AntisemitismusvorwürfeInnenminister Karner entschuldigte sich für Aussagen

Nach weniger als zehn Tagen im Amt muss sich Innenminister Gerhard Karner für frühere Aussagen entschuldigen. IKG-Präsident Oskar Deutsch hatte das zuvor eingefordert.

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Innenminister Gerhard Karner (ÖVP)
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) © APA
 

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP), der wegen früherer Aussagen mit Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert wurde, hat sich nun für dieses entschuldigt. Nach einer Aufforderung von IKG-Präsident Oskar Deutsch nach einer Entschuldigung präzisierte er nun in der "Krone" sein schon zuvor geäußertes Bedauern: "Ich erkenne heute den Gehalt meiner damaligen Aussagen, die vor mehr als 14 Jahren gefallen sind. Ich bedaure dies zutiefst und entschuldige mich für die damaligen Aussagen."

Die Causa war bereits am Montag publik geworden, als jüdische Studierende und Personen aus Politik, Kultur und Wissenschaft in einem Offenen Brief eine Neubesetzung des Innenministeriums forderten. Als Grund gaben sie die als antisemitisch eingestuften Aussagen Karners in einem Landtagswahlkampf an. Karner soll der SPÖ damals vorgeworfen haben, "mit Herren aus Amerika und Israel gegen das Land" zu arbeiten und sie als "Klimavergifter" bezeichnet haben.

Deutsch forderte "öffentliche Entschuldigung"

Karner bedauerte die Aussagen bereits am Montag und betonte, dass diese "niemals in diese Richtung intendiert" waren. Auch berichtete er, dass er mit dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Deutsch, telefoniert und ein persönliches Treffen vereinbart habe. Deutsch habe eine Klarstellung zu den Aussagen erbeten und er, Karner, habe dargelegt, dass er die damaligen Aussagen, die offenbar missverständlich aufgefasst werden können, nicht mehr tätigen würde. Deutsch meinte daraufhin, eine Klarstellung werde zu wenig sein, er erwarte sich eine "öffentliche Entschuldigung". Karner müsse den "antisemitischen Gehalt benennen und bedauern".

Das tat der Innenminister nun via "Kronen Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe). Deutsch begrüßte dies laut dem Bericht als wichtiges Zeichen". Bei einem baldigen Kennenlern-Gespräch werde man daran anknüpfen und den Schutz jüdischer Infrastruktur sowie weitere Maßnahmen im Kampf gegen Antisemitismus erörtern, so die Israelitische Kultusgemeinde laut "Kronen Zeitung".

Kommentare (37)
schandopr
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Antisem.

Anscheinend haben wir als Spätgeborene in Ö immer noch die braunen Denkreste im Hinterkopf; darum sind Stammtische und Fußball Zuschauer nicht auszuhalten. Auch zu Hause laufen Sprüche, denn oft ertappt man/frau Jugendliche mit einschlägigen Sprüchen, von extrem Rechten abgesehen, die anscheinend am liebsten in einer Diktatur leben würden, ohne Freiheit und eigenständigem Denken.

tomtitan
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Die müssen wie die Irrsinnigen gesucht haben bis sie etwas gefunden haben - und siehe da - sie haben EINEN Satz gefunden, den er vor VIERZEHN Jahren ausgesprochen hat -

Chapeau!

logon 1
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..die übliche Worklauberei,..

..um jemand anzuschwärzen.

Irgendeiner
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Abgesehen davon, daß es Eulen nach Athen tragen

wäre einen Schwarzen anzuschwärzen überleg ich mir gerade ob ich vielleicht bei Karners Stil Anleihen nehmen sollte wenn das so unproblematisch ist,aber dann sollte mir keiner mit den Forenregeln kommen wenn ich von "charakterlosen Speibereien" spreche und ich glaub das könnt ich locker toppen,in einer Welt voll intellektueller Diarrhö,ich spür schon, es wird mir Spaß machen.

amsel35
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So eine klare Distanzierung

hätte ich mir von unserer Bürgermeisterin Kahr und ihren Genossen auch gewünscht!

Zeitgenosse
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Ihr habt eine ganz tolle Bürgermeisterin, viele

Kommunen in Österreich bräuchten solche Persönlichkeiten!
An ihr sollten sich so manche Politker ein Beispiel nehmen.
Dann würde vielleicht das Vertrauen in die Politik wieder hergestellt!

gonzolo
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Distanzierung ...

wovon, Amsel?

gonzolo
4
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Jo mei,

nach dem Studium seiner da und dort gemachten Aussagen kann man halt resümieren: Der Herr Karner ist eben ein sehr emotionaler Mensch, der halt sein Herz am rechten Fleck hat.

Die niederösterreichische ÖVP wird sich jetzt nach dem türkisen Rohrkrepierer halt wieder ihrer Tradition entsinnen – so nach dem Motto: Mehr Lagerhaus ins Hohe Haus!

