Im InterviewInnenminister Karner: "Ich bin ein emotionaler Mensch"

Innenminister Gerhard Karner im Gespräch über politische Vorbilder, seinen Ruf und erwartbare "Auseinandersetzungen" mit dem grünen Koalitionspartner.

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Innenminister Gerhard Karner im Interview
Innenminister Gerhard Karner im Interview © Christoph Kleinsasser
 

Wie erklären Sie sich das offenkundige Anrecht von Niederösterreich auf den Chefposten im Innenministerium?
Gerhard Karner: Vielleicht ist es so, dass Vertreter aus diesem Bundesland eine besondere Affinität zum Sicherheitsthema haben. Es gibt aber auch viel Menschen in Österreich, denen die Sicherheit genauso ein großes Anliegen ist. Wahrscheinlich ist es auch Zufall.

Es heißt, Sie werden gern laut. Sie sind ein aufbrausender Mensch?
Ich bin ein emotionaler Mensch, ich halte mit meiner Meinung nicht hinter dem Berg. Manche bezeichnen mich als Hardliner. Wenn damit gemeint ist, dass ich konsequent bin, trifft das wohl zu. Es braucht im Innenministerium Konsequenz und Durchschlagskraft.

Sind Sie der Mann fürs Grobe?
Wenn es notwendig ist, ja. Wenn ein grober Klotz da ist, gehört ein grober Keil drauf. Wenn es um Leib und Leben, um die Verfassung, um die demokratischen Spielregeln geht, bedarf es eines großen Keils. Man muss aber auch kühlen Kopf bewahren.

Der neue Geheimdienstchef, Omar Haijawi-Pirchner, bezeichnet das Agieren militanter Coronaleugner als die größte, aktuelle Bedrohung für die Innere Sicherheit. Sehen Sie das auch so?
Manche rechtsradikalen Randgruppen benutzen das Thema, um ihr eigenes mieses Geschäft zu machen. Daher richte ich den Appell an jene Menschen, die Sorgen haben, weil sie vielleicht falschen Informationen aufsitzen, sich nicht missbrauchen zu lassen. Das Demonstrationsrecht ist ein hohes Gut. Die Behörden gehen selbstverständlich bei Verstößen, etwa gegen die Maskenpflicht, oder wenn Polizisten oder Journalisten wie am Samstag attackiert werden, konsequent vor.

Fürchten Sie nicht eine Radikalisierung angesichts der Impfpflicht. Wir haben jetzt schon Polizei oder Security vor Spitälern, Impf- und Testboxen?
Die Gewährleistung der Sicherheit des Gesundheitspersonals zählt zu den elementaren Aufgaben. Es kann nicht sein, dass Leute, die sich im Gesundheitsbereich für andere einsetzen, angepöbelt und attackiert werden. Hier müssen wir besonders wachsam sein.

Worin wird sich Ihre Linie in der Migrationsfrage vor der Ihres Vorgängers unterscheiden?
Gar nicht. Ich werde den Weg konsequent fortsetzen. Der Schwerpunkt ist Hilfe vor Ort, Schutz der EU-Außengrenze und darauf zu achten, dass Österreich nicht noch mehr belastet wird. Deshalb habe ich der EU-Kommission bereits mitgeteilt, dass ich keine Möglichkeit sehe, zusätzliche Menschen aus Afghanistan aufzunehmen. Gemessen an der Bevölkerung haben wir in Europa die zweitgrößte afghanische Community.

Kommentare (15)
illyespresso
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Besonnenheit wäre hier wichtiger,

Vor allem in diesem Bereich kann bzw. muss jemand ja hart in der Sache sein - emotional zu sein, ist eher gefährlich, denn einen Heißläufer an vorderster Stelle des Sicherheitsaparates braucht es nicht. Diese Menschen neigen mit ihren narzistischen Zügen dazu bei jeder Kleinigkeit, wenn es nicht nach deren Kopf geht, auszuzucken und dies führt eher zu mehr schaden und unüberlegtem Handeln aus der "Emotion" heraus.
Dass Innenminister kein streichelweicher Job ist liegt in der Natur der Sache.

a4711
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Für den Herrn Vizekanzler Kogler sind

