Straches Aschermittwoch"Wollt ihr für den ORF Zwangsgebühren leisten?"

In seiner Rede in Ried attackiert Vizekanzler Strache den ORF heftig: Der Sender müsse reformiert werden, die "Zwangsgebühren" seien medienpolitischer Anachronismus und müssten weg. Die Regierung trage eine starke blaue Handschrift.

POLITISCHER ASCHERMITTWOCH DER FPOe:  STRACHE
Strache in Ried © APA/MANFRED FESL
 

Vizekanzler Heinz Christian Strache (FPÖ) intensiviert seine heftigen Attacken auf den ORF. In seiner Aschermittwochsrede in Ried heizte er die Anti-ORF-Stimmung unter den blauen Parteigängern an, die sich aus mehreren Disputen der letzten Tage ergeben hatte. "Wollt ihr für den ORF Zwangsgebühren leisten?", fragte er seine Anhänger. Die ORF-Gebühren seien wettbewerbsverzerrend und unfair gegenüber anderen Medien. Er, Strache, werde bei demnächst anlaufenden Reformverhandlungen "alles daran setzen", die Gebühren abzuschaffen und den ORF zu reformieren. Der Sender müsse endlich "objektiv" werden.

"Der eine oder andere linke Journalist" würde  "ausflippen vor lauter Hysterie", beschrieb Strache allgemein die Medienlandschaft. Einige Journalisten lebten nach dem Motto: "Unseren täglichen Anti-FPÖ-Artikel gib uns heute." Da sei es gleich, was die FPÖ tue - "mag es noch so gut und vernünftig und differenziert sein".

Politischer Aschermittwoch mit FPÖ-Chef Strache in Ried

Für die Opposition hatte Strache nur Spott übrig: SPÖ-Chef Christian Kern habe nach der Wahlniederlage "sein Krönchen noch nicht gerichtet". Die Neos und die Liste Pilz seien im Parlament als Opposition de facto nicht existent. Die einzige Opposition seien die Medien.

Beim Wahlergebnis seien "Ostern und Weihnachten zusammengefallen", denn die SPÖ sei nicht mehr in der Regierung und die Grünen nicht mehr im Parlament.

Strache lobte ausführlich die FPÖ-Regierungsmannschaft, so etwa "unseren Noch-Nicht-Bundespräsidenten" Norbert Hofer. Die Regierung trage eine starke blaue Handschrift. Die FPÖ habe in den letzten 13 Jahren Unglaubliches erreicht: "2005 waren wir fast politisch tot, heute sitzen wir in der Bundesregierung und in zwei Landesregierungen und gewinnen eine Wahl nach der anderen."

Die FPÖ habe allen Grund, stolz zu sein - "stolz, aber nicht selbstzufrieden". Es liege ein langer Weg vor der Regierung: "Wir werden das Regierungsschiff in die richtige Richtung führen. Wir sind gekommen, um zu bleiben."

In der ausverkauften Jahnturnhalle in Ried applaudierten rund 2000 FPÖ-Anhänger. Sie hatten jeweils 15 Euro Eintritt bezahlt, um dem Polit-Tribunal beizuwohnen.

Kommentare (99+)

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fortus01
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15€

Wer bitte zahlt für diese "Veranstaltung" 15 Euro Eintritt?

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Zeitgenosse
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Der

Bierkrug am Rednerpult , brauchts der Worte mehr??????

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ffld
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keine Gebühr

ich will keine Gebühr mehr bezahlen, wenn ich noch öfter HC im ORF sehe...

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Irgendeiner
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Hier vermisse ich ein sehr sachbezogenes Posting von

mir,daß sich mit drei theoretischen Möglichkeiten der Finanzierung auseinandersetzte und klar zu machen versuchte, warum es nur über Gebühren geht und Privatisierung das Schlimmste wäre, aber zweimal sag ichs nicht.

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Irgendeiner
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Addendum: Ja ich weiß, ich könnte auch meine Einkaufsliste reinstellen

und es gäbe rote Striche für eine Großpackung Reis,man lacht.Naja,mir solls recht sein, die Frage ist nur, warum ihr Eure Zeit in einem Diskussionsforum (sic) vertut.Am Altar jener Politkasperln die ihr zu Euren persönlichen Helden erhoben habt könntet ihr vor einem Wahlplakat doch auch still beten,wär doch ein stimmigeres Ambiente als mein Geschreibsel.In meinem Alter weiß man schon, daß viele Altersgenossen Prostatiker sind, nein, mich betriffts das noch nicht,tut mir leid, ein leidvolles wollen und nicht können, das scheint es intellektuell auch zu geben.

