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Wiener FPÖGold laut Partei bei österreichischer Bank angekauft

Die Partei will bei "unwahren Behauptungen und massiv schädigenden Verdächtigungen" klagen. Bei dem Kauf handle es sich um "Preppen" als Vorbereitung auf Krisensituationen.

FPÖ-Wien Chef Dominik Nepp
FPÖ-Wien Chef Dominik Nepp © APA/HERBERT PFARRHOFER
 

Die Wiener FPÖ versichert, dass jene Goldbarren, die in Tresoren in einem Osttiroler Bauernhaus lagerten, auf rechtmäßigen Wege erworben wurden. Der Ankauf des Edelmetalls sei bei einer österreichischen Bank durchgeführt und ordnungsgemäß in der Buchhaltung erfasst worden, betonte die Partei am Donnerstag in einer Aussendung. Weiters seien Bestand und Verwahrung notariell beurkundet worden.

"Tatsache ist, dass im Zuge der Währungs- und Bankenkrise 2008, nach Warnungen der EZB und nach diversen Bankenpleiten von allen Experten angeraten wurde, bestehendes Vermögen in sicheren Werten zu veranlagen", begründete die FPÖ in der Mitteilung den Grund für den damaligen Goldankauf. Weiters warnten die Blauen auch: "Etwaige unwahre Behauptungen und massiv schädigende Verdächtigungen werden von der FPÖ-Wien umgehend geklagt." Für weitere Nachfragen war in der Partei für die APA vorerst niemand erreichbar.

Tresore bei "freiwilliger Nachschau" entdeckt

Die Wirtschafts-und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hatte in dem Bauernhaus, in dem die Vorfeldorganisation "Freiheitliche Bildungsinstitut St. Jakob in Osttirol" beherbergt ist, im August eine "freiwillige Nachschau" durchgeführt. Dabei stieß man auch auf Tresore, wie laut dem Nachrichtenmagazin "profil" aus Ermittlungsakten in der Causa Casinos hervorgeht.

Für die FPÖ ist die "Empörung rund um die Veranlagung von Rücklagen der FPÖ-Wien ein Sturm im Wasserglas. Die FPÖ-Wien stellt fest, dass die Bildung von finanziellen Rücklagen aus dem Parteivermögen ein üblicher Vorgang für Parteien ist". Und Landesparteisekretär Michael Stumpf betonte in einer weiteren Mitteilung: "Gold gilt als das Krisen-Investment schlechthin. Gerade in unsicheren Zeiten verspricht es Stabilität und Sicherheit." Was daran ehrenrührig sein solle, sei nicht nachvollziehbar.

"Preppen" auf Krisensituation

Für das Sich-Vorbereiten auf eine Krisensituation hat sich ein eigener Begriff, das "Preppen" (engl. "be prepared", dt. "sei vorbereitet"), entwickelt. Unter den "Austrian Preppers" hat sich eine eigene Community entwickelt, eine Vereinigung all jener, die sich eingehender mit Zivilschutz und Krisenvorsorge beschäftigen. Der Übergang von normaler Vorratshaltung zum "Preppen" ist fließend. Legt man seine Vorräte für einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen aus, spricht man im Allgemeinen schon vom "Preppen".

Entstanden ist die Prepperbewegung während des Kalten Krieges in den USA, als ein Atomkrieg allgegenwärtig war. Von dort aus ist sie nach Europa gekommen. Mit den amerikanischen "Preppern", die sich teilweise in Bunkern auf den "Weltuntergang" vorbereiten, haben ihre österreichischen Kollegen aber nichts gemein, wie sie auf ihrer Homepage klarstellen. Hier will man sich vor allem der eigenverantwortlichen Krisenvorsorge widmen. Es gehe vor allem darum, Vorräte für einen Krisenfall anzulegen. Als Beispiele werden länger andauernde Stromausfälle oder Hochwasser-Katastrophen genannt.

SPÖ will parlamentarische Aufklärung

Pamela Rendi-Wagner will via Parlament Aufklärung über die freiheitlichen Goldbarren in Osttirol. Der mögliche Verdacht auf Geldwäsche müsse lückenlos aufgeklärt werden, meinte sie am Donnerstag. Konkret stellt die SPÖ eine parlamentarische Anfrage an Justizminister Clemens Jabloner.

Wissen wollen die Sozialdemokraten etwa, ob es Anzeichen für "Geldwäsche" gibt bzw. woher das Geld für die entsprechende Anlage gekommen sein könnte, allenfalls aus Russland, spekuliert die SPÖ. Zudem wüssten die Sozialdemokraten gerne, wie hoch der Wert der Goldbarren ist.

