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Häusliche GewaltRaab und Zadic: "Gehen mit voller Härte des Gesetzes gegen Gefährder vor"

Um die nun steigende Zahl an Fällen von häuslicher Gewalt einzudämmen, präsentierten die Frauen- und die Justizministerin eine neue Offensive.

Raab und Zadic
Raab und Zadic © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Die Beschränkung des öffentlichen Lebens, die zunehmende Verlagerung ins Home Office und die schwierige wirtschaftliche Lage haben eine weitere Auswirkung - sie lässt die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt im Land steigen.

Um dem entgegenzuwirken, präsentierten Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) und Justizministerin Alma Zadic (Grüne) eine "Offensive gegen häusliche Gewalt".

Raab begann damit, dass es nun wichtig sei, zuhause zu bleiben. Dennoch bedeute das für viele Frauen "Gefahren, die sich aus dieser Ausnahmesituation ergeben". Die Gefahr von häuslicher Gewalt in physischer und psychischer Form erhöhe sich derzeit vielfach, jede fünfte Frau in Österreich sei "schon unter normalen Bedingungen" in Österreich einer solchen Gewalt ausgesetzt. Ihr sei es nun wichtig, zu sagen: "Keine Frau im Land wird damit jetzt allein gelassen."

Deshalb habe sie nun neue Maßnahmen sowie eine Informationsoffensive geplant. Die Helpline unter der Nummer 0800 222 555 sei "rund um die Uhr für alle Frauen erreichbar", die Helpline sei nun finanziell und personell aufgestockt worden. Zudem stehe das Gesprächsangebot mehrsprachig zur Verfügung. "Jede Frau, die jetzt Angst hat, von Gewalt bedroht zu sein, soll dort anrufen." Wer akut betroffen ist, müsse hingegen die Polizei rufen.

"Quarantäne kein rechtsfreier Raum"

Weil das Telefonieren in der gleichen Wohnung oft schwer sei, gebe es auch einen Online-Chat, in dem man Hilfe suchen kann. Erreichbar sei dieser unter dem Link www.haltdergewalt.at. "Häuslichkeit und Quarantäne sind kein rechtsfreier Raum, wir gehen mit voller Härte gegen jene vor, die Frauen und Kinder gefährden." Dagegen werde weiterhin "mit der vollen Härte des Gesetzes" angegangen.

Das gesamte Angebot für Frauen werde in den nächsten Tagen online und über alle anderen Kanäle ausgespielt, entsprechende länderspezifische Broschüren werden künftig in den Super- und Drogeriemarktketten aufliegen. Aktuell beobachte man noch keinen Anstieg in den Frauenhäusern, bei einer möglichen Überfüllung sei es an den Ländern, nach Alternativen zu suchen und andere Präventionsmaßnahmen zu treffen. In den kommenden Tagen werde man auch Förderungen für andere Fraueneinrichtungen prüfen.

Wegweisungen weiterhin möglich

Justizministerin Zadic sprach von einer "großen Dunkelziffer", was häusliche Gewalt betrifft. In den nächsten Wochen werde es zu mehr Kontakt zu Polizei und Gerichten geben, die entsprechende Gewalt zum Inhalt haben. "Wir müssen jetzt gewährleisten, dass der Schutz der Frauen auch in Zeit der Krise gewährleistet ist."

Obwohl der direkte Kontakt bei den Gerichten aktuell beschränkt sei, bleiben Rufbereitschaft und Journaldienst weiterhin aufrecht. Zudem bleibe auch die Maßnahme der Wegweisung aufrecht, der Gefährder könne auch derzeit wo anders hingebracht werden. Sollte sich dieser in Quarantäne befinden, werden die Gesundheitsbehörden entscheiden, wo der Gefährder hingebracht wird.

Binnen zwei Wochen müssen Opfer eine einstweilige Verfügung gegen den Gefährder beantragen, das entsprechende Formular werde von der Polizei bereits beim Einsatz mitgenommen. So müssen Frauen dafür nicht das Haus verlassen. An die Bevölkerung appelliert Zadic, sich gemeinsam zu schützen und gegebenenfalls auch der Nachbarin zu helfen.

