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Familien nach dem LockdownEltern mehrheitlich unzufrieden mit den Vorbereitungen der Regierung

Familien mit Kindern werden in der Coronakrise finanziell und psychisch besonders belastet. Besonders angespannt ist die Situation in einkommensschwächeren Haushalten.

© (c) imago images/Westend61 (Jose Luis CARRASCOSA via www.imago-images.de)
 

Zwei Drittel aller Eltern finden, die Bundesregierung habe das Bildungssystem zu wenig auf die zweite Corona-Welle und die erneute Umstellung auf Distanzunterricht vorbereitet. Das pädagogische Personal in Schulen und Kindergärten hingegen bekam für die Vorkehrungen von Eltern mehrheitlich ein gutes Zeugnis ausgestellt. Das ergab eine Studie des Meinungsforschungsinstituts SORA mit dem Momentum Institut, für die Eltern von Kindern bis 14 Jahren zu ihrer Situation während des zweiten Lockdowns befragt wurden.

Schon nach dem ersten Lockdown im Frühling wurde erhoben, wie Familien mit der Situation zurecht kommen. Die Ergebnisse der aktuellen Befragung unterscheiden sich teils stark von den Angaben im Frühling. Die psychische Belastung von Eltern nahm gegenüber dem ersten Lockdown noch zu. "Die derzeitige Situation belastet mich sehr", sagten zwei Drittel der befragten Mütter und jeder zweite der befragten Väter.

  • Beim ersten Lockdown arbeiteten 22 Prozent der Eltern in Kurzarbeit, beim zweiten waren es nur mehr zehn Prozent. Im Frühling arbeiten 45 Prozent der Eltern im Homeoffice, im Herbstlockdown waren es nur mehr 28 Prozent.

  • Während zwei Drittel aller Mütter und Väter im ersten Lockdown ihre Arbeitszeit deutlich reduzierten, arbeiteten sie während der Herbst-Schließlungen im Schnitt pro Woche nur um zwei Stunden weniger als vor der Krise.

  • Das erklärt auch den verstärkten Bedarf an Kinderbetreuung: Jedes dritte Kind wurde im Herbstlockdown weiterhin in Schulen oder Kindergärten betreut. Im Herbst waren es nur fünf Prozent.

Belastung ungleich verteilt

Die Corona-Krise hat die österreichischen Familien mehrheitlich auch finanziell stark belastet. Etwa die Hälfte berichtet von Einkommensverlusten. Jede dritte Familie musste in diesem Jahr ihre Ersparnisse angreifen.

Die Situation unterscheidet sich jedoch stark nach Ausbildungsgrad und Nettoeinkommen: Bei 70 Prozent der einkommensschwächeren Haushalte gibt es keine Rücklagen mehr. Im unteren Einkommensdrittel stieg die Arbeitslosigkeit stärker, und ein größerer Teil suchte zum Befragungszeitpunkt gar nicht erst nach einem Arbeitsplatz. Auch die psychische Belastung von Familien, die über höchstens 3.000 Euro pro Monat verfügen, liegt deutlich höher als bei jenen mit einem höheren Haushaltseinkommen.  

Innerhalb der Familien sind Frauen stärker belastet als Männer: "Jede dritte befragte Frau arbeitete früh morgens oder abends, jede zehnte sogar in der Nacht, um trotz Kinderbetreuung Zeit für Erwerbsarbeit zu finden", sagt Barbara Blaha, Leiterin des Momentum Instituts.

Das Momentum Institut empfahl auf Basis der Befragung einen Maßnahmenmix auf Bundes- und Länderebene. Eine höhere Familienbeihilfe oder der Verzicht auf Elternbeiträge in Schulen, Kindergärten und Horten könnten gerade einkommensschwache Familien entlasten. Zudem sollte das Arbeitslosen-Geld von derzeit 55 Prozent auf 70 Prozent erhöht werden.

 

Kommentare (8)
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Summerrain777
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Unterschiedliche Sichtweise

Wenn die jetzige Situation schon als so belastend empfunden wird, was wird dann sein, wenn es einmal einen Krieg geben wird? Drehen sie dann völlig durch?

Für manche Eltern wäre es besser gewesen , wenn sie keine Kinder bekommen hätten.

Für mich kann ich nur sagen, dass ich es genieße, zu Hause arbeiten zu dürfen und gleichzeitig mit meinen Kindern zu lernen, zu spielen, oder einfach nur da zu sein. Ich hoffe, diese Zeit hält noch ein wenig an.

kukuro05
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...und zu der benachteiligten....

....15jährigen die den Staat wegen der Maskenpflicht verklagt, darf ma nix schreiben.....

kukuro05
2
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Eltern sind heutzutage prinzipiell.....

.....mehrheitlich unzufrieden, denn Prinz Sohn und Prinzessin Tochter sind immer im Nachteil.

Alle wollen Kinder und wenn die dann da sind sind sie entweder eine Belastung oder sie werden grundsätzlich benachteiligt.

Leop
4
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KKN

Immer wieder das selbe Eltern fühlen sich belastet,wenn man nichtbelastbar ist dann bitte keineKinder. Wir waren 3 KinderderVater war im Krieg, es sicher für unsere Mutter nicht leicht.

pietrok5
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Distance Learning Top, Chaos danach !

Mich hat keiner gefragt ! Ich kann nur sagen, daß das Homeschooling für meine Tochter (4.Kl. Volksschule) gut funktioniert hat, wesentlich besser als im Frühjahr.
Danach hat das Chaos begonnen: Mehrere Corona Infektionen in der Schule am 7.12., Tochter letzte Woche zuhause. Gestern die neue Meldung: Weitere Corona Fälle, vor allem in der Ganztagsbetreuung.
Schulleiterin wollte ein mobiles Testteam, dies war nicht möglich. Nun bleiben einige Kinder zuhause, es ist Maskenpflicht ganztägig auch im Unterricht. Ein normaler Schulbetrieb ist nicht möglich, mehrere Eltern wollen ihre Kinder bis Weihnachten zuhause behalten.
Dieses Chaos wurde von Fassmann abwärts von allen Behörden verschuldet, die Leidtragenden sind Kinder, Eltern und vor allem die Lehrer, die völlig im Regen stehen gelassen werden.

gberghofer
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Aktuelle Befragung?

Von wem durchgeführt?

lieschenmueller
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Von jemand, der will, dass sich alle unter 3000 Euro

arm fühlen?

kukuro05
3
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Genau so ist es!

Und wenn sich alle arm fühlen sind sie auch unzufrieden und nur ein unzufriedenes Volk ist ein gut lenkbares Volk