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SPÖPamela Rendi-Wagner: Die Wähler waren nicht bereit

Die Quereinsteigerin Pamela Rendi-Wagner muss für schlechtestes SPÖ-Ergebnis bei NR-Wahlen gerade stehen.

AUSTRIA-VOTE-PARLIAMENT-POLITICS
Langsam füllt sich die Wahlparty der SPÖ © APA/AFP/VLADIMIR SIMICEK
 

"Ich bin bereit, bist Du es auch?", fragte Pamela Rendi-Wagner in ihrer Wahlwerbung und der Wahlabend hat die Antwort geliefert: eher nicht. Die Quereinsteigerin hat sich mit ihrem Versuch, die SPÖ wieder zur Kanzlerpartei zu machen, überfordert. Das historisch schlechteste Abschneiden der Sozialdemokraten liegt nicht nur, aber auch an der glücklosen Spitzenkandidatin.

Dabei bringt die Mutter von zwei Töchtern im Teenager-Alter so einiges mit, was für ihre Position eigentlich von Vorteil ist. Als Generaldirektorin für die Öffentliche Gesundheit war sie etliche Jahre ganz nah an der Regierungspolitik dran, später lenkte sie selbst für einige Monate das Gesundheitsressort, drückte schon vor Amtsantritt die Abgeordnetenbank, hat sich aus finanzschwachen Verhältnissen hoch gearbeitet, ist eloquent, attraktiv und Ärztin, was in Österreich wie auch anderswo im Normalfall einen Vertrauensvorschuss des Volks mit sich bringt.

Jubel im Festzelt trotz Verlusten: SPÖ-Wahlparty

Viele Umarmungen und Jubel - trotz herber Verluste. SPÖ-Spitzenkandidatin Pamela Rendi-Wagner bedankte sich bei ihren Unterstützern ...

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... "Ihr wart großartig!" rief sie ins Festzelt in der Löwelstraße.

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Überzeugt zeigte sie sich, dass im Wahlkampf der SPÖ die richtigen Themen angesprochen wurden. "Es waren die richtigen Themen, es sind die richtigen Themen - und es werden die richtigen Themen sein."

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Sie will auf jeden Fall weitermachen. "Ich freue mich, den Weg mit euch weiter zu gehen!"

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Die Hymne zum SPÖ-Wahltag - der Gute-Laune-Song "Gleich und verschieden" von Alf & DJ.

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Viel Spaß mit den weiteren Bildern!

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Ungeschickte Personalpolitik

Dennoch wollte es nach einigermaßen geglücktem Start im Gesundheitsministerium an der Parteispitze von Anfang nicht so recht laufen und das lag nicht nur daran, dass mit der Wiener und der burgenländischen SPÖ zwei der mächtigsten Teilorganisationen rasch klar machten, dass sie die Kür der Quereinsteigerin zur ersten weiblichen Parteivorsitzenden nicht für der Weisheit letzten Schluss hielten. Wenig hilfreich war etwa eine ungeschickte Personalpolitik, speziell die Ablöse des beliebten Parteimanagers Max Lercher durch Thomas Drozda, der wie Rendi-Wagner selbst zur Salon-Sektion der Partei gerechnet wird.

Ihre angebliche Herkunft

Dabei wurde die rote Frontfrau eigentlich seit Amtsantritt nicht müde, ihre Herkunft aus dem Arbeiterbezirk Favoriten zu betonen, wo sie mit ihrer alleinerziehenden Mutter übrigens mit Geburtsnamen Joy in der Per-Albin-Hansson-Gemeindebau-Siedlung aufwuchs. Freilich, heute ist das weit weg, sie muss sich dafür verteidigen, ihre Kinder in eine private Eliteschule zu schicken und ihr Urlaub führte sie nicht nur - wie gerne betont - volksnah an die italienische Adria sondern auch - verschämt verschwiegen - ins mondäne St. Tropez.