Kommentare (24)

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mapem
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Und da taucht man im Toplitzsee herum …

um das NaGo zu finden … dabei! …

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Irgendeiner
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Sie meinen, unser Gold für

unsere Leut,man lacht. Aber die Frage ist eine andere, die der Entfernung vom Eigentümer, ich mein,einen Tresor kann ich auch in Wien einbauen lassen und jede Bank bietet relativ günstig Miettresore an,überall bei uns,die sind aufwendiger zu knacken als ein privater,warum verlegt man das in die Pampas,wenn alles wirklich zusammenbricht hab ich einen langen Weg vor mir,und für sehr sicher halte ich das dort auch nicht,seltsam ist das jedenfalls.

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Geerdeter Steirer
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Dabei haben sie es in einem Osttiroler Bauernhaus gebunkert ......... ;-)) @mapem, ............ wie es sich sicher nicht deiner Kenntnis entzieht,.........

1959 brachten sie aus einer Tiefe von 80 Metern nur 17 Kisten mit Falschgeld an die Oberfläche, es handelte sich um 50-Pfund-Noten mit einem damaligen Gegenwert von 380 Millionen Schilling.
Das entspricht einem heutigen Wert von etwa 175 Millionen Euro. Die Blüten waren im Auftrag der Nazis entstanden und sollten über England abgeworfen werden, um dort Inflation anzufachen.

Im Jahr 2000 suchte das US-Tauchunternehmen Oceaneering drei Wochen lang mit modernsten Geräten den Seegrund ab und wurde doch noch fündig.
Die Amerikaner bargen eine schwere Holzkiste vom Seegrund und es stellte sich jedoch heraus, dass sie nur mit Bierkapseln gefüllt war. Eine ansässige Stammtischrunde hatte die Kiste 1983 im See versenkt, um Schatzsucher zu foppen.

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heri13
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Ich finde es für eine Partei die immerjammert,

höchst merkwürdig, das sie erstens Steuergeld in Gold anlegt.
Zweiten das die Wiener Abteilung, das Gold in Osttirol versteckt.

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hermyne
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Sicher

Aber als Versteck einen Ort in der Alpenfestung zu wählen ist doch irgendwie logisch, wenn man sichergehen will.

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helmutmayr
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Goldschatz in der Alpenfestung

Wir können beruhigt sein. Es ist nicht der NS Goldschatz aus dem Toplitz See. Nepp (FPÖ Wien) sieht einen redlichen Erwerb aus den Mitteln der Parteienfinzierung.

Ich sehe es als Untreue gegenüber dem Steuerzahler. 

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Irgendeiner
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Naja, Herr Nepp,ich hätte schon gerne

die Legalität des Ankaufs bewiesen,ich mein, wenn ich als Privater Goldbarren horte und es wird bekannt wird die Finanz wohl auch nachfragen und wenn es legal war,naja will ich wissen wieviel es ist und über welchen Zeitraum es zusammen kam und nein Herr Nepp,es ist nicht ihre Sache, weils wahrscheinlich Steuergeld ist,nicht, aus der Parteiförderung und erst diese Information entscheiden wird ob ich sage,gut, eine Partei braucht auch Rücklagen für Notzeiten,wenn sie etwa aus dem Parlament fliegt oder ob ich rufe, die überfressen sich,setzmas auf Diät.Denn die Parteienförderung gebma ja für die Ermöglichung des politischen Geschäfts,nicht für Vermögensbildung.

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ARadkohl
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Jo mei

Unsere Gewerkschaftsbeitäge wurden ja auch in der Karibik versenkt, also über was regst dich auf, wo doch das Gold in Österreich liegt.

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Irgendeiner
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Du redest in die Seite und dann antwortest Du nicht mehr, ich kürz ab,

ich war nie bei der Gewerkschaft,das ist ein sinnfreier Provokationsversuch.Naja, kleine Männer im Goldrausch sind lustig und wie sie ihren Claims auf fremdem Gebiet abstecken sehma gerade und jetzt hol nach und lies mein Posting,ging um was anderes.

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PiJo
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richtige V.eranlagung

Wenn man denkt wieviel Steuergeld so manche Parteien in den letzten Jahren an der Börse verzockt haben, kann man der FPÖ nur gratulieren zum Veranlagen in Gold.
Jedem Normalbürger wird von seinem Bankberater die Veranlagung zum Teil in Gold empfohlen, deshalb verstehe ich den Aufschrei so mancher nicht.

