Kritik an den geplanten neuen Zugangsbeschränkungen an den Universitäten äußern SPÖ und die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH). SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl warnte in einer Aussendung vor einer Kürzung von bis zu 15.000 Studienplätzen in den kommenden Jahren, die Studentenvertreter sprachen von einem "wirkungslosen Placebo".

"Durch die Ausweitung der Zugangsbeschränkung auf weitere Fächer und die Möglichkeit für die Unis, zusätzliche Beschränkungen selbst einzuführen, wird es zu einer deutlichen Reduktion der Studienplätze kommen", so Kuntzl. Treffen werde dies wieder "vor allem Kinder aus sozial schwächeren Familien, die von Zugangsbeschränkungen schneller abgeschreckt werden". Begrüßt wird von ihr dagegen die Ausweitung der Studienplätze in Informatik.

"Was hier passiert, ist ein weiteres Indiz dafür, dass dieser Regierung der Blick für die wirklichen Probleme fehlt", kritisierte die stellvertretende ÖH-Chefin Marita Gasteiger (Grüne und Alternative StudentInnen/GRAS) in einer Aussendung. "Die Einführung sozial selektiver Zugangsbeschränkungen kann niemals als faire Maßnahme durchgehen." Die ÖH will stattdessen mehr Mittel in die Steigerung der Qualitätssicherung investieren und etwa verpflichtende didaktische Fortbildungen für Lehrpersonal einführen. Außerdem müsse der Hochschulsektor ausfinanziert und dafür zwei Prozent des BIP aufgewendet werden.

"Vorsichtig positiv"

Die NEOS stehen den Plänen von Wissenschaftsminister Heinz Faßmann (ÖVP) "vorsichtig positiv" gegenüber. Die Studienplatzfinanzierung sei wichtig, um mehr Planbarkeit und bessere Studienbedingungen zu erreichen, erklärte Klubchef Matthias Strolz bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Auch sei es richtig, die persönliche Eignung in den Mittelpunkt zu stellen, da die Drop Out-Quote in Österreich "gewaltig" sei, so Strolz. "Bitterlich vermisst" wird allerdings der Ausbau des Stipendiensystems. Von pinker Seite werde es "tendenziell" eine Zustimmung geben, zunächst warte man aber auf Details. Auf alle Fälle brauche es flankierende Maßnahmen.

Differenziert sieht die Liste Pilz neue Zugangsbeschränkungen an den Unis. So ist Klubobmann Peter Kolba sehr wohl "klar, dass die Professoren verzweifelt sind" und dieses "Dilemma" gelöst werden müsse - "wenn es nicht Schranken sind, die dazu führen, dass wir eine Selektion nach der Geldbörse der Eltern haben". Studiengebühren lehnt die Liste Pilz grundsätzlich ab, sagte Kolba am Rande einer Pressekonferenz.

Lob für die geplanten neuen Regelungen kommt von der Industriellenvereinigung (IV). "Wir brauchen das neue System, um die Betreuungsrelationen zu verbessern, die Abschlussquoten zu erhöhen und um eine Qualitätssteigerung in Lehre und Forschung herbeizuführen", so Generalsekretär Christoph Neumayer in einer Aussendung. Ausdrücklich begrüßt würden daher auch ein "erweitertes Zugangsmanagement in Massenfächern wie Recht, Fremdsprachen und Erziehungswissenschaften" sowie die Erhöhung der Studienplätze in der Informatik. Auch die Möglichkeit eines Eignungsfeedbacks sei sinnvoll, um junge Menschen bei einer reflektierten Studienwahl zu unterstützen