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FPÖ-Politiker verteidigt sichSidlo: "Whatsapp-Chat mit Gudenus wurde bewusst missverstanden"

Der Chatverlauf habe daher nichts mit dem von der WKStA vermuteten "FPÖ-Novomatic-Deal" zu tun, erklärt der in den Casinos-Vorstand berufene FPÖ-Politiker.

++ HANDOUT/ARCHIVBILD ++ CASINOS AUSTRIA: PETER SIDLO
© CASINOS AUSTRIA/CHRISTOF WAGNER
 

Der zum Finanzvorstand der Casinos Austria ernannte FPÖ-Politiker Peter Sidlo sieht den Chat-Verlauf mit Johann Gudenus, der zu Hausdurchsuchungen geführt hat, verkürzt dargestellt und von den Ermittlern falsch interpretiert. "In Wahrheit ist es um etwas ganz anderes gegangen", bestritt er im Gespräch mit der APA den Vorwurf, es gehe dabei um einen "Deal" zur Postenbesetzung im Unternehmen.

Konkret geht es um einen WhatsApp-Chat zwischen Sidlo und dem damaligen FPÖ-Klubobmann Gudenus mit dem Zitat: "hallo Joschi, habe mit meinen Freunden bezüglich Casinos gesprochen, sie wären bereit und auch fähig den deal zu machen." Der frühere FPÖ-Bezirksrat Sidlo ist unter der ÖVP-FPÖ-Regierung Anfang Mai als Finanzchef der Casinos Austria eingesetzt worden, obwohl der engagierte Personalberater Zehnder Zweifel an seiner Eignung geäußert hatte.

"Staatsanwalt hat bewusst falsche Schlüsse gezogen"

Für Sidlo hat die Passage, welche die Ermittler zum Anlass für die Hausdurchsuchung genommen haben sollen, nichts mit seiner Bestellung zu tun. Vielmehr sei es um einen Investment-Deal gegangen, der aber nie durchgeführt worden sei, sagte er zur APA. Die WhatsApp-Konversation stamme vom 12. August 2018. Zu diesem Zeitpunkt sei eine mögliche Vorstandsbestellung noch gar kein Thema gewesen, sagt er.

In den Medien sieht Sidlo die Chat-Nachricht mit Gudenus verkürzt dargestellt, der zweite Teil - "Sie kennen (Casinos-Aktionär, Anm.) Sazka gut, benötigen jedoch zur Beteiligungsstruktur (Finanzierung) ein paar Details. Wer kann uns diese besorgen?" - fehle. Die Staatsanwaltschaft habe bewusst die falschen Schlüsse daraus gezogen, findet der FPÖ-Politiker.

Sidlos Sicht der Dinge

Sidlo hat auch ein Gedächtnisprotokoll angefertigt und der APA vorgelegt. Das Schreiben ist datiert mit 14. November 2019. Sidlo erklärt darin, worum es bei dem "Deal", über den er im August 2018 mit Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus auf WhatsApp schrieb, eigentlich gegangen sei. Der Streit unter den Casinos-Aktionären und Marktgerüchte über einen Ausstieg der Sazka-Gruppe hätten ihn als Investmentberater bei Sigma auf eine Investmentidee gebracht, "die ich zuerst mit dem institutionellen Investor, dann mit Johann Gudenus besprach".

Der Investor, den Sidlo in seinem Protokoll nicht nennt, habe enge geschäftliche Verbindungen mit der tschechischen J &T Bank gehabt. Deshalb sollte der Chef der J & T Bank mit dem Sazka-Eigentümer Karl Komarek sprechen und ihn von einem Verkauf überzeugen, führte Sidlo aus. "Der Investor wollte seinerseits wissen, ob der Staat auch wirklich bereit wäre, den Deal zu billigen. Ich wollte mit dem für Glücksspiel verantwortlichen Staatssekretär im Finanzministerium Fuchs besprechen, ob es seitens der Regierung diesbezügliche regulatorische Bedenken geben könne. Dieses Gespräch kam meiner Erinnerung nach aber so nicht zu Stande, jedenfalls wurde das Thema nicht weiter aktiv verfolgt."

Der Chatverlauf habe daher nichts mit dem von der WKStA vermuteten "FPÖ-Novomatic-Deal" zu tun, so Sidlo. "Im August 2018 wusste ich nicht einmal selbst, dass ich mich später um ein Vorstandsmandat bei CASAG bewerben wollte, somit habe ich auch nicht mit jemandem darüber sprechen können, schon gar nicht mit Novomatic", erklärte der beurlaubte Casinos-Vorstand. Mit Novomatic sei er erst später in Kontakt gekommen. "Dass ich den Investor als "meine Freunde" bezeichnete, war der langen, engen Kooperation mit diesen geschuldet, die Beratung lief zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Jahre", so Sidlo.

