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NovemberpogromePolitiker mahnen Engagement gegen Antisemitismus ein

Bundespräsident, Bundeskanzlerin, Nationalratspräsident, die Parteien und die katholische Kirche warnen vor aktuellen Entwicklungen. "Wir müssen gemeinsam und rechtzeitig dem menschenverachtenden Gedankengut entgegentreten", so Alexander Van der Bellen.

Alexander Van der Bellen bei der Kranzniederlegung anlässlich des Jahrestages des Novemberpogroms © APA/BUNDESHEER/CARINA KARLOVITS
 

Staats- und Regierungsspitze nützen den Jahrestag der Novemberpogrome, um Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus einzumahnen. "Wir müssen gemeinsam und rechtzeitig diesem menschenverachtenden Gedankengut entgegentreten", schreibt Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Samstag auf Facebook. Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein erinnerte an Österreichs Verantwortung.

Van der Bellen untermauerte seine Botschaft mit Bildern des stillen Gedenkens am Schoah-Mahnmal am Wiener Judenplatz. Die Novemberpogrome 1938 "läuteten die dunkelsten Jahre österreichischer Geschichte ein", schreibt er und: "Wir müssen auch heute gegen jegliche Form von Antisemitismus und Rassismus aufstehen." Das Österreich von heute und Antisemitismus seien schärfste Gegensätze. "Wer Antisemitismus sagt, kann nicht Österreich sagen. Und so wird es bleiben."

"Friedvolle Demokratie verteidigen"

"Der Terror der Nationalsozialisten gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger hat zu millionenfachem Mord, Vertreibung, Enteignung und Demütigung geführt", erklärt Bierlein in einer schriftlichen Stellungnahme. Auch Österreich trage historische Schuld und umso größere Verantwortung. Die Bundeskanzlerin appellierte an alle, "entschieden gegen jedwede Form des Antisemitismus und Fremdenhasses anzukämpfen und unsere liberale, friedvolle Demokratie zu verteidigen".

Auch Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) nahm den Gedenktag zum Anlass, um darauf hinzuweisen, "dass die Erinnerung an die Vergangenheit auch den Auftrag bedeutet, Zukunft zu gestalten und sicherzustellen, dass sich nichts Ähnliches mehr wiederholen kann". Leider stelle der Antisemitismus auch heute eine konkrete gesellschaftliche Gefahr dar und habe neue Formen angenommen, warnt er zugleich. Häufig diene dabei der Staat Israel als Projektionsfläche.

Gegen Antisemitismus, Rassismus und rechte Hetze müsse immer entschieden vorgegangen werden, schrieben SPÖ-Obfrau Pamela Rendi-Wagner und Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch. "Denn wie schnell ein Klima des Hasses in Gewalt münden kann, haben die Gräueltaten vor 81 Jahren gezeigt." Umso wichtiger sei es, die Lehren für das Heute zu ziehen und dagegen einzutreten. "Hier darf es kein Dulden, kein Wegsehen und kein Weghören geben", so die SPÖ-Spitze.

Werner Kogler, Bundessprecher der Grünen, sagte, es gelte weiter, wachsam gegen rechtsextreme Tendenzen und gegen jede Form der Relativierung von NS-Verbrechen zu sein. "Der Anstieg von rechtsextremen Ausfällen, Verurteilungen wegen Wiederbetätigung, die Umtriebe der Identitären und rechtsextremer Parteien in Europa sowie die mittlerweile dritte Liederbuch-Affäre der FPÖ zeigen, dass wir gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus immer wachsam sein müssen", so Kogler und: "Es muss uns daher nicht nur heute, sondern an jedem Tag eine Mahnung sein, niemals zu vergessen."

"Heute vor 81 Jahren war der schwärzeste Tag in Österreichs jüngerer Geschichte", meinte auch FPÖ-Obmann Norbert Hofer. Der heutige Jahrestag sei ein "Tag des Gedenkens an die schrecklichen Vorgänge, die durch absolut nichts zu entschuldigen sind". Diese "unmenschliche Ideologie, die einen Krieg mit Millionen Toten ausgelöst hat", dürfe nie wieder geduldet werden - "ganz egal, ob links oder rechts motiviert oder importiert".

Stellvertretend für die römisch-katholische Kirche meldete sich der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics zu Wort. Er rief zu einer "intensiven Erinnerungskultur und mehr Wachsamkeit gegenüber einem neu aufkommenden Antijudaismus" auf. "Wir dürfen nicht glauben, dass es genügt, an die Novemberpogrome und andere Abscheulichkeiten termingerecht zu erinnern und dann wieder zur Tagesordnung übergehen zu können", so der Bischof in einer Aussendung.

Kommentare (4)

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RolandvomWörtherssee
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8
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Ein Problem soll also wieder auftauchen – ja warum denn?

Nachdem der „alte Antisemitismus“ hier bereits praktisch ausgestorben ist und das Problem Antisemitismus in Österreich seit Jahren nicht mehr existierte (ein paar Spinner wird es immer geben), versucht man jetzt ein Klima uns unterzujubeln, das suggeriert, der Hass auf Juden ist wieder im Steigen begriffen -und das seitens der Österreicher! Die wahre Ursache, dass Juden in gewissen Teilen Europas zunehmend nicht mehr sicher sind, hat wohl ganz andere Gründe …

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heku49
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Niemand suggeriert die Zunahme von Antisemitismus

Leider ist dieses Gedankengut und Handeln danach erschreckenderweise wieder im Zunehmen begriffen. Es hat auch mit dem Ende des Nationalsozialismus niemals aufgehört zu existieren. Siehe Liederbuchaffäre,....und, ...und,.....

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Sam125
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Leider ist der Antisemitismus der heutigen Zeit von Ländern importiert worden,

in diesen die Juden und auch die Christen als Ungäubige verachtet und daher auch verfolgt werden! In manchen dieser Staaten wird sogar die Sharia gegen die Juden und Christen angewandt! Ich spreche damit aber keinen Judenhass, der rechtsradikalen Gruppierungen in unserem Land ab, denn auch den gibt es bestimmt noch! Leider gibt es bei uns und natürlich auch Weltweit noch immer ein paar Prozent an verrückte Neonazis,in jeder Bevölkerungsschicht,die genauso verfolgt gehören, wie die radikalen Islamisten! Aber lest doch einfach den gestrigen Artikel über den Dschihadisten-Prozess in Graz!Was sich mitten unter uns abspielt und was auch der Staatsanwalt als Anklägervertretung dazu zu sagen hatte! Daher bin ich mir absolut sicher, dass wir den Antisemitismus hauptsächlich NEU importiert haben und kein Ende in Sicht ist!

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Balrog206
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Hoffe

das wird auch in div integrations und Sprachkursen vor getragen !

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