Kommentare (10)

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sleepysy
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Gefährderinnen? oder Gefährder oder GefährderInnen?

Wie hätt mas denn heute? Wohin soll die Pauschalverurteilung wieder mit derartiger Offensichtlichkeit fallen gelassen werden, dass man wohl nicht mehr Intelligenz als die eines Wasserhydranten benötigt um dahinter nicht wohl gleich die Männer als Gewalttäter herauszufilter. Hat hier Frau Heinisch-Hosek und Frau Doris Bures als führende (radikal-)Feministen nicht auch gleich ein bissal mitge"vibed" denn ich muss Ihnen allen ganz ehrlich sagen - und auch ihnen Frau Dr. Zadic:
Sie sollten sich mal alle seriösen Gewaltstudien ansehen, anstelle ihre Meinungsbildung auf Kaffeeplauscher mit Frau Heinisch-Hosek zu stützen. Sie werden dann feststellen müssen, dass häusliche Gewalt von beiden Geschlechtern zu fast gleichen Teilen ausgeübt werden. Und sie sollten vielleicht auch mal mit den Exekutivorganen sprechen, welche ihnen bestätigen werden, dass sie oft, viel zu oft, zugunsten einer aggressiven Frau entscheiden - und gegen den Mann eine Wegweisung aussprechen - hat SIE doch das Kind im Arm und leiden nicht diese Beamten, sondern ganz offensichtlich viele andere Menschen noch immer an Dogmen wie: ein Kind gehört zur Mutter (!) und "Die Gewalt in der Familie geht vom Manne aus (!)
Als Mann muss ich an jeder Strassenecke "Wenn er wieder zuschlägt .. " ganz nach dem Motto "Verliebt, Verlobt, Verprügelt (Zitat: Doris Bures) lesen .. lesen. In meinem Leben wurde ich von Frauen 2x geohrfeigt ! Psychische Gewalt ist in den Statistiken nicht mehr zu finden ...

schulzebaue
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Jetzt

Ist Schluss mit Gendern.

Dabei müsste man sich eben das von einer grünen Ministerin erwarten.

Wo ist das Binnen I oder das Gendersternchen wenn Mann es mal braucht.

Sashoma
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Mimimi

Mimimi

Franz07
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Zivildienst auch für Frauen sorgt für Abwechslung !

Warum werden nur Männer als Täter hingestellt ? Es passieren auch Übergriffe von Frauen an Männern !

reschal
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Imformieren

Schau dir mal die Zahlen der letzten Jahr(zehnt)e an, dann beschwichtigst du nicht mehr. Wen willst du denn verteidigen?

onyx
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Irgendwie habe ich den Eindruck häusliche Gewalt nachhaltig zu unterbinden ist unmöglich.

reschal
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? Was ?

Irgendwie habe ich den Eindruck es regnet immer wieder. Eigentlich hat es gar keinen Sinn Regenschirme zu produzieren.

walterkaernten
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gerichte etc.

Haben heute mit verschiedenen leuten gesprochen.
NIEMAND versteht, warum die gerichte ihre tätigkeit einschränken.
Die könnten nun ALLE akten die im rückstand sind abarbeiten.
Das können die richterInnen ja alleine machen.
Verhandlungen könnten ja so geführt werden, das richterInnen in einem raum sind und die angeklagten mittels video im nebenraum

walterkaernten
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bericht und video

habe soeben gelesen, dass heute eine gerichtsverhandlung mittels videokonferenz gemacht wurde.
Sehr gut. So soll es sein, dann herrscht kein stillstand.
Irgendwie MUSS ja alles weiter gehen, sonst kommt anarchie...

Cassiopeia Schleier
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Wohin kommen die Gefährdet?

Ich dachte die Gefängnisse haben Aufnahmestopp. Würde mich interessieren.