Im InterviewMeinungsforscher Hajek: „Umfragen fälschen kann jeder Trottel“

Meinungsforscher Peter Hajek im Interview über den Einfluss von Umfragen auf Wählerinnen und Wähler und den Vertrauensverlust in seine Branche.

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Meinungsforscher Peter Hajek
Meinungsforscher Peter Hajek © APA/HANS PUNZ
 

Manipulierte Meinungsumfragen sorgen derzeit für Debatten. Was sagt das über Ihre Branche aus?
Peter Hajek: Dieser Fall sagt nichts über die Qualität unserer Arbeit aus, sondern zeigt lediglich, dass es hier jemanden mit krimineller Energie gegeben hat. In Österreich und im Rest Europas gibt es klare Richtlinien für die Meinungsforschung.

Wie schwierig ist es dann, Umfragen zu „frisieren“?
Frisieren heißt schlicht fälschen und das kann jeder Trottel. Man muss ja nur einfach Zahlen umschreiben oder umdrehen. Da gibt es keine geheimen Möglichkeiten, Fälschen bleibt Fälschen.

Was bringt es einer Partei, Umfragen innerhalb Schwankungsbreite zu manipulieren, die in nur einem Medium erscheinen?
Es gibt drei Zielgruppen: Die erste offensichtliche sind die eigenen Funktionäre. Die Zweite sind andere Medien, die die Umfrage vielleicht übernehmen oder dadurch beeinflusst werden könnten. Und die dritte Gruppe sind die Wählerinnen und Wähler. Die nehmen so etwas aber am wenigsten zur Kenntnis.

Umfragen beeinflussen also keine Wahlen?
Vor 25 Jahren gab es eine Studie, die diesen Einfluss im einstelligen Prozentbereich verortet hat. Wählerinnen und Wähler lassen sich selten von Umfragen oder Polit-Experten beeinflussen. Sie sind nicht ja dumm und suchen aus, wovon sie überzeugt sind. Mit der Politik machen Umfragen aber schon etwas.

Und zwar?
Interne Umfragen haben 1999 gezeigt, dass Schüssel verliert und Haiders FPÖ an ihm vorbeizieht. Daraufhin hat er angekündigt, in Opposition zu gehen. Es sind also nicht Umfragen, die Dinge ändern, sondern das veränderte Verhalten politischer Akteure.

Wie hat sich das Verhältnis zwischen Medien und Meinungsumfragen entwickelt?
Bis in die 70er Jahre ließen nur Parteien Umfragen erstellen, mit denen sie Journalisten alles erzählen konnten. Anfang der 80er wollten die Medien aus Kontrollgründen dann eigene Umfragen, um zu wissen, was Sache ist.

Wie kann Ihre Branche nun Vertrauen zurückgewinnen?
Ich wüsste nicht, was sich ändern soll. Wir setzen bereits auf volle Transparenz und bieten auch an, dass jene, die an einer Umfrage zweifeln, die Rohdaten einsehen können.

Wie erleben Sie die Debatte um manipulierte Umfragen?
Sie ist entbehrlich. Nach 2016, als die Wahlforscher den ersten Durchgang der Bundespräsidentschaftswahl nicht sehr treffsicher vorhergesagt hatten, wollten wir die Qualität verbessern und haben uns auf Transparenz und einen Methodenmix geeinigt. Damit ging ein enormer Qualitätsschub, einher. Und diese Qualität hat mit krimineller Energie wie in der aktuellen Causa nichts zu tun.

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Danke für Ihr Verständnis.

helmutmayr
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Fälschen schon

aber erwischt werden dabei wegen blöder Chats passierte halt dem Obergauner.

