellte Lena Köhler (GRAS) vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien fest. "Sie schrecken, wie mehrere Zeugen heute belegten, auch nicht vor Gewalt zurück, um ihre rechtsextremen Ideologien zu propagieren. Das beweist einmal mehr die Gefährlichkeit der Identitären", hieß es in dem Statement. Außerdem sei die Anklage wegen Körperverletzung, die einem Beschuldigten vorgeworfen wurde, aufgrund der Aussage einer Zeugin auf den Erstangeklagten, Sprecher der "Identitären", ausgedehnt worden.

Die ÖH hatte damals das Theaterstück "Schutzbefohlene performen Jelineks Schutzbefohlene" organisiert, als Aktivisten, die heute vor Gericht von einer friedlich geplanten, politischen Aktion sprachen, ins Audimax eindrangen. "An diesem Abend wurden traumatisierte Geflüchtete mit Kunstblut bespritzt", wurde in der Aussendung der ÖH betont. Die Vorführung musste unterbrochen werden, einige Darsteller seien nicht mehr in der Lage gewesen, die Performance fortzusetzen. Eine derartige menschenverachtende Aktion müsse nun endlich zu Konsequenzen führen.

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