BrennpunktschulenWiesinger: Sozial schwache Familien "sind verloren"

Susanne Wiesinger war im Bildungsministerium tätig, bis sie ihre offene Kritik daran den Job kostete. Heute arbeitet sie in einer Wiener „Brennpunktschule“. Ihr Fazit nach zwei Jahren Pandemie: Kinder aus sozial schwachen Familien sind chancenlos, die Politik lässt die Lehrkräfte damit allein.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Susanne Wiesinger
Susanne Wiesinger hat mit ihren Büchern "Kulturkampf im Klassenzimmer" und "Machtkampf im Ministerium" viel Staub aufgewirbelt. © (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
 

Frau Wiesinger, Ihre Schule und alle anderen im Land sind ins dritte Coronajahr gestartet. Wie verlief dieser Start?
SUSANNE WIESINGER: Wir haben uns alle gefreut, dass es wieder Präsenzunterricht gibt. Und wieder gehofft, dass in diesem Jahr alles besser wird. Aber diese Hoffnung hat sich schnell in Luft aufgelöst. Von Schulbeginn an haben sich die positiven und Quarantänefälle gehäuft. Und Quarantäne ist noch schlimmer als Distance Learning.

Warum?
Man vergisst, dass diese Kinder teils zwei Wochen aus der Klasse genommen werden. Wir Lehrer sind in dieser Zeit aber im Präsenzunterricht in der Schule und können sie nicht betreuen. In den Klassen herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, die Kinder fallen ständig aus ihrem Rhythmus. Und der Kontakt zu den Eltern ist in der Pandemie noch schwieriger geworden als er es vorher schon war.

Woran liegt das?
Diese Familien werden allein gelassen und wie Kranke auf eine Lepra-Insel verbannt. Wir versuchen es mit nachtelefonieren, aber da hat man dann hustende Eltern oder überforderte Kinder am Telefon.

Welche Rolle spielt hier der soziale und kulturelle Hintergrund?
Eine große. Ich gehe so weit und sage: Diese Familien sind verloren. Wenn ich putzen gehe und auf das Geld angewiesen bin, kann ich es mir schlicht nicht leisten, beim ersten Huster zuhause zu bleiben. Und ich lasse mich nicht testen, weil ich weiß, was passiert, wenn ich positiv bin. Nicht jeder ist so privilegiert, dass er sich diese Krankheit leisten kann. Diese soziale Kluft ist durch die Pandemie nicht größer geworden – sie ist geradezu explodiert.

Hat die Krise diese Familien härter getroffen als andere?
Keine Frage, das ist auch für Mittelstandsfamilien schwierig. Der Unterschied ist aber: Diese Kinder werden es schaffen. Denn das Geld für Therapie oder Sportstunden, wodurch diese Kinder Kraft schöpfen, ist da. Für unsere Schülerinnen und Schüler ist es das nicht. Ich wundere mich, warum jene, die sonst über die Diskriminierung und soziale Benachteiligung dieser Kinder klagen, so still sind. Wo bleibt der Aufschrei?

Stichwort Impfbereitschaft: Was hätte die Regierung tun müssen, um diese Familien besser zu erreichen?
Man hätte mit Leuten aus den Communities in eben diese gehen sollen. Nicht um zu belehren, sondern um zu informieren. Dann haben sie, wie alle anderen auch, das Gefühl, ernstgenommen zu werden. Damit hätte man viel mehr erreicht und könnte noch mehr erreichen. Aber auch das passiert nicht.

Was bedeutet das alles für die Schülerinnen und Schüler?
Die Folgen sind schlimm. Ihnen fehlt Tagesstruktur und viele sind schwer handysüchtig. Das ist die Kehrseite vom Distance Learning. Auch soziale Defizite beobachten wir. Sie sind nicht mehr gewohnt, mit Kindern aus anderen Communities zusammenzusein. Das hat kulturelle Konflikte noch verstärkt. Und sie zeigen wahnsinnig viele Versäumnisse. Nicht nur, weil sie Lernstoff nicht beherrschen, sondern weil sie oft schwere psychische Probleme haben.

Haben die Kinder Angst?
Ja, vor allem. Vor dem Testen, der Impfung, der Krankheit und davor, jemanden anzustecken. Außerdem können sie deutlich schlechter Deutsch, weil sie zuhause nicht damit konfrontiert sind. In Deutschklassen ist die Situation dramatisch. Wie sollen es die Kinder schaffen, in nur zwei Jahren in den Regelunterricht einzusteigen? Das ist ohne Pandemie schon schwer, jetzt ist es nahezu unmöglich.

