Bis zum Sommer will die Bundesregierung den Pflegeberuf in die Schwerarbeiterregelung aufnehmen. Das würde einen früheren, abschlagsfreien Pensionsantritt ab dem 60. Lebensjahr ermöglichen. Allerdings nur bei 45. Versicherungsjahren. „Das ist ein Zeichen des Respekts“, sagte Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) auf einer Pressekonferenz.
ÖVP-Klubobmann August Wöginger, der auch Sozialsprecher seiner Partei ist, erinnerte daran, dass es seit Jahrzehnten den Wunsch nach einer Aufnahme des Pflegeberufs in die Schwerarbeiterregelung gibt. „Das ist ein guter Tag“, sagte Wöginger. Die Neos als dritter Koalitionspartner waren übrigens bei der Pressekonferenz nicht dabei.
Generalreform anvisiert
Was in Österreich unter Schwerarbeit fällt, ist in einer Verordnung geregelt. Aus den darin festgelegten Kriterien ist es nach Auskunft von Schumann aktuell sehr schwierig für Pflegekräfte, abschlagsfrei früher in Pension zu gehen. Deshalb sollen die Voraussetzungen neu definiert werden. „Die Schwerarbeiterregelung ist keine einfache Regelung“, sagte Wöginger. Unter anderem wird in der Verordnung bisher auf Kalorien abgestellt. Bei der Reform soll aber keiner der bisher umfassten Berufe aus der Regelung hinausfallen, stellte Schumann klar.
Die Details müssen noch erarbeitet werden, die neue Regelung soll dann ab 1. Jänner 2026 in Kraft treten. Von den 45 Versicherungsjahren müssen nicht alle in Schwerarbeit verbracht werden. Aber innerhalb der letzten 20 Jahre vor dem Pensionsstichtag müssen zumindest 10 Schwerarbeitsjahre zusammengekommen sein. Schumann glaubt, dass jede zweite Beschäftigte für diese Art des Pensionsantritts infrage kommt.