Am 10. Oktober 1920 entschieden sich die Bewohner des Grenzgebietes Südkärnten mit einer Mehrheit von fast 60 Prozent für die junge Erste Republik Österreich. Nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie Ende 1918 sollten große Teile Kärntens dem damals ebenso jungen Staat Jugoslawien zugesprochen werden. Das brachte nicht etwa nur Diskussionen mit sich, sondern Besetzung, Abwehrkampf und mehr als 420 Tote.

Im Jahr 1919 wird im Friedensvertrag von St. Germain etwas Außergewöhnliches entschieden: Die Kärntner durften in freier Selbstbestimmung über den Staat entscheiden, dem sie angehören wollten. Fast überall anders in Europa wurden die neuen Grenzen ohne Mitsprache der Betroffenen festgelegt.

© Thomas Jernej