Wie kann man dem begegnen?
Das Problem ist, dass wir das vorherige System nahtlos fortführen – als hätte es Corona nie gegeben. Das ist doch verrückt. Die Verantwortlichen müssen jetzt den Mut haben, sich etwas Neues zu überlegen. Zum Beispiel das Wiederholen von Schuljahren oder mehr Zeit für den Abschluss. Denn die Situation am Arbeitsmarkt wird ja nicht besser. Oder man räumt den Schulen ein, solche Konzepte zu erarbeiten. Aber aktuell wird ihnen nicht einmal zugehört. Man hat diese Pandemie nun schon zum zweiten Mal verschlafen. Und suggeriert sogar noch, dass sie vorbei ist.

Wie fühlt es sich angesichts dieser täglichen Eindrücke an, wenn man so etwas von der Politik hört?
Zuerst waren wir wütend. Aber jetzt sagen wir uns: Ihr könnt reden, was ihr wollt. Wir wissen, dass die Realität anders ausschaut. Das Vertrauen ist weg. Das gilt übrigens für jede Partei. Wir versuchen, uns auf die Kinder zu konzentrieren und tun alles, damit sie da halbwegs durchkommen. Damit lässt man uns völlig allein. Wir weinen auch manchmal. Vor allem, wenn wir einem Kind erklären müssen, dass es positiv ist. Ich darf nicht einmal öffentlich sagen, dass ich ein positives, symptomfreies Kind, das da vollkommen panisch gesessen ist, in den Arm genommen habe. Das ist doch verrückt.

Denken Sie manchmal ans Aufgeben?
Nein. Denn wenn ich in der Schule bin, kann ich immerhin etwas tun. Wenn ich mich in ein Kammerl im Ministerium verkrieche, kann ich nur reden. Und wegschauen. Ich wollte früher viel verändern. Aber diese Pandemie hat mich bescheiden gemacht. Ich äußere meine Kritik aber weiter öffentlich, damit sich etwas ändert.

Warum tun es Ihnen Ihre Kolleginnen und Kollegen nicht gleich?
Das ist nicht leicht, denn man kann hier kaum sachlich diskutieren. Weder mit den Rechten, die instrumentalisieren, noch mit den Linken, die gleich gar nicht darüber sprechen wollen. Nach dem Motto: Wenn ich nicht darüber spreche, ist es nicht da. Das ist ein schwerer Fehler.

Was muss jetzt geschehen?
Was ich mir wünsche, ist, dass sich die Parteien endlich zusammentun und sich einen Plan für die Schulen überlegen. Was ich aber befürchte, ist, dass das Ganze wieder in einem irrsinnigen politischen Hickhack enden wird. Und sich am Ende wieder nichts ändert.

Kommentare (21)
smithers
7
16
Lesenswert?

Die Frau ist noch immer TOP!

Meine Höchstachtung genießt Frau Wiesinger seit Jahren. Seit ich sie in diesem bekannten Video das damals erstmalig auf Servus Tv gebracht wurde, gesehen habe. Leider tut sich in dem Bereich aber nicht viel um die Istsituation zu verbessern. Im Gegenteil, die von vielen österreichischen Politikern geforderte oder von anderen auch tolerierte Armutszuwanderung wird das ganze Problem nicht lösen oder verbessern sondern natürlich noch weiter verschärfen.
Man wird sich hier zumindest mittelfristig eine neue Strategie überlegen müssen. Nur darauf zu warten ob der Sozialstaat tatsächlich einmal zusammenbricht, wird zu wenig sein.

Sam125
9
24
Lesenswert?