In der Schule war sie nach eigenem Bekunden eine kleine Streberin, nicht einmal zu spät kam sie, berichtete Rendi-Wagner zuletzt in einer der "Elefantenrunden". Diese Eigenart, die ihr bei der Karriere als Tropenmedizinerin, die sie an der Seite ihres Mannes, des Diplomaten Michael Rendi, auch nach Israel als Gastprofessorin an die Uni Tel Aviv führte, sollte sich in der Politik eher als Nachteil erweisen.

Rendi-Wagner, die bei Amtsantritt als SPÖ-Chefin der Partei gerade einmal ein Jahr angehörte, hatte viel zu lernen und lernte. Doch hatte dies die Folge, dass viele ihrer Auftritte einstudiert wirkten, die Bewegungen oft nervös bis fahrig, die parteiintern viel gepriesene Natürlichkeit der Kandidatin blieb nicht selten hinter der Maske der übercoachten Spitzenkandidatin versteckt. Ob es eine strategische Meisterleistung war, Sebastian Kurz vom Nationalrat abwählen zu lassen, ist spätestens seit dem Wählervotum vom heutigen Sonntag auch hinterfragenswert.

Letztendlich scheiterte jedenfalls ihr angesichts der Umfragen ohnehin ambitionierter Versuch, in eine Duell-Situation mit dem VP-Obmann zu kommen. Hilfreich beim Schielen in Richtung eines roten Regierungscomebacks war der Schlagabtausch mit dem Alt- und Wohlbaldwieder-Kanzler kaum. Dabei wäre ein Eintritt in ein Kabinett wohl zumindest fürs erste die politische Überlebensgarantie für Rendi-Wagner. Geht es wieder auf die harte Oppositionsbank, wird wohl die ein oder andere Stimme laut werden, die nach bodenständigeren Persönlichkeiten an der Parteispitze ruft. Auf eines kann man sich bei der disziplinierten Parteichefin verlassen. Sollte sie selbst wieder ihre medizinische Karriere aufnehmen wollen, wozu sich sicherlich attraktive Gelegenheiten ergeben würden, wird sie die Partei anders als ihr Vorgänger und vormaliger Förderer Christian Kern sicher nicht im Chaos zurück lassen.

Zur Person: Joy Pamela Rendi-Wagner, geboren am 7. Mai 1971 in Wien, verheiratet mit dem Diplomaten Michael Rendi, zwei Töchter, 1996 Promotion an der Medizinischen Universität Wien, Facharztausbildung in London, wissenschaftliche Arbeit am Institut für Tropenmedizin der Med-Uni Wien, 2008 Habilitation, Gastprofessur an der Universität Tel Aviv, ab 1. März 2011 Sektionschefin und Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, ab 8. März 2017 Gesundheits- und Frauenministerin, seit der Regierungsbildung von ÖVP und FPÖ Abgeordnete zum Nationalrat und Gesundheitssprecherin der SPÖ. Seit 25. September 2018 Vorsitzende der SPÖ, zunächst geschäftsführend.

Was davor geschah

Die SPÖ war am Sonntagnachmittag kurz vor der ersten Hochrechnung zur Nationalratswahl bemüht, gute Stimmung zu verbreiten. In der Parteizentrale fanden sich zahlreiche Medienvertreter ein, beim Festzelt davor wurden noch eifrig letzte Vorbereitungen getroffen. Erste Anhänger warteten bereits auf den Einlass, um sich einen guten Platz für die Feierlichkeiten am Abend zu sichern.

Spitzenkandidatin Pamela Rendi-Wagner verschwand in ihrem Büro, auch sonst zeigte sich wenig Polit-Prominenz. Einzig SPÖ-Klubvize Jörg Leichtfried äußerte sich - wenn auch sehr zurückhaltend. "Warten wir mal die Hochrechnungen ab, im Moment lässt sich noch nicht viel sagen", sagte er. Die Stimmung in den letzten Tagen sei aber gut gewesen, merkte er auf seinem Weg Richtung Wahlzentrale in der Hofburg an.