Sidlo ist nicht der erste Beschuldigte, der eine andere Erklärung als die Staatsanwaltschaft hat, worum es bei den "Deal" gegangen sein soll. Im "Kurier" (Freitagausgabe) tauchte rund um den "Hintergrunddeal mit den Blauen", den Ex-Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) Anfang 2019 gegenüber Casinos-Aufsichtsratschef Walter Rothensteiner angesprochen haben soll, die Erklärung auf, dass es sich um das Thema Sportwetten gehandelt hätte. Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hatte demnach als Sportminister zusätzlich zur Sportförderung Geld aus den Online-Sportwetten gefordert und auch bei Novomatic angeklopft.

Kommentare (18)

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georgXV
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???

zum Teufel mit dieser elendigen Parteibuchwirtschaft und dem damit verbundenen Postenschacher !
Dies ist ein Relikt aus der Zeit des Kommunismus und hat uns fast immer NICHTS Gutes gebracht !

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Lodengrün
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Am Montag

erzählt uns Herr Strache er wäre auch nicht in Ibiza gewesen. Jemand von den Linken hätte ihn geklont. Und warum wäre er bei einer Finanztranssktion involviert gewesen. Er beherrscht ja wie VdB es auf YouTube veranschaulicht nicht einmal die Grundrechnungsarten.

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Blau4norsch
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Jo eh, eh schon wissen!!

Für wie dumm halten die Freiheitlichen das Volk eigentlich?

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Rick Deckard
0
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entweder man wird missverstanden,

oder man ist entsetzt oder fassungslos - oder es ist schlicht ein Einzelfall. Mehr gibt es in der Fpö nicht.

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mobile49
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oh !

diese armen , mißverstandenen individuen .
fast bekäme man mitleid

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satiricus
2
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Guter Witz: "...alles nur ein Missverständnis"

Man könnte fast glauben, die FPÖ sei in ihrer Gesamtheit ein Missverständnis.

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Staubzucker
2
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die alte Masche

S. ist auch eines der vielen unschuldigen Opfer.

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Irgendeiner
3
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Lied der kleinen Männer

Sie verstehen uns nicht,
sie verstehen uns nicht,
weil man mit Kumpel Joschi spricht,
das ist doch alles ganz normal,
wenn nicht ,dann ists ein Einzelfall.

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helmutmayr
2
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Erinnert mich

irgendwie an die Serie Kaisermühlen Blues. Da wurden die Politiker so charakterisiert wie Sie heute sind. Beim Sidlo ist besonders gut gelungen.

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ronny999
4
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Es liegt auf

der Hand - Sidlo ist eine politische Besetzung - persönlich für den Job ungeeignet und auf gut kärntnerisch ein Stürzler der die Steuerzahler betrügt! Also ein FPÖ Einzelfall wie die guten alten Rechten😂😂😀, welche in der FPÖ ja auch alles Einzelfälle sind.

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alberewrm
4
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Opfer ...

... der neuen Kommunikationswege!

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alberewrm
5
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Wie ...

... kann man so deppat sein, derartige Verhandlungen auf einem für andere nachvollziehbare Medium zu führen. Hybris oder einfach nur zu blöd? Diskretion ist diesen Herren nicht gegeben. Eben kein Stil. Wenn schon korrupt, dann mit Hirn! Aber so ...

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umo10
4
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Ausrede verlass mich nicht

Ein politisch motivierter Chat darf niemals bewusst zweideutig sein, das weiß jedes Kind

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Schwupdiwup
10
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.

Bewusst missverstanden! Aber sicher doch. Jetzt fehlt nur noch irgendwas mit Einzelfall und alles ist wieder gut

/sarkasmus ende

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Think_simple
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Einzelfall

Schon interessant: die Täter sind immer Einzelfälle, aber Opfer sind sie immer alle in ihrer Gesamtheit. Echt zu bemitleiden, diese Gestalten...

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brosinor
7
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Klar!

Immer diese Missverständnisse!
Den Blauen und den Schwoazn ins Stammbuch geschrieben: krumme Geschäfte bitte AUSSCHLIESSLICH mündlich und am besten splitternackt ausmachen(wegen der Abhörgeräte!!)

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Henry44
6
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Phantasiereich sind die Leute, das muss man ihnen lassen.

Tolle Erklärungen für ziemlich eindeutige Absprachen findet Herr Sidlo und Herr Strache wusste gar nicht, welche Chats mit seinem Handy geführt wurden.
Auch der Vermerk von Herrn Rothensteiner bezüglich der Bestellung des Herrn Sidlo hat sich auf ganz andere Vorgänge bezogen.

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alberewrm
8
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FPÖ-Karriere

Heute 7 Leute unter sich - morgen 4000! Ehrlich und fleissig eben ...

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