Brennpunktschulen!!Ja Frau Wiesinger sagt das ganz richtig, doch sie sagt nicht

(mehr)dazu warum das so ist!Es sind in den letzten Jahren abertausende Migranten aus allen Herrenländer zu uns eingewandert und unsere Politiker und die dafür verantwortlichen Personen, haben es von Anfang an verabsäumt unsere kulturellen und für eine Gemeinschaft wichtige Integration in unsere Gesellschaft einzufordern!Unser Hr BP VdB hatte sogar die Idee, dass wir alle uns als Zeichen der Solidarität mit unseren neuen Mitbürgern auch ein Kopftuch umbringen sollen!Ja so schaut es aus im Staate Österreich und jetzt wo durch Corona sich die Lage mit den Brennpunktschulen auch noch verschärft hat,kommt das große Jammern!Ich bin auch der Meinung,wenn Menschen sich entschließen in ein fremdes Land einzuwandern und sie alle Vorzüge des Landes genießen dürfen,dann ist wohl das mindeste was man verlangen kann,dass diese Menschen von sich aus wenigstens die Sprache lernen und sie SICH selbst anstrengen um im Leben weiterzukommen,genauso ist es zb in Australien und es funktioniert sehr gut!

kersc127
18
17
Lesenswert?

Frau Wiesinger hat leider Recht.

Sozial schwache Familien haben nicht die finanziellen Möglichkeiten, wie Kinder von Akademikern, wie zum Beispiel Ärzte. In der ganzen Coronakrise haben wir auf die Zukunft vergessen. Weil uns die Vergangenheit wichtiger ist als die Zukunft. Wir impfen jeden in den Alten und Pflegeheimen ohne nach zu denken, wer uns versorgen wird. Menschen sterben mit und ohne Impfung. Aber warum sollen unsere Kinder die Rechnung zahlen. Unsere Politiker investieren in die Vergangenheit und nicht in die Zukunft.

Patriot
6
28
Lesenswert?

Ja, sie verkriechen sich im Ministerium

und in den Bildungsdirektionen!
Sie wissen, dass vieles im Argen liegt, aber sie quälen die Lehrerinnen und DirektorInnen nach wie vor in erster Linie mit praxisfernen Erlässen und Verordnungen!

DergeerdeteSteirer
0
2
Lesenswert?

"Null" Praxisbezug ist der Ausdruck der hier das Kind beim Namen nennt, ...............

da bekleiden teils Personen Posten und Ämter welche in der Privatwirtschaft mit einer Rute verjagt würden, leider nimmt es auch in diesen Bereichen mehr und mehr Überhand das sogenannte Abgänger von höheren Schulen Posten inne haben welche von der Praxis meilenweit entfernt sind!
Ich will hier niemanden herabsetzen, jedoch sehe ich es in meinem Berufsfeld was da von solch wichtig tuenden abgesondert und gefordert wird, jene die mit realem Denken und Logik bewandert sind tun sich gegen solche sehr sehr schwer, die Überzeugungsarbeit frisst stets wertvolle Zeit weg, bedeutet stetigen Mehraufwand und man kämpft teils mit großer Mühe dagegen an!

Guccighost
32
20
Lesenswert?

sowas blödes

kenne viele die aus ärmlichen Verhältnissen kommen und was aus sich gemacht haben.
Jeder ist seines Glückes Schmied

Ogolius
19
19
Lesenswert?

Diese Dekadenz ….

… Ihres Textes ist zum fremdschämen! In der Gesellschaft hat sich aufgrund des Neokapitalismus der soziale Lastenausgleich schon lange verabschiedet. Wie kann es zB sein, dass Ärztekinder ebenfalls Arzt studieren können? Der finanzielle Background schafft den ersten Teil der Ungleichheit, zum zweiten Teil nützen sie die soziale Absicherung des freien Studiums, das mit den Steuergeldern von denen gestützt wird, die sich das Studium nicht leisten können! Wo ist in diesem Fall der gerechte Zugang zur Leistung unter dem Text:“Jeder ist seines Glückes Schmied“?

Guccighost
17
20
Lesenswert?

Zum fremdschämen

Sind die die immer nur ausreden haben und sagen wie arm sie sind und die Hand aufhalten.
Immer diese Opferrolle in unserem Land hat jeder die Chance was aus sich zu machen.
Ob ich es jetzt vom kleinen Lehrling zum Meister mache oder ich gehe als junger Mensch auf Saison und lerne dort neues.
Es muss ja nicht gleich Arzt sein.
Diese jammerei geht mir schon so auf die Nerven.

Balrog206
7
23
Lesenswert?

Zuerst

Musst aber schon die Aufnahmsprüfung bestehen oder reicht es einen Papa als Arzt zu haben ! Glaube nicht !

scionescio
31
13
Lesenswert?