Wobei – mit einer „emotionalen“ Aktion des IMs, wenn er zB. Lügenbolde und Hetzer bei den Demos von der Bühne holen ließe, könnte ich mich direkt arrangieren …

schteirischprovessa
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Wenn jemand behauptet, die SPÖ habe in der Causa Waldheim

mit dem JWC und verschiedenen Stellen in Israel kooperiert, um einen politischen Vorteil in Österreich zu erlangen, entspricht das dem aktuellen Wissensstand.
Deshalb ist man noch lange antisemitisch oder hängt einer Naziideoligie nach oder steht auch nur in geringstem Maß für eine Diktatur., wie es in dem Brief jüdische Studenten, Politiker und Kulturschaffende bei Herrn Karner andeuten.
Unsere Generation ist dafür verantwortlich, dass sich das, was im Dritten Reich geschehen ist, nicht einmal ansatzweise wiederholt.
Da sehe ich aktuell und in Verbindung zur Coronakrise ganz andere Gefahren, völlig egal ob der Herr Karner Minister ist oder nicht.

gonzolo
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Obacht, proveeesa …

bevor du solches „Deshalb ist man noch lange antisemitisch oder hängt einer Naziideoligie nach …“ schreibst, solltest den Freud-Button erst ausschalten …

schteirischprovessa
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Sie behaupten hier unterschwellig,

dass Karner antisemitisch sei oder Naziideoligien nachhänge
Gonzolo, passen sie ein wenig auf, dass sie sich mit derartigen Unterstellungen nicht eine Klage wegen Verleumdung unf und Rufschädigung einhandeln.

gonzolo
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Tja proveeesa …

schon wieder hapert´s mal mit deinem Leseverständnis … ua.

Wennst mal genauer dein Posting oben lesen würdest, kämst drauf, dass du das schreibst, was du jetzt mir ans Zeug flicken möchtest … aber keine Angst, ich klag dich schon nicht – kenn dich ja unterschwellig … weitermachen …

lamagra
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Er entschuldigt sich...

... und jetzt? Jetzt ist es ein Eingeständnis, etwas falsche gesagt zu haben.
Und somit sehen wir bald den nächsten IM!
Denn jetzt lassen die Wadlbeißer nicht mehr los!

Irgendeiner
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Hör auf,wenn er schlau gewesen wäre hätte ers gleich getan,nicht herumgerudert,

und wie gesagt,das Problem ist weniger ein personal trait,sondern der lokale genius loci der schwarzen Furchengänger aus dem Flachland,die glauben auch im Bund sie sind daheim.

Irgendeiner
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Naja, das lustige ist für mich, daß man nach der restlos

unkritischen Haltung zur Netanjahu und Israel,da wäre einiges zu besprechen,jetzt das gegenteilige Problem hat,das des Antisemitismus der genauso schwachsinnig ist.Unter der türkisen Hegemonie lassen die Schwarzen restlos keinen Fettnapf mehr aus.,aber in einer Sache nach zwei Seiten in die Unaussprechliche zu greifen ist doch eine Kunst die nicht jedem gelingt.
Und um mal ein eigenes sich aufbauendes Vorurteil zu verwenden, ich will nach Strasser,dem Umfärber und Verurteilten,Sobotka, der mir eisern nicht sagt welche NGO geschleppt hat, ein strafrechtlicher Vorwurf und bei Mitterlehner dabei war,Nehammer,dem Erfinder der neuen Physiologie,der weder verhungernde muslimische Jugendliche noch die 5000 Unbegleiteten findet,Hanger, der rote Netzwerke sucht die schwarze Justizminister erzeugt haben müßten,nur schwarze findet und trotzdem von roten weiterplappert und jetzt Karner,dessen Zunge nicht nur bei Fragen des Antisemitismus sehr lose zu sein scheint, ich will also nach dieser Masse an Evidenzen schwarze Amtsbewerber aus Niederösterreich vorab genau vidiert haben,ob es genetisch ist oder ein Sozialisationsproblem , da leg ich mich noch nicht fest.

schteirischprovessa
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Man sollte mal ganz klar unterscheiden zwischen Antisemitismus und Kritik an der Politik israelischen Regierungen,

egal ob die von Netanjahu angeführt werden oder anderen.

Irgendeiner
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Das hab ich gesagt Martin,die Kritik an einem Staat der bei Menschenrechten

fragwürdiges tut ist immer legitim,Menschen ihre Herkunft zum Verdammungsurteil zu machen ist es nie,Netanjahu war nur eines der besonderen Exemplare die die dort nach Rabin hatten,was deinen neuen Helden betrifft, zu sagen die niederösterr. SPÖ "arbeite mit Herren aus Amerika und Israel gegen das Land" ist doch schon sehr eindeutig,meinst nicht.Und der Mann ist gern ein bißchen derb mit" charakterlosen Speibereien" und den Grünen als heimatlosen Polizistenhassern,ja, und ich bin schon lange der Meinung die Schwarzen in Niederösterreich sind mit Abstand die pampigsten und ich hab meinen dortigen politisch aktiven grünen Freunden schon von einem Jahrzehnt geraten das in die Wand laufen zu lassen wenns pampig wird,mir könnte man so nicht kommen, aber Sanftmut ist sowenig zu beheben wie Dummheit

Irgendeiner
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Ach rote Strichi,aber ich wollte

keinesfalls steirische Message-Controller damit zurücksetzen,fern sei das von mir.