Was Werner Gruber sagt Foto © Adi Winkler

Und Astrophysiker Werner Gruber wagt prozentetechnisch nicht den Blick in die Sterne: "Die Sterne haben noch nie die Zukunft Österreich vorausgesagt."

Kommentare (31)

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Kristianjarnig
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Ich würde mal eher behaupten...

..."das die SPÖ und schon gar nicht die Pam bereit war". Oder wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen, aber was sagen alte Sprichwörter schon über das echte Leben aus, gell Pam?!

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lieschenmueller
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Nun, prognostiziert wurden inetwa die Prozent, die auch tatsächlich eintraten

Die "geliehenen" von den Grünen gingen an die zurück plus noch zusätzliche.

Wenn ich nicht Pam gewählt hätte, wäre es Kogler geworden. Mit DEM vorne bei den Grünen kann ich gut leben, ich finde ihn menschlich schwer in Ordnung. Mein Herz schlägt jedenfalls links.

Kopf an Kopf sah man Rot und Blau. Alles lässt der Österreicher dann doch nicht mit ihm machen, ich bin positiv überrascht.

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baeumchen67w
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Der SPÖ ins Stammbuch geschrieben

Aufgrund der Wahlmotive zählen offenbar primär 2 Gründe eine Partei zu wählen:
- Inhalte vermitteln
- Spitzenkandidat/in
Sollten beide Punkte nicht gegeben sein, dann sind zwangsläufig Konsequenzen nötig

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zyni
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Unverständlich und irrational

keine Personaldiskussion zu beginnen.
Frau RW ist eine hoch intelligente und sympathische Erscheinung, jedoch in diesem Job völlig verloren. Noch schlimmer wäre es Frau Bures ins Rennen zu schicken. Eine kurzfristige Erholung könnte nur Doskozil bewirken. Sonst ist weit und breit keine Rettung in Sicht.
Die nächste Klatsche für die SPÖ gibt es bei der Landtagswahl.

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Micha1109
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Doskozil

Doskozil der mit Orban flirtet nein Danke niemals

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Jilek Andrea
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Alleinkämpferin ,Newcomerin in einer schwachen SPÖ - Opposition

Frau R.P.W.,hatte keine Chance , SPÖ in der Opposition ,stärkte sie nicht , trotzdem hatte F.P.R.Wagner den Mut Missstände aufzuzeigen,da Schwarz in Österreich gut eingefärbt ist und für Unternehmer kämpft.
Nicht weil sie eine Frau ist wenn die komplette SPÖ hinter ihr gestanden hätte, würde es heute beim Wahlergebnis anders aussehen. Ich sehe Schwarz nicht als Sieger der Wahl auch wenn sie Erste sind.Es war von Anfang an absehbar das H.Kurz Kanzler bleibt.

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marcneum
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Sieger?

Und warum ist die ÖVP Ihrer Meinung nach nicht die Siegerin der Wahl? Weil es von Anfang an absehbar war? Weil die ÖVP beinahe gleich viele Stimmen hat wie SPÖ und FPÖ zusammen? Oder nur weil in Ihrer Welt nicht sein kann, was nicht sein darf...?

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Kristianjarnig
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Eher letzteres würde ich sagen @marcneum

Schlechte Verlierer ticken nun mal so. Es gibt immer irgendeine "Conspiration theory".

Als ob "Rot" nicht in ihren besten Zeiten(also die meiste Zeit der 2.Republik) alles ROT eingefärbt hätte. Dann wirft man es den "schwarzen"(bzw. türkisen als ob das einen Unterschied machen würde) vor. Naja.

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DieRoteNelke
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Die SPÖ

hat längst ihre Wurzeln verloren. Sie ist zu einer Funktionärs-Clique verkommen und kümmert sich nicht mehr um die Anliegen und Sorgen der Menschen, die wenig verdienen.
Und das Resümee der Parteichefin: „Die Richtung stimmt.“ Na dann Gute Nacht Sozialdemokratie.