Ist das nicht die Wutlehrerin…

… die bei den Türkisen angewanzt hat, dann als Vorzeigelehrerin einen super dotierten Vertrag als Ombudsfrau bekommen hat und ihr Job darin bestanden hat, durch Österreich zu reisen, um sich ein Bild zu machen (obwohl sie in ihrem Buch behauptet hat, alles zu wissen und die Ursachen zu kennen) und eMails in der von ihr eingerichteten Mailbox zu beantworten?

Sie ist vom Unterrichtsministers direkt eingesetzt worden und hat in der ganzen Zeit genau nichts erreicht oder sogar verbessert - aber jetzt weiß sie schon wieder alles besser und die KLZ gibt ihr schon wieder eine Bühne… sagenhaft!

In der Privatwirtschaft sind Leute, die ständig vorgeben, alles besser zu wissen und dann nichts auf die Reihe bringen, wenn man ihnen die Gelegenheit bietet, nicht nur zu reden sondern auch zu machen, die Ersten, die man vor die Tür setzen sollte, weil sie nur Unruhe stiften um Aufmerksamkeit für die eigene Person zu erzeugen, aber in Wahrheit völlig überfordert sind und nichts weiterbringen… aber dort gibt es ja auch keine Pragmatisierung!

levis555
9
16
Lesenswert?

Tun Sie jetzt Bürger gegen Beamte aufhetzen und auseinanderdividieren?

ist Ihnen noch zu wenig Spaltung allenthalben? Bei Ihnen scheint das Bonmot zuzutreffen „gibt der Herr jemandem ein Amt, so nimmt er ihm den Verstand“

scionescio
15
8
Lesenswert?

@jeans: welches Amt soll ich den haben???

Bei nochmaligem aufmerksamem und sinnerfassendem Lesen sollten auch sie zum Schluss kommen, dass es mir weder um Beamte, noch um Pragmatisierung geht, sondern dass ich mit opportunistischen Wendehälsen mit Aufmerksamkeitsdefizit wenig anfangen kann.

levis555
3
6
Lesenswert?

@ Scio…Wie kommen Sie dann auf das Wort „Pragmatisierung“ oder weshalb beweinen

Sie die Nichtleistung der Nichtbeamten. Wissen Sie überhaupt noch, was Sie schreiben?

illyespresso
5
26
Lesenswert?

Sozial schwach? Finanziell schwach!

Diese Familien und sind größtenteils nicht sozial schwach - im Gegenteil. Vielmehr handelt es sich um Familien, deren finanzielle Situation wie es pointiert gesagt wird. Eltern in prekären Arbeitsverhältnissen die sich kaum die Wohnung und die Grundversorgung leisten können, werden auch von der Gesellschaft, und da können wir uns schon alle bei der Nase nehmen, eher "an den Rand gedrängt" mit all den Konsequenzen.

Dr.B.Sonnenfreund
13
12
Lesenswert?

Quarantäne ist schlimm genug

Über die Quarantäne wird selten gesprochen, dieses Thema wird extrem gemieden, die Problematik gar nicht angesprochen. Wir haben das Glück, nicht zu den sozial Schwachen zu gehören, reich sind wir aber nicht, Mittelstand eben. Der Fall einer Quarantäne ist für meinen 11 jährigen Sohn Gotts ei dank nie eingetreten, es wäre allerdings für ihn extrem schlimm gewesen, da er sehr großen Freiheits und Bewegungsdrang hat, und in seinem Leben eigentlich noch nie auch nur einen einzigen ganzen Tag nur in der Wohnung war. Und ich denke anderen geht es ähnlich. Gott sei dank hat er jetzt mit seinen 11,5 Jahren schon beide Impfungen,. Er hatte auch nie wirklich Angst vor Corona und schon gar nicht vor der Impfung, die für ihn eine Erlösung war, und sein sehnlichster Wunsch, den ich ihm erfüllen konnte. Denn jetzt kann er keine K 1 Person mehr sein. Auch haben wir den Kindern so gut es geht versucht Normalität zu bieten. Bei uns war als einer der wenigen Familien im letzten Lockdown "open house", und bis zu acht Kinder gingen ein und aus. Nichts ist passiert, und die Kinder waren mega dankbar für unsere "Gastfreundschaft". So gehts auch meine lieben Freunde, so einfach ist das.

Wambacher
5
12
Lesenswert?

wir waren....

