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Neue Jobs für Kickl & Co.FPÖ-Schlappe: "Ab heute gemma's an!"

Viele betretene Gesichter bei der FPÖ: Alles deutet auf Opposition hin. Strache soll ruhig gestellt werden, Kickl den Parteivorsitz übernehmen.

FPÖ erlitt zweitgrößte Schlappe nach 2002
FPÖ erlitt zweitgrößte Schlappe nach 2002 © APA/HANS PUNZ
 

Trotzig und optimistisch haben sich die beiden Listenersten der Freiheitlichen, Parteichef Norbert Hofer und Herbert Kickl, bei der Wahlparty in der "Prater Alm" gegeben. Es werde für den Wahlgewinner, ÖVP-Chef Sebastian Kurz, enorm schwer, alle versprechen aus dem Wahlkampf einzulösen - etwa in einer Koalition mit den Grünen oder SPÖ: "Das wird eine Challenge."

"Es war ein unfassbar schwieriger Wahlkampf", resümierte ein sichtlich auch krankheitsbedingt angeschlagener Hofer. "Wir haben alle einen Rucksack zu tragen gehabt und jeden Tag ist ein weiterer Stein in den Rucksack hineingelegt worden." Hofer will aber auch "alles tun, damit wir aus dieser FPÖ die Partei machen, die wieder ganz vorne mit dabei ist". Und: "Ab heute gemma's an!"

"Ihr könnt alle nichts dafür. Es gibt ein paar Dinge, die kommen von außen auf einen zu", sagte Kickl zu den Funktionären und Mitstreitern, die sich trotz des Debakels betont in Feierlaune zeigten. "Es war übermenschlich, was du geleistet hast", meinte er zu Hofer - "und der Kampf hat erst begonnen". Auch Kickl bezweifelte, dass Kurz alle seine versprechen einlösen kann. Seine eigene Partei sieht er "bei 16 Prozent stabilisiert".

"Ende gut, alles gut"

"Ende gut, alles gut - und wenn nicht alles gut ist, dann ist nicht das Ende", meinte Kickl schließlich zu seinen Mitstreitern. Ihre zweitgrößte Wahlschlappe nach 2002 ("Knittelfeld") muss die FPÖ mit ihrem neuen Parteichef Norbert Hofer bei der Nationalratswahl heute, Sonntag, einstecken. Ibizagate und dann noch die kurz vor der Wahl bekannt gewordene Spesenaffäre rund um Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache bescheren ihr laut Hochrechnung mit einem zweistelliges Minus ein Ergebnis, das schwächer ist als das erste mit Strache 2008.

Wie es nach der Schlappe weitergehen soll, dafür haben die Freiheitlichen schon konkrete Pläne: Demnach dürfte Norbert Hofer vorerst Parteichef bleiben und die Rolle des Dritten Nationalratspräsidenten übernehmen, so ein Parteiinsider zur APA. Herbert Kickl bleibt demnach Klubchef und könnte Hofers Parteivorsitz übernehmen, wenn dieser ein weiteres Mal für die Bundespräsidentschaft kandidiert.

Wie ernst es der Partei mit dem Rückzug ihres ehemaligen Vorsitzenden Heinz-Christian Strache ist, zeigt auch, dass es sogar noch Sonntagvormittag Überredungsversuche gab, dass dieser seine Parteimitgliedschaft ruhend stellt. Strache soll allerdings weiter auf stur stellen. Ob Straches Frau Philippa ihr Mandat auf der Wiener Landesliste überhaupt bekommt, war laut "Kurrier" ebenfalls fraglich.

In der FPÖ mehren sich die Stimmen, die die Partei angesichts des schwachen Ergebnisses der Nationalratswahl künftig in der Opposition sehen. Auch der Wiener Landesparteiobmann Dominik Nepp zählt dazu: "Ich sehe diese 16 Prozent jetzt nicht als Regierungsauftrag", sagte er mit Verweis auf die Hochrechnungen am Sonntagabend der APA.

"Ich sehe die FPÖ in der Opposition", unterstrich Nepp klar. Und ebenso wie Generalsekretär Harald Vilimsky plädierte er für einen "Neustart" der Partei - konkret in organisatorischer und struktureller Hinsicht. Als Beispiel nannte er "interne Compliance-Regeln". Inhaltlich müsse die Partei hingegen ihren bisherigen Themen wie Sicherheit oder der politische Islam treu bleiben.

