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Laut New York Times Trump zahlte jahrelang keine Steuern

In zehn der 15 Jahre bis 2017 habe er gar keine Bundessteuern bezahlt, hieß es weiter. Trump habe dabei schwere Verluste aus verschiedenen Geschäftsbereichen geltend gemacht.

Donald Trump
Donald Trump © (c) AP (Carolyn Kaster)
 

US-Präsident Donald Trump hat einer Zeitung zufolge über Jahre keine oder kaum Bundessteuern bezahlt. Wie die "New York Times" am Sonntagabend unter Berufung auf Steuerunterlagen berichtete, betrug seine entsprechende Last in den Jahren 2016 und 2017 jeweils 750 Dollar (644,66 Euro). In zehn der 15 Jahre bis 2017 habe er gar keine Bundessteuern bezahlt, hieß es weiter. Trump habe dabei schwere Verluste aus verschiedenen Geschäftsbereichen geltend gemacht.

Dem Blatt zufolge droht dem Präsidenten finanzielles Ungemach in einem jahrzehntelangen Rechtsstreit mit der Steuerbehörde IRS. In einer ersten Reaktion nannte Trump den Bericht eine "völlig Falschmeldung" ("total fake news"). Er werde seine Steuererklärungen veröffentlichen, wenn die seit Jahren laufende Buchprüfung der IRS abgeschlossen sei. Trump sagte: "Ich habe eine Menge bezahlt, ich habe auch eine Menge an Steuern an den Bundesstaat bezahlt, der Bundesstaat New York verlangt viel."

Zugang zu Unterlagen

Die "New York Times" erhielt nach eigener Darstellung Zugang zu Steuerunterlagen über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten, die den Präsidenten wie auch Hunderte Firmen seines Geschäftsimperiums betreffen. Darunter seien Informationen über die ersten beiden Jahre seiner Amtszeit. Unterlagen für 2018 und 2019 lägen dagegen nicht vor. Die Daten beruhten auf Angaben, die Trump selbst gemacht habe, zahlreiche Fragen wie die Größe seines Vermögens blieben unbeantwortet. Ausdrücklich schrieb die Zeitung, dass die Dokumente keine neuen Hinweise auf Verbindungen zu Russland enthielten.

Stichwort "The Apprentice"

Die Unterlagen sollen dagegen sehr detaillierte Aufstellungen umfassen. So habe Trump in Verbindung mit seiner TV-Serie "The Apprentice" 70.000 Dollar an Kosten für Haarpflege von der Steuer abgesetzt. Dem Bericht zufolge ist er in einem Rechtsstreit mit der IRS verwickelt, bei der es um eine Jahre zurückliegende Steuerrückzahlung von fast 73 Millionen Dollar gehe. Sollte die Behörde sich durchsetzen, müsse Trump dem Bund über 100 Millionen Dollar zahlen. In den USA erheben der Bund, die Bundesstaaten und die Kommunen ihre Steuern getrennt.

Der Chef der oppositionellen Demokraten im Senat, Chuck Schumer, wandte sich bereits an die Wähler: "Wer mehr an Bundeseinkommensteuer gezahlt hat als Präsident Trump", möge die Hand heben, schrieb Schumer auf Twitter.

Ein Trump-Anwalt sagte der Zeitung, der Präsident habe im vergangenen Jahrzehnt Millionen an Steuern bezahlt. Belege für die jeweiligen Darstellungen lagen zunächst nicht vor. Die "New York Times" lehnte mit Hinweis auf den Quellenschutz eine Veröffentlichung der Originaldokumente ab. Trump hält seinerseits seine Steuererklärungen entgegen der in den USA üblichen Praxis für Präsidenten unter Verschluss. Er hat dies mit einer laufenden Steuerprüfung des IRS begründet. Trumps Finanzen sind Gegenstand von Ermittlungen unter anderem des von den Demokraten beherrschten Repräsentantenhauses. Auch die Deutsche Bank hat mit dem Republikaner Geschäfte getätigt, die Gegenstand von Ermittlungen sind.

Der neue Bericht wurde zwei Tage vor der mit Spannung erwarteten ersten Präsidentschaftsdebatte des Republikaners gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden veröffentlicht. Einer vergangene Woche veröffentlichten Reuters/Ipsos-Umfrage zufolge führt Biden vor Trump. Allerdings ist demnach das Rennen in wichtigen Bundesstaaten sehr knapp. Die Wahl findet am 3. November statt.

