CoronaDas rote Wien gilt inzwischen auch schwarz-türkisen Ländern als Vorbild

Die Länder reagieren höchst unterschiedlich auf die steigenden Corona-Zahlen. Das rote Wien schreitet auch jetzt wieder voran, die Steiermark und Salzburg schärfen nach. Nur das Burgenland will im Gegenteil sogar lockern.

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Hans Peter Doskozil und Michael Ludwig: Das kleine Burgenland denkt an Lockerungen, das große Wien ist noch vorsichtiger als bisher
Hans Peter Doskozil und Michael Ludwig: Das kleine Burgenland denkt an Lockerungen, das große Wien ist noch vorsichtiger als bisher © APA/ROBERT JAEGER
 

Während die Steiermark am Mittwoch neue Regeln präsentierte, Oberösterreich und Salzburg die FFP2-Maskenpflicht erweitern bzw. es schon getan haben und Wien längst einen restriktiven Kurs fährt, will das Burgenland sogar lockern. Auch in Vorarlberg, Niederösterreich und Kärnten sind aktuell keine Änderungen in Vorbereitung. Salzburg schärft dafür weiter nach.

Das rote Wien gilt inzwischen auch vielen schwarz-türkisen Landeshauptleuten als Vorbild.  Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker haben vieles richtig gemacht. Mit der Zahl der Testungen - und damit verbunden auch bei der Aufklärungsrate - steht Wien an der Spitze. Bei der Durchimpfungsrate liegen nur das kleine Burgenland sowie Niederösterreich und die Steiermark vor Wien. Die 7-Tages-Inzidenz ist nur im Burgenland und in Vorarlberg geringer.

Zentral in Wien ist eine FFP2-Pflicht im gesamten Handel. Dazu gilt in der Nachtgastronomie 2G. Das heißt, man muss geimpft oder während der vergangenen sechs Monate genesen sein, um Clubs oder Discos betreten zu können. Grundsätzlich werden bei Über 12-Jährigen nur noch PCR-Tests akzeptiert. Außerdem sind diese nur 48 Stunden gültig.

Zuletzt wurde für Kinos und kleinere Events in Wien die Etablierung der 2G-Regel statt der Maskenpflicht etabliert, und die PCR-Tests ("alles gurgelt") wurden von den Schulen auf die Kindergärten ausgedehnt.

In der Steiermark gilt, wie berichtet,  künftig wie in Wien in der Nachtgastronomie und bei Events mit mehr als 500 Personen 2G. Das heißt, Teilnehmer müssen geimpft oder genesen sein. Dazu kommt eine FFP2-Pflicht in Kundenbereichen, bei Kulturevents und bei religiösen Zusammenkünften.

Beschäftigte und Besucher in Spitälern, Kuranstalten und Pflegeheimen unterliegen künftig einer PCR-Test-Pflicht, wenn sie nicht genesen oder geimpft sind. In Ordinationen gilt selbiges für das Personal.

Bereits am Freitag in Kraft treten die neuen Regelungen in Oberösterreich. Auch hier wird eine FFP2-Pflicht im gesamten Handel etabliert. Diese soll auch in Kultureinrichtungen gelten.

Im Bundesland Salzburg gilt bereits seit dem 18. Oktober eine FFP2-Maskenpflicht für den Handel, Kultureinrichtungen und den Besuch körpernaher Dienstleister. Zugleich wurden Mitte Oktober über drei Hochinzidenz-Gemeinden im Tennengau (Bezirk Hallein) Ausfahrtsbeschränkungen verhängt. Darüber hinaus will das Land nun in Zukunft keine Antigentests, sondern nur mehr die deutlich verlässlicheren PCR-Tests anerkennen - also die 3G-Regel mit der 2,5G-Regel ersetzen.

"Die entsprechende Verordnung könnte bereits Ende der ersten November-Woche vorliegen", sagte ein Sprecher von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) am Donnerstag zur APA. Die kostenlosen PCR-Gurgeltests seien flächendeckend allerdings erst seit gestern, 27. Oktober, in den Spar-Märkten erhältlich. "Darum wollen wir zunächst schauen, wie das System anläuft".

In Kärnten waren dagegen mit Stand Donnerstagvormittag keine Verschärfungen der Corona-Maßnahmen geplant. "Man hat die Infektionslage natürlich genau im Auge - aktuell hält man in Kärnten aber die vom Bund gesetzten Maßnahmen für ausreichend", sagte Gerd Kurath vom Landespressedienst. Wo die vulnerabelste Gruppe ist - in den Alters- und Pflegeheimen - habe man in Kärnten ohnehin besonders strenge Maßnahmen gesetzt, um eine Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern.

Ob es neben aktuell bestehenden Ausreisekontrollen in niederösterreichischen Bezirken weitere Maßnahmen geben soll, werde spätestens am kommenden Mittwoch entschieden, teilte Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) mit. Experten seien "beauftragt, weiterführende Maßnahmen auszuarbeiten, die sinnvoll und praktikabel sind".

Auch werde bis dahin die 3G-Regel am Arbeitsplatz (ab 1. November, Anm.) in Kraft treten. Zudem werde man sehen, wie sich die Herbstferien auf ein Abflachen der Zahlen auswirken, so die Landesrätin. Einmal mehr wies sie auf das große Impfangebot in Niederösterreich hin und appellierte, "davon Gebrauch zu machen".

Auch in Vorarlberg, das in den vergangenen zwei Wochen den negativsten Trend hatte und ab kommender Woche auch wieder an den Schulen testen wird müssen, will die Politik vorerst auf eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen verzichten. Zum jetzigen Zeitpunkt und aus heutiger Sicht seien keine strengeren als die aktuellen Bestimmungen vorgesehen, hieß es auf entsprechende APA-Anfrage aus dem Büro des Landeshauptmanns.

Noch weiter geht man im Burgenland, das immerhin neben Wien als einziges Bundesland auf der Corona-Ampel nicht rot geschalten werden dürfte. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) strebt Lockerungen an, wenn das von ihm ausgegeben Ziel erreicht wird. Demnach sollen bis zum Landesfeiertag am 11. November 80 Prozent der impfbaren Bevölkerung gegen Corona geimpft sein. 1.141 Stiche sind hierzu noch nötig laut dem Countdown auf burgenlandimpft.at. Über die angestrebten Lockerung der Maßnahmen werde mit dem Bund gesprochen.

Die Zahlen in den Spitälern seien jedenfalls stabil, hieß es aus dem Büro des Landeshauptmanns. Der Koordinationsstab Coronavirus vermeldete aktuell 110 Neuinfektionen und 21 Patienten in Krankenhäusern, davon befinden sich zwei auf der Intensivstation.

Kommentare (1)
wischi_waschi
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Lesenswert?

Das rote Wien

Sicher kein Vorbild für mich!