ORF-PressestundeCorona-Impfpflicht für AK-Präsidentin Anderl alternativlos

Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl hat sich in der ORF-"Pressestunde" am Sonntag vom Pandemiemanagement der Regierung enttäuscht gezeigt. Diese habe zu spät reagiert und auch zu wenige Maßnahmen für höhere Impfquoten gesetzt.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© APA/HANS PUNZ
 

Sie sei zwar gegen Zwang, betonte AK-Präsidentin Renate Anderl und plädierte für mehr Anreize für jene, die aus Angst oder Unschlüssigkeit noch nicht geimpft sind. Wegen der Lage in den Spitälern ist sie trotzdem für eine Impfpflicht. "Ich wüsste die Alternative nicht."

Beim Gesetz für die geplante allgemeine Impfpflicht sei allerdings wichtig, dass dieses auf eine breite Basis gestellt werde, so Anderl. Die Arbeiterkammer werde sich auch genau die Konsequenzen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer anschauen.

Ungeachtet dessen müsse weiter darauf gesetzt werden, Ungeimpfte zu überzeugen statt zu strafen oder über das Ende von Gratis-Tests zu diskutieren. "Hören wir auf mit der Spaltung in der Gesellschaft", so ihr Appell. Als Beispiel, um Unschlüssige noch zur Impfung zu bringen, nannte Anderl eine Impfprämie. Diese wäre im Vergleich zu den Kosten von Lockdowns immer noch günstig.

Außerdem sei es wichtig, die Vorteile der Impfung noch stärker hervorzuheben, etwa dass bei einer Infektion trotz Impfung nur ein leichter Verlauf zu erwarten sei. Die Arbeiterkammer Wien wird jedenfalls am Montag unter dem "wienerischen" Motto #Gehbitte eine Impfkampagne starten, die vor allem online laufen soll.

Eine Öffnung des Handels am Adventsonntag, wie sie angesichts des aktuellen Lockdowns diskutiert wird, ist für Anderl nur dann vorstellbar, wenn das Arbeiten an diesem Tag für die Angestellten freiwillig erfolgt und diesen dafür Anreize geboten werden. Eine generelle Sonntagsöffnung im Handel lehnt sie ab. "Es kann nur diesen einen Sonntag geben", sie sehe darüber hinaus auch gar keinen Bedarf. "Da haben wir ein klares Nein."

Beim Arbeitslosengeld pochte sie auf eine Erhöhung auf 70 Prozent des letzten Einkommens, außerdem brauche es mehr Alternativen, um mehr Menschen in Beschäftigung zu bringen. An Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) appellierte sie, den beim Arbeitsmarktservice (AMS) ab 2023 geplanten Personalabbau zu stoppen, immerhin komme schon derzeit nur ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin auf 250 Arbeitssuchende.

Zum Homeoffice, das im Lockdown wieder besonders stark angewendet wird, sagte Anderl, dass zu Hause selten Pause gemacht würde. Sie sei "überzeugt", dass die Menschen im Homeoffice "mehr arbeiten". Die AK ist gegen ein reines oder überwiegendes Homeoffice, der Kontakt zu Betrieb und Kollegen dürfe nicht verloren gehen. Es stelle sich bei viel Homeoffice auch die Frage, ob die Mitarbeiter dann überhaupt noch in Österreich säßen. "Das muss man kritisch betrachten", sagte Anderl.

Wenn in Partnerschaften Frau und Mann zu Hause arbeiteten, würde der Mann, so vorhanden, das Büro nutzen und die Frau oft am Küchentisch arbeiten. "Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern werden durch die Pandemie nochmals mit einem Brennglas vor Augen geführt", so die AK-Chefin.

Kommentare (7)
Schubarsky
0
5
Lesenswert?

Bin froh...

...kein Zwangsmitglied mehr in dieser "Kammer" zu sein!

VH7F
5
8
Lesenswert?

Alternativlos?

Ein Wort für Hilflose.

grötenwanderung
0
12
Lesenswert?

coronastierler

Warum eine Impfprämie ich habe auch keine erhalten.
Sie hat leicht reden einen schönen Gehalt.

rand
0
5
Lesenswert?

Wie bei

den Sozialisten üblich es ist das Geld anderer.

Willi128
0
16
Lesenswert?

Wir alle sollten gemeinsam

gegen die spürbare Verunsicherung der Bevölkerung durch die Pandemie ankämpfen, aber was tut Frau Anderl - sie verstärkt durch die Kritik an der Regierung die vorhandene Unsicherheit in der Bevölkerung. Das ist einfach kontroproduktiv. Warum können nicht wenigstens die verantwortlichen Spitzenfunktionäre gemeinsam an einen Strang ziehen und politisches Kleingeld wenigstens in diesen herausfordernden Zeiten sein lassen. Auch die Virologen sollten mitziehen, denn außer "Zusperren, wegsperren, einsperren" und Verunglimpfung der Nichtgeimpften ist ihnen auch nach fast 2 Jahren anscheinend noch nichts eingefallen.

gonzolo
6
13
Lesenswert?

Na ja, ein Volk,

das zu dumm ist und nicht das Zeug zur Demokratie hat, braucht offenbar das klare Diktat …

Und man läuft genau jenen nach, die lieber schon gestern als heute die Demokratie und den Rechtsstaat gestürzt hätten. Dass man damit auch unseren Sozialstaat demontiert, werden wir in Zukunft spüren – und dieselben Manderln und Weiberln, die jetzt bei den Demos „Steckt´s euch eure Impfung in den Oasch!“ nachbrüllen (Samstag / Klagenfurt), werden verschämt im SOMA ausgeklaubte Lebensmittel billig kaufen und hoffen, dass sie dabei nicht gesehen werden.

walterkaernten
7
21
Lesenswert?

AK und CORONA

1.
Anreize sind nicht der richtige weg
Die IMPFUNG ist G R A T I S und wird von ALLEN steuerzahlerInnen finanziert.
Da sollte JEDE und JEDER dankbar sein, dass es so ein gutes soziales system gibt.

2.
ImpfverweigererInnen sollten PCR test etc SELBST bezahlen MÜSSEN
Auch sollten sonstige soziale transfairleistung für IMPFVERWEIGERiNNEN überdacht werden.

Es kann doch NICHT sein, dass einige wenige ein gehr gutes sozialsystem ins wanken bringen.

Man kann herumreden wie man will, aber DERZEIT gibt es nichts anderes als IMPFEN IMPFEN IMPFEN