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Danke für Ihr Verständnis.

saubertl
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Verluste

Der Herr Mr. Präsident wird wohl mehrere Jahre Verluste gebaut haben. Und Papi hat die Rechnungen bezahlt! Vielleicht hat Ihm die Familie etwas gegeben. So auf die Art: "sponsert by Opa" und sonst keine Privatentnahmen.

Lodengrün
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Aufgewärmt

das war schon bei der letzten Wahl Thema. Frage. Wer zahlt von denen Steuer?

Hildegard11
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Sind doch alle...

...Volkstribunen weltweit gleich. Maul aufreißen und besche...en

SoundofThunder
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Wenn er soviel Verloren hat:

Wem gehört dann der Trump Tower?

DergeerderteSteirer
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@SoundofThunder, ..................

frag einfach die Deutsche Bank, Trump schuldet der Deutschen Bank mindestens 130 Mio. Dollar im Zusammenhang mit Immobilien in Miami und Washington sowie dem Hotelkomplex in Chicago. Allerdings halten Personen, die ihn als Kreditnehmer kennen, eher 300 Mio. Dollar für wahrscheinlich.

DergeerderteSteirer
2
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Zusatz, ...............

das ist nur ein Teil davon, wenn die anderen Schulden und Ausstände den Leuten bekannt wären vergraben sie sich als Amerikaner 10 Meter tief ........... ;-)

zlatorog
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Die bloße Tatsache, dass es bei der US-Wahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben dürfte

zeigt doch schon, dass die Amis ein gröberes Problem haben...

petera
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Ich befürchte seine Anhänger

finden das sogar noch gut.

Freeskier
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Na ja.......

wenn man das Buch von seiner Nichts liest kann man zu dem Schluss kommen, dass er zu Recht keine Steuern zählt, denn ausser einen Haufen Schulden dürfte der nichts haben!? Ist wohl nichts mit great Dealmaker.

ugglan
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Vielleicht

begreift der "kleine (amerikanische) Mann " endlich wen er da eigentlich wählt - die Großen können es sich ja unter jeder Regierung immer richten !

petrbaur
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..

Trump hält seinerseits seine Steuererklärungen entgegen der in den USA üblichen Praxis für Präsidenten unter Verschluss.

spricht glaub ich für sich oder?

Tingletanglebob
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Ich halt von dem auch nichts

aber hier versteh ich das Trump bashing echt nicht. Auch bei uns hat jeder Unternehmer das Recht Verluste geltend zu machen was wiederrum die Steuerlast senkt. Versteuert sollen ja nur die Gewinne werden. Wenn Trump hier im rechtlichen Rahmen Verluste geltend machen kann gibts auch keinen Grund hier immer wieder bashing deshalb zu betreiben.

Mein Graz
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@Tingletanglebob

Ich habe Verwandte in den USA, die erklärten mir Folgendes:

Ein Unternehmer erbringt eine Leistung. Anschließend werden weit überhöhte Rechnungen ausgestellt, die der zur Zahlung verpflichtete seinem Anwalt übergibt, der die Höhe der Rechnung beeinsprucht. Das reduziert die Summe auf die ursprünglich vom Unternehmer gewollte Höhe.
Und jetzt kommt es: die Differenz wird als "uneinbringlich" gekennzeichnet und wird als Verlust (!) von der Steuer abgeschrieben...

Carlo62
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@Mein Graz

Das ist bei jeder bilanzierenden Buchhaltung kompletter Blödsinn und auch bei einfacher E/A Rechnung bringt es Null Vorteil!

cockpit
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Tingle

warum weigert er sich nach wie vor, seine Steuerunterlagen offen zu legen, wenn er nichts zu verbergen hat?

Tingletanglebob
26
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warum sollte er auch?

Wer würde bei uns seine private Steuererklärung offen legen? Es gibt weder eine Verpflichtung noch eine rechtliche Grundlage die das verlangt? Nur weil Kritiker das verlangen? Sicher ist das eine schiefe Optik wenn ein derart wohlhabender Mann kaum Steuern zahlt. Das sagt aber im Endeffekt nur aus dass sein Steuerberaterteam aus Topleuten besteht.

Ragnar Lodbrok
10
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Da kostet ja schon die Frisur unseres Kanzlers

mehr - als Trump Steuern gezahlt hat....

UHBP
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@rag...

Ja, aber mit Trumps Frisör kann er noch nicht mithalten. ;-))
"So habe Trump in Verbindung mit seiner TV-Serie "The Apprentice" 70.000 Dollar an Kosten für Haarpflege von der Steuer abgesetzt."