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Micha1109
2
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Doskozil

Doskozil der mit Orban flirtet nein danke

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hatip78
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Unvorstellbar

Nach einem solchen Ergebnis zu sagen: Der Weg stimmt und wir machen so weiter? Der Wähler ist da aber anderer Meinung....

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Steirer79
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Auf

Nimmerwiedersehen Pam

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joektn
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🤔

Und genau da sieht man das Problem der SPÖ - immer sind die anderen Schuld und nie schaut man mal auf sich selbst und beginnt vor der eigenen Türe zu kehren. Jetzt sollen also die Wähler Schuld sein am Debakel. Mit so einer Aussage disqualifiziert sich die Partei selbst, weil der Wähler hat immer recht.

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Rick Deckard
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Wagner weg -

Lercher her!

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zyni
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Lercher????

Das kann nur ein Spass sein. Die Wähler glauben dieser Partei einfach nicht mehr.
Fast alle ehemaligen Parteichefs sind inzwischen Turbokapitalisten geworden und stehen der ÖVP inhaltlich näher als der SPÖ.

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Haheande
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waren nicht bereit lol

...und wie sie bereit waren...

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ronny999
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Wo sind die

bezahlten Kampfposter? Rendi, Drozda, Bonze Katzian und noch ein paar überbezahlte Funktionäre sofort zurücktreten und die Jungen ran lassen, sonst wird es mit den zweiten Anlauf nichts.

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chris14
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Die Jungen ran

Bei aller Wertschätzung für die
jungen Menschen in der SPÖ: die sind ZU links! Linke Politik ist schon gut, aber realistisch soll sie sein. Ich bin sei ich denken kann rot!

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georgXV
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???

LEIDER hat die SPÖ in dieser Zusammensetzung und mit diesem Programm KEINE Zukunft.
Die ist SPÖ ist LEIDER nur mehr die Partei der Pensionisten.
Und die Pamella ist LEIDER NICHT die richtige Persönlichkeit um diese Partei in die Zukunft zu führen.
Sie hat durchaus andere professionelle Qualitäten, die sind aber zur Zeit NICHT so gefragt.
Sehr Schade um das österreichische Parteienspektrum.

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freeman666
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Unglaubliche Ansprache der

Fr. Rendi Wagner. Die bejubelt tatsächlich dieses Fiasko? Offenbar vertritt sie tatsächlich die realitätsfernen Bildungsschichten!

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Popelpeter
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Na die Richtung stimmt

sagt sie!!! Sie lernt aber nix wie man grad hört bei den Interviews!!! Steil bergab!!

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Goldfinger
10
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ich glaube nicht freemän...

das sie die türkisblauen vertritt

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Goldfinger
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naja SPÖ...

man hätte auf die Wähler VORHER hören müssen, vielleicht lernt ihr was daraus!!

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Sportmaster
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Oberlehrer kommen

eben bei den Wählerinnen und Wählern nicht gut an!

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schteirischprovessa
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Es gab drei Verlierer:

Jene drei Parteien, die den Mißtrauensantrag gegen Kurz unterstützt haben und die für den überlangen Wahlkampf verantwortlich waren, wurden von den Wählern bestraft.

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Sam125
10
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Es gab drei Verlierer!

Ja, das ist auch gut so, denn wenn nur einen Tag nach der Europawahl, in der die Österreicher, Herrn Kurz mit hohen Gewinn für die Türkisen, ihr volles Vertrauen, nach dem Ibiza-Video, aussprachen und dann gerade die FPÖ mit SPÖ und Jetzt, nicht nur Herrn Kurz allein, sondern der gesamten Regierung das Vertrauen entsagten, ja was glaubt man,wie sich das Volk für diesen Vertauensmißbrauch auch den der Wähler gegenüber, verhalten sollte?! Ich sage allen danke,die so wie auch ich,für Türkis und damit für Herrn Kurz, gestimmt haben!

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