Karl Mahrer ist siebzig und hatte als ehemaliger Wiener Landespolizeikommandant ein Leben vor der Politik. Er weiß also das Ergebnis einzuschätzen, das am Abend des 27. April auf ihn wartet. Über die Bildschirme der Nation wird da der Balken für die ÖVP Wien steil nach unten sausen, die 21 Prozent von 2020, am Höhepunkt der Anziehungskraft von Sebastian Kurz, würde auch ein zugkräftigerer Spitzenkandidat nicht halten können. „Die Wahl vor fünf Jahren war für die ÖVP ein Ausreißer nach oben, mein Vergleichsmaßstab ist 2015“, erklärt Mahrer. Damals erzielte die Volkspartei in der Bundeshauptstadt mit 9,2 Prozent ihr bisher schlechtestes Ergebnis. So gesehen sind die Chancen auf ein Plus immerhin intakt.