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wischi_waschi
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PiJo

Nein noch viel viel schlimmer, Sie haben das Geld in einem Tresor gebunkert, also das geht schon gar nicht!!!!

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fersler
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traurig

aber wahr.

Es ist bezeichnend für das Image der Blauen, die noch vor kurzem Österreich mitregiert haben, dass sie explicit darauf hinweisen müssen das Gold 'RECHTMÄSSIG' erworben zu haben.

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tannenbaum
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Wird

sich wohl hoffentlich alles auf Punkt und Beistrich belegen lassen! Und natürlich auch, wo das Geld dafür hergekommen ist!

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Hgs19
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Goldbesitz ist ja kein Verbrechen

Kluge Menschen kaufen Gold - das empfehlen ja auch schon die Vermögens- und Investmentberater - wer vertraut noch den Banken oder der EZB ?

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wahlnuss
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Nein, ist kein Verbrechen, aber

darum geht es auch gar nicht. Es geht schlicht und einfach um die Transparenz der Parteienfinanzierung. Die derzeitige Parteibuchhaltung könnte auch die >Mitzitant vom Schrebergarten< vorweisen, denn das sind lauter Fantasiezahlen und so hingebogen, dass halt am Ende eine glaubhafte Zahl herauskommt. Entweder Transparenz oder Tresor. Ist es staatliches Geld aus der Parteienförderung, hätten die Parteien die Pflicht, Rechnungen offen zu legen. Ist es nicht legal, na dann...?

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Stadtkauz
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@walnuss

In diesem Zusammenhang: Bei wem hat die SPÖ in welcher genauen Höhe Millionenschulden und wofür wurde das Geld verwendet?

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wahlnuss
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Sowohl SPÖ, ÖVP und FPÖ haben Schulden,

wie soll ich die genaue Höhe wissen, wenn sie in ihren Rechenschaftsberichten den Recherchen der Zeitungen keine genauen Angaben geben. Außer, dass sie jährlich Summen für Kredite in Millionenhöhe zurückzahlen müssen. Wofür? Z.B für Wahlkampfkosten im Jahr 2017, wo sie die vereinbarte Obergrenze unverschämt überschritten haben. Gegenseitige Schuldzuweisungen (verdeckter Finanzierung über Vereine) lassen den Schluss zu, dass überprüfbare und nachvollziehbare Transparenz anders aussieht. Wenn Parteien ihre Förderungen und auch legale Spenden anlegen, um ihre politische Arbeit zu finanzieren, ist das völlig legitim. Wertanlagen in Gold für die langfristige Vermögensbildung einer Partei scheinen mir sehr fragwürdig.

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wahlnuss
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Das Problem der FPÖ ist die Balance zwischen

Vermögen und Unvermögen.

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lapinkultaIII
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..

Ja in der Krise ist es immer gut, wenn man in den Alpen ein paar Reserven hat. Woran erinnert mich das bloß?

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schteirischprovessa
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Die Goldreserve der FPÖ geht die

SPÖ genau so viel an wie welche und wie viele Goldmünzen ich in meinem Bankfach liegen habe. Nämlich etwas weniger als gar nichts.

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schteirischprovessa
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He Rotstrichler,

Eine Partei, die so gegen Transparenz ist und dies auch im Parteienfinanzierungsgesetz dokumentiert hat, hat nicht das geringste Recht von anderen Parteien Auskünfte über deren Vermögen zu erhalten. Da hätten sie ein Transparenzgesetz machen müssen, wie es die NEOS vorgeschlagen haben.

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Dilandau
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Preppen für die Krisensituation

Wieso nicht? Hab mir gerade die Zeitreihe angesehen. Das Gold was man vor 10 Jahren gekauft hat ist heute ca. das Doppelte wert. Nur würde mich interessieren wieviel es genau ist.

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AloisSteindl
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Es reimt sich zusammen

Die Prepper werden in diesem Beitrag sehr positiv und harmlos beschrieben, es gibt aber starke Überschneidungen ins rechtsextreme Milieu, etwa mit den Reichsbürgern, in Deutschland stehen sie schon im Fokus des Verfassungsschutzes. Also kein Wunder, dass man die Vorkehrungen auch in diesem Eck beobachten kann. Ich vermute auch, dass die nicht nur Gold und Nahrung horten, sondern auch viele Waffen, die Leute sind keine Wasserln.
Dazu passt auch, dass von dieser Seite immer wieder Warnungen vor einem Bürgerkrieg kommen.

Ein anderes Thema: Vielleicht gehört Dornauer auch schon dazu?

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