Ein Notstromaggregat für jeden HaushaltIst das notwendig?

Welche Lösungen gibt es, um bei einem Blackout einen Notstrom-Betrieb im Privatbereich zu erhalten? Das dabei oft genannte Notstromaggregat ist dabei wahrscheinlich nicht das erhoffte „Allheilmittel“!

Echte Photovoltaik-Notstrom-Stromspeicher sind noch Mangelware. Sie müssen für einen „Inselbetrieb“ vorbereitet sein, über die entsprechende Netztrennung sowie einen Batterie­speicher ­verfügen © anatoliy_gleb
 

Die Idee klingt verlockend – ein eigenes Notstromaggregat hilft mir, im Ernstfall meine Energie selbst zu erzeugen und die Zeitspanne eines Blackouts ohne größere Komforteinbußen, zu überbrücken. Doch welche Geräte sind hier gemeint?
Leistungsstarke Standgeräte, die fix in den Stromkreislauf angebunden sind, wohl eher nicht. Diese sind für Privathaushalte kaum sinnvoll und kommen nur in wichtigen Infrastruktureinrichtungen wie Spitälern, bei Einsatz- und Hilfsorganisationen oder speziellen Betrieben in der Landwirtschaft zum Einsatz. Die hohen Anschaffungskosten, der große Platzbedarf, strenge Vorschriften und umfangreiche Elektroinstallations­arbeiten machen diese Lösung für ein Privathaus eher uninteressant.

An kleine, mobile Notstromaggregate können auch direkt Stromabnehmer angeschlossen werden. Diese Klein-­Aggregate sind in der Anschaffung durchaus leistbar, man sollte allerdings nicht vergessen, dass bei ihrem Betrieb einiges zu beachten ist. Die Wahl des Aufstellungsortes zum Beispiel, denn es handelt sich um Geräte mit Verbrennungsmotor – ein Betrieb in geschlossenen Räumen wird nicht möglich sein. Oder der Treibstoff – selbst kleinere Aggregate benötigen rund einen Liter Treibstoff pro Betriebsstunde. Dieser Treibstoff muss gelagert und regelmäßig „umgewälzt“ werden. Die Treibstoffbevorratung schafft allerdings ein zusätzliches Sicherheitsproblem (Brandlast), das oft übersehen wird.

Photovoltaikanlagen produzieren selbst Strom, sind aber großteils vom Stromnetz abhängig und funktionieren daher bei einem Stromausfall ebenfalls nicht. Außer sie wurden für einen „Inselbetrieb“ vorbereitet. Das ist bei bestehenden Anlagen aber aus Kostengründen meist nicht der Fall. Deshalb der Tipp: Bei einer Neuinstallation ist eher einer inselbetriebsfähigen Anlage der Vorzug zu geben.
Egal, wie Sie sich entscheiden, vor dem Kauf sollte auf jeden Fall eine genaue Bedarfs- und Problemanalyse durchgeführt werden. Lassen Sie sich von Profis beraten! Und vergessen Sie nicht: Bei entsprechender Vorbereitung kann man durchaus auch ein paar Tage ohne Strom auskommen. Zum Kochen können schließlich auch Griller oder Campingkocher verwendet werden. Oder man organisiert sich überhaupt gemeinsam mit der Nachbarschaft oder in einem Verein (z. B. Großkochgerät). Damit vergeht auch die Zeit des Wartens angenehmer.

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