...2x in Quarantäne und 2 Mal im Lockdown. von Schulschließung betroffen. Für einen 10jährigen eine Zumutung, für mich als Alleinerziehende fast existenzbedrohend. Wie lang schaut ein Arbeitgeber da zu? Wie beliebt macht man sich da bei Arbeitskollegen. Kinderbetreuung von außen war ja nicht erlaubt...
Schulschließungen haben unglaublich viele negative Folgen für die Familien aber auch für die Gesellschaft, wenn man z.B. nur einmal an die Folgekosten denkt, frage ich mich schon, ob das alles nicht wahnsinnig überzogen war und ist.

mrhohl
2
31
Lesenswert?

Danke

für das Interview! Was hier noch fehlt, wären ehrliche Reaktionen der Verantwortlichen höherenorts...

GordonKelz
0
17
Lesenswert?

Da können Sie lange warten....!

Gordon

Wambacher
6
34
Lesenswert?

S.g.Frau Wiesinger! Danke!

Danke für ihre offenen und kritischen Worte, die tun einem enttäuschten Elternherz wahrlich gut..
Mir wurde von den Lehrerinnen ´´´´´´´´´´´´meines Kindes am Ende seiner Volksschulzeit, im Juli 2021 erklärt, dass sie mit dem Stoff trotz Pandemie und Distance Learning, durchgekommen und alle Kinder mitgekommen seien. Das würde im Umkehrschluss ja heißen, dass die Kinder in "normalen" Zeiten viel zu viel Zeit in der Schule verbringen. Eine derartige Verleugnung der Tatsachen ärgert mich. Ich sehe ja die Defizite bei meinem Kind, die durch die Pandemie entstanden sind,. Dabei habe ich mir extra Zeit genommen, es soviel zu unterstützen wir möglich. Die Lehrer waren im Distance Learning jeden Tag 10 Minuten online, dann waren wir auf uns alleine gestellt und am Abend musste alles auf eine Plattform hochgeladen werden. Das war eine Herausforderung, die man, wenn man als Eltern krank oder arbeiten war, kaum bewältigen konnte. Eine arbeitende Mutter hat mir gesagt, sie schlafe deshalb kaum mehr.
Ich hätte mir für dieses Jahr eine Art "Nachreifklasse" gewünscht, einer Art Familienklasse , in der die Kinder, aller Schulstufen, die das gebraucht hätten, um Stoff nachzuholen oder zu vertiefen. Die Sommerschule war ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Bildungsministerium hat hier versagt, Fassman sollte endlich zurücktreten und visionär denkenden Menschen das Ruder übergeben.

Dr.B.Sonnenfreund
10
14
Lesenswert?

Sommerferien für Lernen tabu

Mein Sohn hat die Volksschule im Juli 2020 abgeschlossen. Alles hat geklappt, er hatte nur einen Zweier. Er ist jetzt in der Zweiten im Gymnasium. Natürlich haben wir ihn in den Sommerferien nach dem schwierigen Corona Jahr in Ruhe die Ferien genießen lassen. Eine "Sommerschule" käme nie in Frage, eine Horrorvorstellung einfach nur für unser Kind und uns selbst. Sport und Bewegung im Freien sind im Sommer das Wichtigste. Von einer Woche in einem Tenniscamp etwa hat das Kind im Sommer viel mehr Profit als eine Woche zusätzlich drinnen in der Schule zu sitzen.

Wambacher
0
10
Lesenswert?

frage der gestaltung

...ein Kind das mitkommt, muss ja auch nicht in die Sommerschule. Es geht um die Kinder, die Aufholbedarf haben. Außerdem ist es eine Frage der Gestaltung des Sommerunterrichts mit Ausgewogenheit zwischen Lernen, Freizeit und Spiel. Und dafür könnte die Sommerschule aus meiner Sicht 4 Wochen dauern. Das hätte den zusätzlichen Effekt, dass wir arbeitenden Alleinerziehenden nicht jedes Jahr im Sommer in Betreuungsnotstand für unsere Kinder kommen. Wenn Betreuung oder Hort, ist das leider sehr kostenintensiv, und wenn man dann gkeich mehr Kinder hat...oje.... Wo landen die Kinder arbeitender (Allein)erziehender, wenn sie in den Ferien nicht betreut sind? Allein zuhaus, vor dem computer oder Fernsehapparat oder in irgendeinem Park, wo sie nix g´scheites lernen, eher im Gegenteil.