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4geg5bzsmq4ozrts0zskav8vih0biro2
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ORF und der Zwang

Eine Frage: Warum muss der ORF eigentlich ein Vollprogramm bieten. Könnte man nicht den öffentlich rechtlichen Teil auskoppeln und den Rest privatisieren? Der Republik Österreich müsste doch ein öffentlich rechtlicher Sender etwas wert sein. Nachrichten, Wissenschaft und Kultur sollte der ORF übernehmen, den Rest die Privaten (braucht übrigens jedes Landesstudio eine eigene Wetterredaktion?). Die Finanzierung geht über das Budget und damit durch das Parlament. Ein Publikumsbeirat (so bunt wie möglich - auch Flüchtlinge z.B. sollten dort vertreten sein und ein paar ausländische Journalisten) könnte als "Aufsichtsrat" die Unabhängigkeit überwachen. Ich will keinen Blau- Türkis oder Grünfunk - aber das was jetzt teilweise aufgetischt wird (vgl. das unsägliche Duett Kern-Leitner, gewisse Im Zentrum Sendungen usw.) hat es schwer dem Begriff Objektivität gerecht zu werden. Das werden auch kritische Linke zugeben müssen.

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X22
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Das kommt der Zerstörung des öffentlich rechtlichen Senders gleich

jeder Private Sender kann seine politische Richtung selbst bestimmen lassen, kommt auf die Einflussmaßnahmen der Finanziers und deren Handlanger (Politik) an. Vergleiche mit vielen anderen Ländern zeigen es, nimm unseren Nachbarn Ungarn oder ein wenig weiter Türkei, Polen und schau welche Auswirkungen es auf die öffentlichen Sender hatte, ein an eine Diktatur erinnernde politische Kaste hat das Ruder an sich gerissen. Dass man mit den geeigneten Mitteln steuern kann, ist klar, dass man damit politische Systeme leicht zerstören kann auch, für mich gesprochen, auch wenn der ORF ein wenig linkslastiger (soziale Richtung) ist, ist er noch immer Lichtjahre von den gleichgeschalteten Medien der Beispielsländer entfernt.

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4geg5bzsmq4ozrts0zskav8vih0biro2
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x22

Die Frage ist, wie weit ist Österreich von der Türkei oder Ungarn entfernt. Haben 73 Jahre Demokratie unser Land geprägt oder nicht. Wenn natürlich die "Linke" kein Vertrauen in die österreichische Demokratie hat (weil sie die Bevölkerung als dem Populismus ausgeliefertes Stimmvieh - siehe "die Schlichten" sieht) dann freilich, muss es einen linken Gegenpol über die Medien geben. Objektivität kann man dann natürlich nicht verlangen. Und die bietet der derzeitige ORF auch nicht. Wenn wir also von vornherein rechts/konservativ/privatwirtschaftlich als populistisch und links als vernünftig (im Sinne von richtig) sehen, ist klar warum sich in Österreich keine Demokratie entwickeln konnte.

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aabdc6c8dfd81213e0497f52fe379c6a
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JA!

Was wir aber nicht wollen ,ist die blauen politversager mit unseren Steuergeldern durchfüttern.

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fersler
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es

fällt auf wenn sich der Herr Strache in rage redet, er seinen kopf nicht mehr im griff hat und ein ständiges kopfreißen die folge ist. ob das gesund ist?

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Geerdeter Steirer
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"ständiges kopfreißen?"

;-)) kann es sein das damit die letzen funktionierenden Zellen aktiviert werden sollen ;-))

Ja, ja das Nervenkostüm wird schon gefordert wenn durch gewisse unbeherrschte Fehlfunktionen Unfug herausgeplappert wird ...;-))

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create
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Zur Aktivierung oder einfach zur Konzentration Derselben?

Geben´S doch nicht schon wieder eine Erklärung/Ausrede/Entschuldigung für die diversen Ausrutscher! Das hatten wir mit dem Beitrag zum Faschingsdienstag bereits!

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Lodengrün
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Wir können uns diesen

Vizekanzler sowohl Innen- als auch Außenpolitisch nicht mehr leisten. Dieser Bulli ruiniert uns den ganzen Ruf nebst dem Sozialsystem.

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Geerdeter Steirer
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Wenn's nicht

schon vor Lächerlichkeit lustig wäre müsste man schmerzlich plärren und weinen ;-))

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ChihuahuaWelpe55
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Besser als

Werbefernsehen ala Pro7Sat1ServusTv und Co ist der ORF allemal! Die Privatsender beherrschen Propaganda (jeder der die Privatsender bezahlt, dessen "Wahrheit" wird gesendet) und pferfektes Contentmarkeing (also Berichte die eigentlich Werbung sind), das die Leute das garnicht mal überreissen.
Wer ORF1 als "Bildungssender" wahrnimmt, hat sich scheinbar noch nie mit ORF3 oder 3SAT befasst.

Ad Berichte/Artikel, die sich als Werbung tarnen: tja, das beherrscht so manche private Tageszeitung auch recht gut ;)

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Patriot
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Ja, ich will die ORF-Gebühren weiter bezahlen,

damit der Herr Wolf die ZIB 2 moderiert und nicht ein Burschenschafter,
damit im ORF die Wahrheit berichtet wird und nicht blaue fake news a la Trump oder Putin (beide Freunde der FPÖ)!