Das schwache Resultat sei für ihn, Nepp, "enttäuschend, aber nicht gerade überraschend". Aus seiner Sicht habe die "Ibiza-Causa" das Ergebnis beeinflusst. Die Partei habe das Vertrauen der Wähler verloren. Er forderte in diesem Zusammenhang einmal mehr die Aufklärung der Vorkommnisse. Man müsse "ganz genau schauen, was da dran ist".

Gedrückte Stimmung nach Verlusten: FPÖ

Zeigte sich zunächst nur hinter verschlossenen Türen: Herbert Kickl.

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Durchwegs zermürbte Gesichter machten jene Funktionäre, die zumindest erschienen waren, auf der kleinen Bühne im ebenso überschaubar großen Medienzentrum der Freiheitlichen.

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Zumindest Generalsekretär Harald Vilimsky kam, um die erste Hochrechnung vor den Kameras zu kommentieren.

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Zunächst sprach Bundesgeschäftsführer Joachim Stampfer

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FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky will angesichts der ersten Hochrechnungen einen Neustart für seine Partei. Man müsse "neue Gesichter in verantwortungsvolle Rollen holen" , sagte er am Sonntag in einer ersten Reaktion. Zudem müsse man nun eine  "Wählerrückholaktion" starten, die sicher nicht wieder zehn Jahre dauern werde. Bei der kommenden Koalition sei ÖVP-Chef Sebastian Kurz am Zug.

"Es enttäuscht mich auf der einen Seite", kommentierte Vilimsky die Verluste für die Freiheitlichen. Allerdings zeige es auch, dass die "rot-weiß-rote Wählerburg uneinnehmbar" sei. Parteichef Norbert Hofer und der geschäftsführende Klubobmann Herbert Kickl hätten sich als Doppelspitze "hervorragend bewährt".

Das voraussichtliche Wahlergebnis zeige aber auch, "dass wir einen Neustart machen müssen", so Vilimsky. Ebenso kommunikativ wie auch im Controlling der Partei. Man müsse die Partei reformieren und sei "Opfer eines ordentlichen Gewitters" geworden. Und: Trotz massiver Angriffe gebe es, das "17 Prozent rot-weiß-rote-Wählergebäude. Und das hält."

 

Mehr Reaktionen

Für einen "Neustart" der FPÖ hat sich am frühen Sonntagabend auch Udo Landbauer, der Landesobmann der niederösterreichischen Freiheitlichen ausgesprochen. Die Wähler hätten der Partei "die gelbe Karte gezeigt".

Das Ergebnis der Nationalratswahl sei angesichts der Vorfälle in den vergangenen Wochen "keine Überraschung", führte Landbauer in einer Aussendung weiter aus. Es handle sich um ein "klares Warnsignal der Wähler". Nachsatz: "Es gibt nichts schönzureden."

"Katastrophales Ergebnis"

Der Chef der Tiroler FPÖ, Markus Abwerzger, hat sich nach der ersten Hochrechnung der Nationalratswahl klar dafür ausgesprochen, in Opposition zu gehen. Das Ergebnis zeige einen "klaren Wählerwillen", sagte Abwerzger im Gespräch mit der APA. Parteichef Norbert Hofer sitze fest im Sattel, eine Debatte müsse man dagegen über den ehemaligen Obmann, Heinz-Christian Strache, führen, sagte er.

Für einen Parteiausschluss Straches wollte sich Abwerzger aber noch nicht aussprechen, sondern erst die Parteigremien am Dienstag zusammenkommen lassen. Die derzeitige Doppelspitze, bestehend aus Norbert Hofer und Herbert Kickl, halte er dagegen für richtig, "sonst wäre das Ergebnis noch schlechter ausgefallen", meinte der Tiroler FPÖ-Chef.

Absage an die Koalition

Vilimsky sieht die Zukunft der FPÖ angesichts des schwachen Wahlergebnisses in der Opposition. "Aus meiner Sicht ist das kein klarer Auftrag, die Koalition fortzusetzen", sagte Vilimsky im ORF. Dafür habe der Wähler die FPÖ zu wenig gestärkt. Auch der langjährige FP-Politiker Andreas Mölzer empfahl der Partei den Gang in die Opposition. 

 

Hinter verschlossenen Türen

Bis zu Vilimskys Auftritt waren die prominentesten Vertreter, die sich vor die Kameras trauten, die beiden Bundesgeschäftsführer Joachim Stampfer und Hans Weixelbaum. Hinter verschlossenen Türen waren neben den beiden Listenersten, Parteichef Norbert Hofer und Herbert Kickl, etwa Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp.

Das Feiern wollen sich die Blauen trotz des desaströsen Ergebnisses nicht verbieten lassen. Die Wahlparty Sonntagabend in der "Prater Alm" sollte dennoch stattfinden. Dort wird auch - zu späterer Stunde - die Parteispitze erwartet.