Irgendeiner
2
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Interessant finde ich wieviele den obigen Satz verstehen,

ich hätte gedacht das müßte allen mit einer Ausnahme kryptisch sein,aber das eindeutige rot sagt man ist dagegen,wofür man es verstehen muß.Faszinierend, würde Mr. Spock sagen.

redlands
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Dass sich die ÖVP jetzt auch noch vom feinen Herrn Deutsch am Nasenring durch die Arena ziehe lässt gleicht einem Offenbarungseid!

Nur weil jemand (wider besseren Wissens aber) aus einer belanglosen Aussage in gänzlich irrelevantem Kontext plötzlich Antisemitismus konstruiert "muss" sich ein Innenminister (!!!)entschuldigen!! Man fasst es nicht! Jetzt stellt sich für mich schon die Frage: wer hat eigentlich aktuell das Sagen in diesem Staat???

lombok
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Genug ist genug!

Ich glaube, wir alle haben die Streitereien in der Politik nun wirklich satt. Jetzt lasst doch endlich mal die neue Regierung arbeiten.

Es ist ja nicht mehr auszuhalten, dass diese Leier schon wieder losgeht und sich jemand für eine 14 Jahre alte Aussage entschuldigen muss. Was die USA mit Antisemitismus zu tun hat, entzieht sich meiner Kenntnis .... Und es hat sicher nicht alles mit Antisemitismus zu tun, wenn man das Wort "Israel" in den Mund nimmt.

rouge
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Ministrabel?

Die große VP hat ein Problem, geeignete Minister zu finden. Was qualifiziert diesen Innenminister eigentlich für dieses höchste Amt? Dass er aus NÖ kommt, Bürgermeister einer Dollfuß-Museums-Gemeinde ist und im letzten Wahlkampf beleidigend gegen SPÖ und Grüne war ist wohl kein Grund, ihn in eines der höchsten Staatsämter zu hieven.

deCamps
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Es gibt weltweit keine feststehenden und unverrückbaren Interpretationen für Rassismus, Gleichstellung, Menchenrechte,

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Wer die Inhalte dieser Gesetze nur einigermaßen kennt und auch die damit verbundenen Rechtsverfahren wird feststellen, dass es keine eindeutigen Definitionen zu diesen Begriffen gibt. Menschen weltweit aus anderen Gesellschaften haben ihre eigenen Meinungen zu diesen Begriffen.
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Tatsache ist jedoch, dass immer nur eine handvoll von Personen neunmalkluge Besserwisser die ihre persönliche Meinung Mitmensch auf das Auge drücken wollen.

lilith73
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Entschuldigung

Warum kam diese nicht schon früher? Bei einer Politik die nicht auf Lösungen sondern auf Hetze und Lügen Basiert, kommt es zu solchen Fehltritten.
Es ist eben immer ein anderer schuld, egal wer es ist.

deCamps
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Generell zum Ausdruck gebracht. Sich nur an positive Denkrichtungen, Handlungs- und Verhaltensweisen erinnern zu wollen ist einerseits kontraproduktiv für des Menschen Entwicklung, sorry und andererseits dumm.

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Menschen Jahrzehnte zurück allein nur Vorhaltungen zu äußern ist ebenfalls kontraproduktiv und dumm. Darum haben wir weltweit Kriege, Revolutionen, Terror und politische wie wirtschaftliche immer wiederkehrende Zustände.
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Da wir uns nicht von der Vergangenheit verabschieden können und nicht in der Jetztzeit leben möchten. Unglaublich diese Vorhalte an Schwachsinn. Und immer wieder versuchen einzelne Personen oder eine handvoll Menschen ihrem Gegenüber ihre privaten Meinungen aufs Auge zu drücken.
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Wissentlich aus Erfahrungswerten kurz erwähnt. Dann dürfte man keine "Vorbestaften" mehr ins gesellschaftspolitische, soziale und menschliche Leben "hineinlassen". Das wären dann von den 60er bis "heute" über den Daumen gepeilt 60%-70% (siehe Statistik Austria) der Österreicher.
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Ich würde den neunmalklugen Besserwisser empfehlen ihren Geltungsdrang und ihre Selbstdarstellung ablegen und in die Vergangenheit der Vielzahl von verurteilten politischen Rechtsbrecher blicken (allerdings ist bereits ein Großteil amnestiert)
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An seinen Leistungen und Handlungsweisen beurteilt man Menschen wenn schon überhaupt, aber nicht an Aussprüchen. Interessant, was ist mit Menschen wie Kickl & Konsorten? Hier schweig man sich aus und halt hält den Mund. Nicht einmal der BP wagt hier Kritik.

Lamax2
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Excellent!

Bin ich vollkommen dabei. Man kriegt schon das Gefühl, dass aus Opportunität und speziell bei der gefürchteten ÖVP Maßstäbe angelegt werden, die andere Parteien , soweit sie einmal Verantwortung zu tragen hatten, auch nicht erfüllen konnten. Die Blauen lassen ich weg, denn die sind mit Kikl jenseits von Gut und Böse.

 
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