Im Interview mit der Kleinen Zeitung hatte die ehemalige Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) noch gezögert, das Frauenvolksbegehren zu unterschreiben, weil es mit der Forderung nach einer 30-Stunden-Woche Punkte enthalte, "bei denen ich als Unternehmerin nicht mitgehen kann".

Mittlerweile hat sie sich entschlossen, über ihren Schatten zu springen, "weil ich den Männern den Triumph nicht lassen will, dass das Frauenvolksbegehren weniger Unterstützungsunterschriften bekommt als das Anti-Raucher-Volksbegehren". Das sie übrigens auch unterschrieben hat, wie sie der ZiB 2 gegenüber bekundet hat. Rauch-Kallat war auch Gesundheitsministerin.

Die InitiatorInnen des Anti-Raucher-Volksbegehren hoffen auf 900.000 Unterschriften, jene des Frauenvolksbegehrens auf zumindest 650.000 - so viele unterschrieben beim ersten Frauenvolksbegehren vor 21 Jahren.

Alle ehemaligen Frauenministerinnen der SPÖ machen mobil für das Frauenvolksbegehren, auch die neue SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner wirbt um Unterstützung - heute im Zuge einer Verteilaktion in Wien. Die aktuelle Frauenministerin, Juliane Bogner-Strauß, will jedoch nicht mitziehen. Und sie zog es auch vor, einer Einladung in die ZiB 2 nicht Folge zu leisten.

Dass Rauch-Kallat als prominente ÖVP-Vorkämpferin für die Rechte der Frauen jetzt umschwenkte, macht vielen Hoffnung, dass es doch noch gelingt, eine breite Front für die Frauen zu mobilisieren. Wie es die grüne Grazer Stadträtin formulierte:

In der ZiB 2 diskutierte Armin Wolf mit der Sprecherin des Frauenvolksbegehrens, Andrea Hladky, und der Salzburger FPÖ-Chefin Marlene Svazek.

Svazek verglich das Frauenvolksbegehren mit dem Beipackzettel für die Pille: "Es ist im Prinzip gut, aber die Nebenwirkungen sind ein Wahnsinn."

Dass Männer 90 Prozent der Führungsfunktionen inne hätten, sei eine Folge dessen, dass Frauen das einfach nicht wollten. Die, die sich für die Quote einsetzten, seien die, "die eh selber schon oben sind und noch weiter nach oben wollen".

Nur bei der Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit stimmt Svazek mit den InitiatorInnen des Frauenvolksbegehrens überein. Die anderen Forderungen seien "skurril und lächerlich".