 

Viele Journalisten, kaum Funktionäre

Vor den ersten Hochrechnungen rüsten die Parteien und bereiten alles für die Wahlpartys vor. Im FPÖ-Medienzentrum in der Doblhoffgasse in Wien soll es hier bis 17 Uhr sehr eng werden, wie unsere Kollegin vor Ort berichtet. Angeblich haben sich sehr viele Journalistinnen und Journalisten akkreditiert. Abwesend war die internationale Presse - was aber nicht auf Desinteresse zurückzuführen war: Aus Platzgründen waren nur österreichische Journalisten zugelassen. 

Ein erster Eindruck: Bereits 40 Wahlberichterstatter sind schon eingetroffen. Funktionär sei noch keiner in Sicht. Laut FPÖ soll sich im Laufe des Abends auch nur FPÖ-Generalsekretör Harald Vilimsky in die Journalistenhöhle wagen, um die Hochrechnungen zu verfolgen. Auch von FPÖ-Fans fehlt noch jede Spur. Erster Eindruck: "Die würden hier aber auch nicht mehr hereinpassen."

Kommentare (12)

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lieschenmueller
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Kickl soll beim Büroräumen ja gesagt haben: Ins Innenministerium kommen wir die nächsten 20 Jahre nicht mehr hinein

Herbert, dass ich Dir einmal Recht gebe ..........

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47er
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Für mich noch zuwenig Schlappe für die FPÖ,

wenn ich denke, wie sich Kickl mit seinen aufgeblasenen Beraterteam und der versuchten Umfärbung aufgeführt hat und in der Nachregierungszeit bei Interviews fast Galle gespuckt hat, gut weg. Angst hatte ich auch, dass die ehemalige Unsozialministerin H.-Kl. wieder ans Ruder kommt, jetzt kann sie getrost ihre nicht 150-€-Pension geniesen. Die Roten können halt leider auch all ihre Genossen nicht mehr mit einem Dienstposten versehen, selbst unser LH hat seinen unstudierten Sprössling nicht in Brüssel untergebracht. Die Parteivorsitzende ist m.E. bei der falschen Partei, deren impulsive, hochintelligente Reden wollen viele Wähler so nicht hören.

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ReinholdSchurz
1
11
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Wunder gibt es nur im Märchen

Der böse Zauberer Strache hat euch das eingebrockt ihr wart nicht fähig aus dem IBIZA Skandal zu lernen, aber ich kann euch sagen gleich gesinnt sich zu gleichem ob Strache oder alle andern ihr seit nicht mehr regierungsfähig.
Also gute Nacht und träumt schön von der Vergangenheit es wars dann.📬😏👨🏻‍🚀

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skosko
1
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Was sagt der HC zu den Verlusten?

Vermutlich: „Katastrophe! Alles nur weil ICH nicht zur Wahl stand“....

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Lodengrün
3
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Bin dafür Herr Vilimsky

Zuerst ersetzen wir Sie, dann Herrn Hofer, Herrn Kickl, Herrn Hafenecker, ......

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brosinor
4
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Schleichts euch!

Heute ist ein großer Tag für Österreich. Die Blaunen sind -fast- in der Versenkung!
So ein Tag, so wunderschön wie heute.....Bitte alle mit singen!

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wischi_waschi
4
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brosinor

Ich, habe Kurz nicht gewählt, Kickl war einer der besten Innenminister.
Schade, Ihr Kommentar ist leider unterste Schublade!

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bmn_kleine
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Ein guter Tag für Österreich!

Dennoch wundert mich, dass die FP trotz der dutzenden Einzelfälle (sogar heute wieder der Polizist in OÖ, lt. Kurier), dem Ibiza-Video, dem Spesenskandal mit Strache, Burschenschafter usw, usw noch immer 16% der Wähler die FP gewählt haben.

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paulrandig
3
19
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Jetzt kommt wieder die blaue Opposition...

Da gefallen sich die Empörlinge selbst eh am besten.
Wenn es schon anscheinend unabdingbar ist, dass es sie geben muss, sollen sie bitte wenigstens dort herumkrakeelen, wo sie keinen gröberen Schaden anrichten können.

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koko03
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Endlich sind die BLAUEN weg 👋👋👋👋

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andreash
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Neustart

Dann müssen hofer, kickl und vilimisky den Hut nehmen!

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Liverpudlian88
6
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Hätt ich nicht gedacht...

dass nicht alle ÖsterreicherInnen das selbstdenken verlernt haben!

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