Zuckerpuppe2000
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Marktforschung

Was bringt der ganze Mist, der größte Teil der Wähler lässt sich durch Umfragen sowieso nicht beeinflussen.

neuernickname
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Geld für die Meinungsforscher - das bringts

Die leben davon.

neuernickname
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Vielleicht sollten die Meinungsforscher dann was sinnvolles arbeiten

Denn aus dem Interview lese ich.
Die Umfragen interessieren ausschließlich die Politiker.
Jeder Trottel kann sie fälschen - dann muss auch jeder Trottel "richtige" Umfragen zusammenbringen. Denn offenbar ist es ja keinem der echten Experten aufgefallen, was die Trottel da zusammengefälscht haben. Sonst würdma jetzt ja dieses Interview da gar net lesen.

Unser Problem ist, dass viel zu viele Systemausnutzer (wie eben diese Meinungsforscher die nach Selbsteinschätzung außer Politikern kein Mensch braucht) von zu wenigen Systemerhaltern (diejenigen die produktiv arbeiten und dafür geschröpft werden) erhalten werden müssen.

Wenn die Umragen keine Bedeutung haben, dann weg damit.

Stubaital
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Umfragen

Das heißt alle Politiker sind Trotteln.
Hajek hat es auf den Punkt gebracht.

STEG
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Umfragen fälschen kann jeder Trottel

Wenn es jeder Trottel kann und auch lt. Kommentar nichts bringt, wozu dann? Müssen ja noch größere Trottel sein, die es trotzdem versuchen. Noch trauriger!!!

calcit
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Man muss halt auch Umfragen, besonders die Daten lesen können...

Wie schaut es mit der Stichprobe aus? Ist die Stichprobe repräsentativ? Wie schaut es mit den Schwankungsbreiten aus? Eine Umfrage bei der z.B. die Schwankungsbreiten nicht angegeben werden ist mangelhaft. Was wurde überhaupt abgefragt?

Morpheus17
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Gewichtung der Rohdaten immer ein Graubereich

Darum war und ist auch bekannt, dass je nach nstitut, die Umfragen eher für die Linken oder eher die rechten Partein besser sind.

calcit
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Vollkommen richtig...

... mein Vater hat mir erzählt wie er in den 50er Jahren für die Roten Umfragen gemacht hat. Nunja... auch kein Unterschied. Alles Gau...

Vielgut1000
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Das ist eben das Unverständliche.

Die ÖVP sollte Umfragen gekauft haben?
Warum?
Kurz lag ja bei den Menschen immer sehr gut.
Warum kauft man in diesem Fall Umfragen?

Guccighost
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aber was ich mich

erinnern kann lag sie bei den Prognosen nicht schlecht

hfg
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Um Umfragen für Wahlen zu fälschen

braucht man ohnehin keine „kriminelle Energie“ aufzuwenden, weil sie ohnehin ein unglaublich schlechtes Ergebnis darstellen und immer weit daneben liegen. Im besten Fall kann man einen Trend ablesen, das war es aber schon. Wenn selbst der Meinungsforscher sagt, das man die Wähler praktisch nicht erreicht bzw. am wenigsten beeinflusst, dann fragt man sich wozu das Theater, die Kosten und der Aufwand.
Ich persönlich lehne ohnehin jede Anfrage für eine Umfrage ab, dazu ist mir die Zeit zu kostbar und manipuliert wird ohnehin praktisch immer. Fragestellung, Zeitpunkte, Personen, Anzahl usw. bestimmen das Ergebnis.

UHBP
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@hf..

"Um Umfragen für Wahlen zu fälschen braucht man ohnehin keine „kriminelle Energie“ aufzuwenden, "
Ja, wie dumm war denn dann die Basti-Truppe?
Ohne Nutzen und dann noch das Steuergeld zu verwenden. Wirklich saudumm.

Helmut67
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Wetterbericht

Ist genauer. Wirtschaftforscher-Meinungsforscher.Schreiben was gebraucht wird.vor denn Lohnverhandlungen der Wirtschaft geht es schlecht. Vor einer Wahl wird die Umfrage in die Richtung gebracht das die Partei profitiert davon.und bezahlt wird hintenrum das es nicht auffällt.