Demonstranten:
„Staatsverweigerer, Demokratieverweigerer, Neonazis und Neofaschisten“! "
Obwohl das Grundrecht der Versammlungsfreiheit verfassungs- und europarechtlich geschützt ist!
Keine Bedenken haben er und der Bundespräsident mit dem(„ Dollfuß-Museum in seiner Heimatgemeinde“) sowie gegen die Antisemitismusvorwürfe gegen Innenminister Karner die in einen „Offenen Brief“, den neben der jüdischen Hochschülerschaft unter anderem auch die Autoren Doron Rabinovici und Michael Köhlmeier, die Autorin Elfriede Jelinek, Ex-OGH-Präsidentin und NEOS-Abg. Irmgard Griss sowie Schauspieler und Präsident der Aktion gegen Antisemitismus Cornelius Obonya unterfertigten und dessen Rücktritt fordern!
Und Zitat:
"Wir sind der Überzeugung, dass diese Person für das Amt des Innenministers vollkommen ungeeignet ist und fordern die Bundesregierung dazu auf, unsere Sicherheit in die Hände gemäßigter Politik zu legen".
Und wo ist der Herr Kogler??? Wie immer auf Tauchstation !!
Den der Trog ist wichtiger.
das ist die neue Politik unter Kogler.

hortig
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@a4711

Und was haben die SPÖ Künstler Obonya und Jelinek, sowie die pseudo Politikerin Griss sich bei der Minister Wahl einzumischen???
Und kennen Sie das Museum, weil Sie darüber schreibe??
Das beste ist, Sie lassen es

EvilC
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Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Wenn das stimmt, und daran scheint es keine Zweifel zu geben, dann muss Karner ausgetauscht werden.
Wer auch immer Innenminister wird, es ändert nichts daran das unter den Demonstranten Staatsverweigerer, Demokratieverweigerer, Neonazis und Neofaschisten sind.

SoundofThunder
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😏

Das ist doch der Dollfuß-Fan😏

hortig
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@soundofthunder

Andere legen Kränze am Karl Marx Hof nieder. Und Dollfuss Fan?? Wie kommst Du da drauf? Das Haus gerhört der Familie, wie das Museum. Und in österreich gibt es kein Gesetz dagegen.
Und übrigens, im HGM sind auch einige Dollfuss Sachen ausgestellt....

SoundofThunder
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😏

Und wieviele Sozialdemokraten hat Dollfuß am Würgegalgen hinrichten lassen? Sicher ein Ehrenwerter Mensch für die ÖVP.

hortig
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@soundofthunder

Auf das hab ich gewartet, dass einmal jemand der von österreichischer Geschichte null Ahnung hat so eine Frage stellt.
Von 25 Todesurteilen wurden 9 vollstreckt. Von diesen waren 2 Arbeiterführer, ein RA, zwei Führer von kleineren Einheiten, der Rest aber des Mordes an einzelnen Zivilisten oder Polizisten ausserhalb der Kampfhandlungen Verurteilten. Nicht Dollfuss, sondern Schuschnigg leitete die
Gnadengesuche nicht weiter. Von der SPÖ Führung war ja keiner da, die sind am ersten Tag in die Tschechei geflüchtet. Der urheber, Bernaschegg, konnte aus dem Gefängnis nach Nazi Deutschland fliehen.
Ich hab zu dem Thema so ziemlich alles gelesen, auch das Buch der Wallisch Witwe von 1936.
Ich kann dir gerne eine Liste von guten Büchern zu dem Thema schicken, oder du vertraust weiterhin der heldenhaften Legenden der SPÖ

SoundofThunder
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😏

45 waren es. Liste ist auf Wikipedia. Mit Namen der Opfer,Datum und wer der Scharfrichter war (Johann Lang).Ihre ÖVP Bücher können Sie sich behalten.

hortig
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@soundofthunder

Und erklären Sie uns doch bitte, wie Lang, der 1925 gestorben war, 1934 scharfrichter sein konnte....

hortig
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@soundofthunder

Und erklären Sie Gelehrter uns doch bitte, wie Johann Lang die Todesurteile 1934 vollstrecken konnte, wenn er bereits 1925 verstorben ist.....

hortig
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@soundofthunder

Ich weiß nicht welche winkipedia sie lesen, eine SPÖ winkipedia. Vielleicht , aber in der Normalen stehen auch die 25. Und ja, Frau Wallisch war von der oevp, sowieso.....

panasonic11
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Karner

Die Landeshauptfrau von NÖ ist sehr clever .
Nach Sobotka har sie jetzt noch einen unliebsamen Parteigenossen weg gelobt . Karner hat in einer demokratischen Regierung nichts verloren .
Er soll als Museumswächter das Dollfuß Museum betreuen .
Auch Antisemitismus hat in unserer Regierung nichts verloren!!!!!

panasonic11
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Karner

Sofort auswechseln .

umo10
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Uff, ein richtiger hardliner

Vielleicht braucht das wer, ich eigentlich nicht 😵‍💫