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create
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Beide Freunde der FPÖ?

Dass hätte sie gern. Ich bin mir nicht sicher, ob T&P mit den Namen Strache, Hofer und Konsorten überhaupt was anfangen können...

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handlelightd
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Man "möcht'" fast meinen,

dass der Strache als Pausenclown bezahlt wird, bis uns der Kanzler als Sprecher seiner Klientel erklärt, dass wir uns das Leben jetzt nicht mehr leisten können, weil die Grundlagen dafür nun die Wirtschaft braucht. Oder kneißt der Strache schon, dass ihm seine Felle sprich Wählenden spätestens dann davonschwimmen, wenns absaufen. Und diesmal nicht mit Bier. Und sind seine "humoristischen" Einlagen Ausdruck der Verzweiflung. Man sagt Komikern, als solchen sieht er sich ja selbst, nach, im Grunde traurigen Menschen zu sein.

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Geerdeter Steirer
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Die Demagogie...

Demagogen suchen nicht das Beste für Alle, nicht Wahrheit, nicht Gerechtigkeit, sondern nur geeignete Mittel, ihr persönliches Interesse als das Allgemeine und ihre Entscheidungen als die einzig richtigen darzustellen. Ihre Diskussionstaktik – skandalöse Ausfälle, Gegenangriffe, unbeweisbare Behauptungen über das Wesentliche. Ihre Methode – alles zum eigenen Nutzen und zum Schaden des Opponenten interpretieren, bis hin zur offensichtlichen, unverfrorenen Lüge, um im Streit die eigene Position zu behaupten und nicht nachgeben zu müssen. Ihr Ziel – nicht der konstruktive Dialog, nicht die friedliche Koexistenz, sondern eine durch permanente Provokation geschürte Feindseligkeit gegenüber allem, was anders ist, plakative Streitbarkeit als Ausdruck des Protests gegen Missstände (um diese nicht wirklich verbessern zu müssen), und propagandistisches Auftreten bei der Durchsetzung und Ausführung ihres Willens. Mit Demagogen lässt sich nur dann ein Kompromiss beschließen, wenn sie darin vor allem ihre Interessen gewahrt sehen, was sie dann als ihren Sieg präsentieren können.

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Lodengrün
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Glauben

Sie das Herrn Strache dieses Fremdwort geläufig ist und wenn ja er es so schön beschreiben könnte wie Sie es hier tun.
Wenn er es begreifen würde, es für sich übersetzen wäre er Suizid gefährdet.

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Geerdeter Steirer
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Glauben kann man ja daran das er es kann......

wenn nicht ist es keine Tragik, vielleicht könnte es ihm helfen die Gerhirnströme neu zu ordnen oder ein Reset zu tätigen.

Wenn er Suizidgefährdet dadurch sein sollte gibt es sicher kompetente Hilfe, Bezahlung natürlich aus dem Pott der eigenen Partei, Steuergeld (Sozialversicherungsfinanzierung) wäre dafür zu schade und nicht richtig investiert ;-))

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Planck
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Halb so wild.

Der Strach hat doch eh seine Wahrsagerin, die ihn mit einem "Energieschild" versorgt; der soll angeblich sogar gegen Chemtrails helfen ;-)

Allerdings entzieht es sich meiner Kenntnis, ob er wohl auch seine Rechnungen dafür zahlt *gg

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wintis_kleine
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Wie sich die Bilder doch gleichen

oder sind sie gar ein und die selbe Person mit verschiedenen Maskierungen (noch vom Faschingsdienstag übrig geblieben)?
Harald Vilimsky (immerhin Abgeordneter zum Europaparlament der FPÖ) spricht als EHRENGAST bei der AFD Aschermittwochsveranstaltung (das muss man sich schon einmal auf der Zunge zergehen lassen).
Er und auch Strache sind sich anscheinend in der Bekämpfung einer trockenen Kehle wegen des zu viel gelaberten Mülls einig und zeigen ungeniert den Bierkrug in die Kameras (Bild: Kleine Zeitung Seite 7)
Wenn das der Stil der von Hr. Kurz geduldeten (mit)Regierungspartei ist, sehe ich für Österreich bald "Hopfen und Malz" verloren

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SoundofThunder
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Diese Frage erinnert mich an folgende

Wollt ihr den totalen Krieg? (In diesem Fall gegen den ORF )

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sapientia
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SoundofThunder

Ja, das verstehen aber nur die "Ewiggestrigen", und zu deren Vergnügen wurde es auch so gesagt!
Un die von der KlZ berichteten standing ovations passen auch zu den entsprechenden Ereignissen "vor tausend Jahren" ;-(

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wintis_kleine
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Die Agitation

entspricht leider in vielen Bereichen jener aus längst vergangen geglaubten Zeiten. Es ist traurig und erschreckend, dass dies so wenigen Leuten auffällt.

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